DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf ungelegte Eier passen.
  • Auf ungelegten Eiern brüten.
  • Auf ungerechte Weise geldgierig zu sein, ist unfromm, auf gerechte Weise schmählich; denn es ist unpassend, schmutzig zu geizen, selbst wenn es ohne Ungerechtigkeit geschieht.
    Epikur von Samos (341-270 v.Chr.), griechischer Philosoph
  • Auf ungewischter Bank ist gut finden.
  • Auf Unglück ist Geduld das beste Pflaster.
    fr] Patience vaut un bouclier.
  • Auf unnütze (tölpische) Reden gehören taube Ohren.
    fr] A paroles folles oreilles sourdes.
    it] A parole lorde, orecchie sorde.
  • Auf Unrechts Koste ist guat leabe (o. Staat mache).
    Ulm
  • Auf uns kommt es an, ob wir so oder so sein wollen.
  • Auf unserer Erdenwelt hängt oft alles von den Äußerlichkeiten ab, mit denen man sich in Szene setzt.
    Alfred de Musset (1810-1857), Der Mann mit den zwei Geliebten
  • Auf unserm Herrgott seinem Haupt da blühen drei Rosen: die erste ist seine Tugend, die zweite ist seine Jugend, die dritte ist sein Wille. Blut steh du in der Wunde stille, dass du weder Geschwüre noch Eiterbeulen gebest. Im Namen Gottes u.s.w.
    i] Bannspruch, mit welchem man im Schleswigschen starke und andauernde Blutungen stillt.
  • Auf unsre Wünsche nimmt die Zeit niemals Bedacht:
    Sie fliegt von hinnen um das Ihre nur besorgt.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Herakles
  • Auf Urban (25. 5.) muss man dicke Bohnen legen, so gedeihen sie zum Segen.
  • Auf Vaters Platz soll man nicht sitzen.
    i] Die Achtung der Kinder vor den Eltern ist bei den Juden vielleicht größer als bei jedem andern Volke. So ist es dem Sohne verboten, bei Tische des Vaters Platz, selbst bei dessen Abwesenheit, einzunehmen. Erst nach dem Ableben des Vaters kann der Sohn den Ehrensitz für sich beanspruchen.
    Jüdisch-deutsch] Män thur (darf) nit sitzen auf'm Tatess Ort.
  • Auf Vaters Sohlen gehen.
    i] Barfuß.
  • Auf verbotenem Wege ist teuer fahren.
  • Auf verbotener Weide gehen.
  • Auf Verbrechen folgt Strafe.
    it] A colpa vecchia, pena nuova.
    it] Peccato vecchio, penitenza nuova.
  • Auf verdrießlichem Wege ist auch ein Strohhalm beschwerlich.
  • Auf verhärtetes Feld wirkt selbst die Nieswurz umsonst.
  • Auf Verheißungen der Großen und auf Wasser baue nicht, der Abenddämmerung, dem Wort des Weibes und dem Mute des Pferdes vertraue nicht.
  • Auf Verheißungen der Großen und auf Wasser muss man nicht bauen, Pferdefüßen, dem Abendrot und Weiberworten nicht trauen.
  • Auf Vernunft gegründeter Anstand lehrt Mäßigung im Übermaß der Freude; im Unglück aber edlen männlichen Schmerz.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.), Sprüche
  • Auf Versprechungen (der Großen) soll man nicht bauen.
    fr] Promesse de grands n'est pas heritage.
    it] I gran signori prometteno molto, e nulla mantengene.
    la] Spem tibi promissi certam promittere noli. (Cato.)
  • Auf versprochenen Kuchen muss man lange warten.
    bm] Slíbené se čeká.
  • Auf Versprochenes wartet man drei Jahre.
  • Auf vertrautem Fuss stehen (o. leben) mit einem
    en] to be an f iendly (o. intimate) terms wich s. o.
    fr] être (o. vivre) sur un pied d'intimité avec qn.
    it] essere in confidenza con qd.
  • Auf verzehret Gut leihet der Teuffel keinen Heller nicht.
  • Auf viel Nebel im Januar.
    folgt oft ein nasses Frühjahr.
  • Auf vielbetretenem Fußsteig wächst kein Gras.
  • Auf viele (weitere) Jahre
    la] ad multos annos
  • Auf viele Feiertage folgt selten ein guter Werktag.
    Johann Geiler von Kaysersberg (1520)
  • Auf vielen Achseln ist gut tragen.
  • Auf vier Dinge kann man nicht bauen: auf Wolken im Sommer, einen klaren Winterhimmel, auf runde Kiesel und den Sinn der Frauen.
    Italien
  • Auf vier Dinge sollen achten vier: der Kaufmann, wenn die Ware geht, der Schiffer, wenn der Wind sich dreht, der Winzer, wenn die Traube schwillt, der Bauer, wenn der Roggen gilt.
  • Auf vngelegte eyer ist vngewiss hoffen.
  • Auf vollem Bauch steht ein fröhlich Haupt (o. Herz).
  • Auf vollem Bauch steht wohl volle Andacht.
  • Auf vollem Kröpf steht kein subtiler Kopf.
    la] Ingenium excellens non gignit venter obesus.
  • Auf vollem Magen steht ein fröhlicher Kragen.
  • Auf vollem Magen
    Steht ein fröhlicher Kragen.
  • Auf vollen Touren.
  • Auf vollen wanst folgt der Tanz.
  • auf Vordermann bringen
  • Auf vorjähriges Lachen folgt diesjähriges Weinen.
    Estland
    Von Mädchen, die den zu vertrauten Umgang mit Männern später in seinen Folgen zu büßen haben.
  • Auf Vulkanen wächst kein Gras.
    Frankreich
    i] Vom Charakter.
    fr] Sur les volcans, il ne pousse pas d'herbe.
  • Auf Wachholder blüht keine Rose.
    Rumänien
  • Auf wackeligen Brücken ist schlecht reiten.
    ndt] Up losen Bru gen is quad riden.
  • Auf wackeligen/wackligen Beinen stehen.
  • Auf wahre Beicht folgt ein wahrer Spruch.
  • Auf Walachen und Kürbistöpfe ist kein Verlass.
    i] Die Walachen sind in den Sprichwörtern der Russen, Serben u.s.w. nicht gut angeschrieben, namentlich wirft man ihnen Treulosigkeit vor. In Dalmatien empfiehlt man sogar, mit einem Walachen die Schüssel nur zur Hälfte auszuessen und ihm den Rest an den Kopf zu werfen.
    bm] Oho! snad Valach víru ma?
    dalm] S Vlahom do pô zdile, a od pô njome u glavu.
  • Auf Wallfahrten kauft sich mancher Jüngling eine dreiellige Jungfrau und manche Junfrau ein lebendiges Bildchen.
    Böhmen
  • Auf ware beicht folgt ein warer Spruch.
  • Auf warmen Herbst folgt meist (ein) langer Winter.
  • Auf was für Gedanken man kommt!
    es] ¡Hay que ver lo que se llega a pensar a veces!
  • Auf was Gutes ist gut warten,
    und der Tag kommt nie zu spat,
    Der was Gutes in sich hat:
    Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.
    Friedrich von Logau (1605-1655), Sinngedichte
  • Auf Wasser gemachtes Feuer brennt nicht.
    ee] Vee peale tehtud tuli ei põle.
  • Auf Wasser und Brot gesetzt werden.
    nl] Op water en brood gezet worden.
  • Auf Wegen, die viel befahren werden, wächst kein Gras.
    Schlesien
    i] Dirnen werden nicht schwanger.
  • Auf Weh und Ach folgt Freude nach.
    en] After a storm comes a calm.
    en] After annoy there comes joy.
    en] Cloudy mornings turn to lear evenings.
    en] Sadness and gladness succeed each oter.
    fr] Heur et malheur n'ont qu'un temps.
    fr] Les pleurs sont suivis de joie; la joie succède aux pleurs.
    la] Ver hiemem sequitur post triste serenum.
    pl] Będzie też stonce przed naszymi wroty.
    pl] Po smutku radość nastę puie.
  • Auf Weiber und Geld steht der Sinn der Welt.
  • Auf Weiber und Gewinn steht aller Welt Sinn.
  • Auf weichem Bette liegt man hart.
  • Auf weichen Betten liegen die Hunde mit Vergnügen.
  • Auf weichen Betten liegt man wohl.
    nl] Op harde bedden slaapt men't hardet.
    nl] Op zachte bedden slaapt men't hardst.
  • Auf weicher Erde tritt ein Pferd häufig fehl, durch süße Worte verliert ein Mensch leicht den Kopf.
  • Auf Wein kein Bier, es schadet dir.
    nl] Eens wijn, en dan geen bier meer.
  • Auf Weinen folgt Lachen.
  • Auf weiße Pfingsten.
  • Auf weiße Sperlinge Jagd machen.
    i] Nach Dingen streben, die schwer oder gar nicht zu finden, zu erreichen sind.
    fr] Chasser aux blancs moyneaux.
  • Auf weißem Blatt ein schwarzer Pinselzug: Um Tod zu bringen, ist ein Wort genug.
  • Auf welche Kirche du kommst, deren Gewohnheit halte.
  • Auf welche Weise nun, sagte ich, werden die Menschen im neuen Staate sich befinden, und was ist wiederum die kennzeichnende Eigenschaft einer solchen Staatsverfassung? Denn offenbar wird in dem Einzelmenschen derart das der Demokratie entsprechende Individuum anschaulich werden - ja, offenbar, sagte er. Nun, da ist wohl die allererste Eigenschaft, dass sie frei sind, dass der Staat voll Freiheit und voll Redefreiheit ist.
    Platon (428-347 v. Chr.), Der Staat
  • Auf welchem Boden wir stehen, da ist, wo wir das Gewicht des Himmels tragen.
  • Auf welchem Gebiet es auch sei: ein ausgezeichnetes Buch setzt eine Menge schlechter voraus.
    Claude Adrien Helvétius (1715-1771), Vom Menschen
  • Auf welchen Finger du auch beißt, es schmerzt dich jeder.
  • Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten sollen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber nicht?
    Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte
  • Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Geiger hat uns in der Hand? O süßes Lied.
    Rainer Maria Rilke, Liebes-Lied
  • Auf wen alle einschlagen, der hat vor mir Frieden.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
  • Auf wen der Brief spricht, der hat Recht.
    Rechtssprichwort
    i] Wert des Beweises durch Urkunden.
    mhd] Auff wälichen der brieff gicht, der hat recht.
  • Auf wen die Natur ist versessen, dem hat sie mit Scheffeln es zugemessen.
  • Auf wen die Sonne scheint, der fragt nicht nach dem Mond.
    Schweden
  • Auf wen Worte keinen Eindruck machen, der ist (auch) immun gegen den Stock.
    Libanon
  • Auf wenig Gegenliebe stoßen.
  • Auf wessen Familiengrab könnte nicht ein Baumkrüppel wachsen?
  • Auf wessen Wägelchen man sitzt, dessen Liedchen singt man.
    Jiddisch
  • Auf wessen Wagen du sitzt, dessen Lied sollst du singen.
    hu] Akinek a szekerén ülsz, annak a nótáját fújjad.
  • Auf wessen Wagen man sitzt, dessen Lied man singt.
    kroat] Onoga pesem pevaj, na kojega se kolih vozi?
    masur] Na jakim wózku jedziesz, taką piesú śpiewaj.
    pl] Na czyjem wozku siedzisz, tego piosnkę śpiewaj.
  • Auf wessen Worte du hörst, dessen Knecht du bist.
    ee] Kelle sõna kuuled, selle sulane sa oled.
  • Auf wethun folgt wolthun.
    Der Krieg gewinnt dir Frid/mit Streit erlangstu Freüd.
    Verdamnuß deiner selbst bringt dir die Seeligkeit.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 255
  • Auf Wiedersehen, sagte der Pascher, als er ein Pack Spitzen ins Versteck warf.
    en] We part to meet again, as the Field-lane Jew said to the Bandana.
  • Auf Wiedersehen?
    i] Oft mit dem Zusatz: Und ist es nicht in dieser Welt, so ist's vielleicht in Bitterfeld. Unter den jungen Handlungsreisenden der Provinz Sachsen üblich beim Abschied von Bekannten, die ebenfalls weiter reisen. Bitterfeld, an der berliner und anhalter Eisenbahn gelegen, war noch vor einigen Jahren ein unbedeutender abgelegener Ort, und hatte diesem Umstand hauptsächlich jene spöttische Erwähnung zu danken.
  • Auf Wiesen ohne Spaten wird nicht viel geraten.
    i] Wenn sie Nutzen bringen sollen, verlangen sie Pflege.
    la] Rastro dentato prata parata dato.
    se] Maedhan thu hawer riwo tha war idhogher.
  • Auf Wind und Meer gebautes Glück ist schwankend.
    Karl Gutzkow (1811-1878), Uriel Acosta
  • Auf windige Weihnachten folgt ein glückliches (o. gutes) Jahr.
  • Auf wohlfeilgeben gehet jedermann.
  • Auf Wolke sieben (schweben).
    en] On cloud nine.
  • Auf Wolltich und Solltich borgt man kein Geld.
    Jüdisch-deutsch
    i] Wie der Jude überhaupt für das Gewesene nichts gibt.
    pl] Co było i nie jest nie pisze się w rejestr.
  • Auf Wollust folgt Unlust.
    en] After sweet meat comes sour sauce.
    fr] La volupté porte le repentir en croupe.
    nl] Wanlust folgt wellust.
    it] Dopo il dolce ne vien l' amaro.
    la] Gaudia principium nostri sunt saepe doloris.
  • Auf Wucherzins leihen, führt in die Hölle.
  • Auf Wunden liegen.
    i] Sich in einer peinlichen Lage befinden.
    Jüdisch-deutsch] Er sitzt in gehackte Wünden.
    i] Ist betrübt, niedergeschlagen, als wenn er klaffende Wunden hätte.
  • Auf Wunder darf (soll) man sich nicht verlassen.
  • Auf Wunder soll man sich nicht verlassen.
    Jiddisch
  • Auf würfel und anderen doppelspiel bedenck, wie sey der gfar so viel; hoffnung, tot, leben, gut und habe, mustu ganz gottloss darauf wagen.
    la] Sedius taxillis, bene respice quod sit in illis, res tua, spes tua, sors tua, mors tua, pendet in illis.
  • Auf Würfelspiel muss man Leib, Gut und alles wagen.
    la] Ludens taxilis bene respice, quid sit in illis.
  • Auf Zack sein.
  • Auf Zehenspitzen einherstolzieren
    la] summis digitis ambulare
    la] summis ingredi pedibus
  • Auf Zehenspitzen.
    en] On tiptoe.
    es] De puntillas.
  • Auf zehn Ammen rechnet man elf Huren, denn eine darunter gilt für zwei.
  • Auf zehn Narren kaum ein Weiser.
    i] Bei den Osmanen kommt auf jeden Narren ein Weiser.
  • Auf zehn politische Irrtümer kommen neun, die darin bestehen, dass man einfach das noch für wahr hält, was aufgehört hat, wahr zu sein. Aber der zehnte Irrtum, der der schwerste sein kann, wird darin bestehen, nicht mehr für wahr zu halten, was es trotzdem noch ist.
    Henri Bergson (1859-1941), französischer Philosoph, Literaturnobelpreisträger
  • Auf Zeit spielen.
  • Auf zeitigen Frühling währt der Sommer wenig.
    William Shakespeare (1564-1616)
  • Auf zeitliche ding hoff mit nichten, nach ewiger freud tue dich richten.
    la] Amplius in rebus noli sperare caducis, sed cupiat tua mens aeternae gaudia lucis.
  • Auf Zinne sein.
  • Auf zu Gott, der Teufel holt die Haut.
  • Auf zu große Zuneigung folgt hundertfache Abneigung.
  • Auf zugefügtes Leid leg Pflaster der Vergessenheit.
    it] Delle ingiurie il rimedio è lo scordarsi.
  • Auf zum letzten Gefecht!
    geflügeltes Wort
  • Auf zwei Ankern ruht sich's sicher.
    nl] Het is goed, twee ankers tot zijn schip te hebben.
    la] Bonum est duabus niti ancoris.
  • Auf zwei Augen blind ist, wer sagt, dass er dem Menschen vertraut, auf einem Auge blind, wer erklärt, dass er dem Kinde vertraut.
    Mongolei
  • Auf zwei Augen stehen.
  • Auf zwei Bahnen kegeln.
  • Auf zwei Beinen wie eine Gans, nur nicht (man nich) ganz so (oder: und auch, un uch) wacklich.
    i] Auf die Frage: Wie geht's? wofür man auch die Antwort hat: Passable, misserable.
  • Auf zwei Booten stehen wollen.
  • Auf zwei Booten stehen wollen.
    China
  • Auf zwei Dudelsäcken zugleich blasen.
  • Auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen, zwischen zwei Stühlen sitzen - das geht.
  • Auf zwei Hochzeiten tanzen.
  • Auf zwei Kähnen zugleich kann man nicht mit dem Hintern sitzen.
  • Auf zwei Pferden reiten.
    i] Mit zwei Parteien, entgegengesetzte Ansichten vertreten.
  • Auf zwei Rädern die Welt rollt,
    Das eine ist Liebe, das andere Gold.
    Leopold Jacoby (1840-1895), Cunita
  • Auf zwei Stühlen sitzen.
    i] Es mit zwei Parteien halten, es mit keiner von beiden verderben wollen. Von den Unentschiedenen, den Zweiherrendienern.
    zit] Wir werden münch, vmm ewigs leben und dienen doch der Welt darneben und wenn wir haben den Dienst gethon, so gibt uns doch jr keiner lohn.
    zit] Zweien Herren Dienst zusagen, mit einem Hund zwen Hasen jagen, loben da, und dorthin klagen, das kan nit sein, durch große witzen, und macht oft manchen schelmen sitzen zwischen zwein stülen nider, das er selten aufstat wider.
  • Auf zweier, nicht auf eines Mund baut die Wahrheit ihren Grund.
  • Auf zweierlei sollte man sich nie verlassen: Wenn man Böses tut, daß es verborgen bleibt; wenn man Gutes tut, daß es bemerkt wird.
  • Auf zweierlei Weise kann der Geist höchlich erfreut werden, durch Anschauung und Begriff. Aber jenes erfordert einen würdigen Gegenstand, der nicht immer bereit, und eine verhältnismäßige Bildung, zu der man nicht gerade gelangt ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,8
  • Auf Zwitter und Zwerge erstirbt weder Lehen noch Erbe.
    Rechtssprichwort
    i] Sie waren nach deutschem Rechte erbunfähig, wie Mönche.
    mhd] Uppe altvile unde uppe twerge ne irstirft weder len noch erve. (Allzu viel ist hier verstümmelt aus Altvile = Zwitter. - Altvile aus al = durchaus, gänzlich, und tviel, von zwei, also zweigliederig. Missgestaltete Personen wie Zwitter (= Allzuviel), Zwerge, Krüppel, Aussätzige waren erbunfähig)
  • Auf! mit Liebe dich erdreiste!
    In dir selbst ist Ewigkeit.
    Liebe ist die ältest neuste
    Einz'ge Weltbegebenheit.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Liebesfrühling
  • Auf'n Gackel schlaga.
    Würzburg
    i] Auf den Oberteil des Kopfes - Girbel (= Wirbel) oder auch auf den Grind.
  • Auf'n Sunntag musst di' fein machn, sagt der Halterbua und räumt sich d' Nasn mit'm Fingernagl aus.
  • Auf, alter Schiffer Tod, die Anker lichte,
    Dies Land hier langweilt uns, o Tod, auf Fahrt!
    Uns strahlt das Herz - du kennst es - hell vom Lichte,
    Wo schwarzes Meer sich schwarzen Himmeln paart.
    Charles Baudelaire (1821-1867), Die Blumen des Bösen
  • Auf, Arbeitsvolk, aus Sklavenfron!
    Mach deiner Pein ein Ende!
    Die Zeit ist da. Dein Werk, dein Lohn:
    die Freiheit deiner Hände!
    Auf, Arbeitsvolk - für Glück und Brot -
    aus grauer Nacht ins Morgenrot!
    Erich Mühsam (1878-1934), Kampfruf
  • Auf, auf ihr Brüder, und seid stark! Der Abschiedstag ist da!
    Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791), Kaplied
  • Auf, auf, es ist nicht allzeit fastabend.
  • Auf, auf, sprach der Fuchs zum Hasen, hörst du nicht die Hasen blasen?
  • Auf, der Schinder will die Haut haben!
    Meiningen
    i] Scherzhafter Weckruf.
  • Auf, ihr steifen und verdorrten Leute aus Büros, reißt euch mal zum Wintersporten von den Öfen los.
    Joachim Ringelnatz (1883-1934), Ruf zum Sport
  • Auf, Matrosen, die Anker gelichtet,
    Segel gespannt, den Kompaß gerichtet.
    Wilhelm Christoph Gerhard (1780-1858), Maskenkalender, Matrose
  • Auf, sprach der Fuchs zum Hasen, hörst du nicht den Jäger blasen?
    Danzig
  • Auf- und abrennen.
    es] Correr arriba y abajo.
  • AUF.
    it] Abbreviazione di ad usum fabricae o ad Urbis fabricam.
  • Auf/hinter dem Mond leben.
  • Auf/in Nummer sicher sein/sitzen.
  • Auf/unter den Nägeln brennen.
  • Auf
    Glaube Liebe Hoffnung
    ruht des Gottbegünstigten Menschen
    Religion Kunst Wissenschaft
    diese nähren und befriedigen
    das Bedürfnis
    anzubeten hervorzubringen zu schauen
    alle drei sind eins
    von Anfang und am Ende
    Wenn gleich in der Mitte getrennt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an K. E. Schubarth, 21.4.1819
  • Aufbabbalta Schloßabua.
  • Aufbewahren für alle Zeit!
    geflügeltes Wort
  • Aufbrechen nach.
    en] To start for.
  • Aufeinander/auf jemanden zugehen.
  • Aufeinandersitzen wie d' Hüsläus.
    Ulm
  • Aufenthalt im fremden Land mehrt und kräftigt den Verstand.
  • Aufer mothonem a remo.
    de] Entferne den Zügellosen vom Ruder
  • Aufer te hinc.
    de] Verschwinde von hier, geh weg.
  • Aufer te in malam rem.
  • Auferat hora duos eadem.
    en] Let the same hour take us both.
  • Auferre, trucidare, rapere, falsis nominibus imperium, atque ubi solitudinem faciunt, pacem appellant.
    it] Rubano, massacrano, rapinano, e con falso nome lo chiamano impero (= nuovo ordine) e laddove creano desolazione, quella chiamano pace.
  • Auferri et illud, quod dari potuit, potest.
    Publilius Syrus, Sententiae falso inter publilianas receptae
  • Auferstanden aus Ruinen.
    geflügeltes Wort
  • Auferstehn, ja auferstehn wirst du,
    Mein Staub nach kurzer Ruh',
    Unsterblich Leben
    Wird, der dich schuf, dir geben,
    HalIeIuja!
    Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), Geistliche Lieder (1758), Auferstehung; Melodie von Karl Heinr. Graun (1758) u. Choralmelodie von Phil. Emanuel Bach
  • Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen (Wiedergeburt) ist unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe.
  • Aufert vim praesentibus malis, qui futura prospexit.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Ad Marciam de consolatione
    de] Wer künftige Übel vorausgesehen hat, nimmt den gegenwärtigen ihre Härte.
  • Auff Barnabe die Sonne weicht, auff Lucia sie wieder zu uns schleicht.
  • Auff dem eyse ist nicht gut gehen, denn es hat keine balcken.
  • Auff den bruch gewonnen, auff dem Meer entrunnen.
  • Auff der armen braut verlöbnuss trinket der schenck erst.
    nl] Ter armer bruloft drinct die schenker voor.
    la] Dum pauper dotat, primum pincernula potat.
  • Auff die bahn bringen.
  • Auff die brach schlagen.
  • Auff die Pyren (Birnen) thu einen Trunk, Nüsse sind wider Gifft gesund; Pyren ohn Wein seyn Gifftes voll, kocht man sie, es vergeht jhn wol, rohe beschwern sie den Magen, nach Oepffeln thu den Bauch entladen.
    la] Adde potum pyro, nux est medicina veneno, sic coquis antidotum pyra sunt, sed cruda venenum. Cruda granant stomachum, retenant pyra cocta granatum. Post pyra da potum, post pomum vade cacatum.
  • Auff die Wunden JESU.
    Jch seh die Wunden an als offne Himmelspforten /
    Und kan nunmehr hinein an fünff gewissen orten.
    Wo komm ich aber straks bey meinem GOtt zustehn?
    Jch wil durch Füß und Händ' ins Hertz der Liebe gehn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Vierdtes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 46
  • Auff dieser Erd ist bessere nicht dann Fried vnd gut Gerücht.
  • Auff Ehr leihet niemand ein Kreutzer.
  • Auff eilen folgt jrrthumb vnd rew.
  • Auff ein ey gehört ein trunck vnnd auff einn apffel ein sprung.
    fr] On boit sur un oeuf comme sur un boeuf.
  • Auff ein guten bissen schmeckt (gehört) ein guter trunck.
    ndt] Uf an gûden Bissen gehürt a gûder Trunk.
    dk] Hvo som vel eder, han skal vel drikke.
    fr] Après un bon morceau, il faut boire un bon coup.
  • Auff ein vngewiss anzeigen gehört ein vngewiss antwort.
  • Auff ein Wolfenen Braten gehöret eine Hündene seltz.
  • Auff einem vollen bauch steht ein tölpischer (unbesonnener) Kopf.
  • Auff einen eisernen amboss gehört ein eiserner Hammer.
    zit] Eines bist du dem Leben schuldig: Handle oder bleib im Recht; bist du Amboss, sei geduldig, bist du Hammer, schlage zu!
    la] Incudi ferreae, malleus ferreus.
  • Auff jenseit dem berg findet man auch leüt.
  • Auff niemand ist zu bawen, zu glauben noch zu trauen.
  • Auff sant Blasius pferdt reiten.
  • Auff sieben Dinge man keinen Glauben setzen soll: auff ein tückisch schleichend Hund, vnd an ein vil geschwätzig Mund, vnd an ein vngetrewen Herrn, vnd an einen, der vil erfahren, Eim, der inn Todesnöten leit, der Keinem helt Glauben, Trew vnd warheit.
  • Auff solche Braten gehören solche saltzen.
  • Auff vngelegte eyer ist vngewiss hoffen.
  • Auff ware beicht folgt ein warer Spruch.
  • Auff, auff, es ist nicht allzeit fastabend.
  • Auffgerupffter (vorgeworfener) Dienst ist verwust.
  • Auffm grunde fischen.
  • Aufgabe der Erziehung wäre es, den metaphysischen Hunger des Menschen durch Mitteilung von Tatsachen in weisem Maß zu stillen, statt ihn durch Märchen, was ja die Dogmen sind, zu betrügen.
    Arthur Schnitzler (1862-1931), Zurückgelegte Sprüche
  • Aufgabe der Lehrer ist es, für alles Einzelne die Ursachen anzugeben.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Älteste Metaphysik
  • Aufgabe der Prosa ist, etwas zu sagen; die Dummköpfe aber bilden sich ein, dass der Reim der einzige Zweck der Poesie ist, und sobald ihre Verse die erforderliche Anzahl von Füßen haben, denken sie, dass man nun, nachdem sie so viel Mühe daran verwendet haben, sich auch ebensoviele Mühe geben müsse, sie zu lesen.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Réflexions et maximes
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