DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf die lange Bank.
  • Auf die Länge drückt auch ein Strohhahn.
  • Auf die Länge gefällt nur die Gesellschaft solcher Personen, in deren Achtung immer mehr zu steigen uns wichtig oder angenehm ist. Deshalb sollten die Frauen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Gesellschaft nach kurzer Zeit an Reiz verliere, sich bemühen, so zu werden, dass es stets ein erstrebenswertes Ziel bleibt, ihre Achtung zu genießen.
    Giacomo Leopardi (1798-1837), Gedanken
  • Auf die Länge habe ich wohl erfahren, gewinnt bei einem guten Manne gewiss, wenn man aufrichtig bei ihm gewinnen will.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), an Nicolai
  • Auf die leichte Achsel nehmen.
    ndt] uff d' leischt Achsel nemme (Kurpfalz)
  • Auf die leichte Schulter nehmen.
    en] To treat lightly.
  • Auf die letzte Anklage, nämlich wider die Gerechtigkeit des Weltrichters, wird geantwortet: Dass das Vorgeben von der Straflosigkeit der Lasterhaften in der Welt keinen Grund habe; weil jedes Verbrechen, seiner Natur gemäß, schon hier die ihm angemessene Strafe bei sich führe, indem die innern Vorwürfe des Gewissens den Lasterhaften ärger noch als Furien plagen. Allein in diesem Urteile liegt offenbar ein Missverstand. Denn der tugendhafte Mann leiht hiebei dem Lasterhaften seinen Gemütscharakter, nämlich die Gewissenhaftigkeit in ihrer ganzen Strenge ...
    Immanuel Kant (1724-1804), Über das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee
  • Auf die Lichter geben/hauen.
  • Auf die Liebe von Fremden ist kein Verlass.
    la] Certus in hospitibus non est amor.
  • Auf die mageren Pferde setzen sich die Fliegen.
    fr] A cheval maigre vont les mouches.
    fr] Aux chevaux maigres vont le mouches.
    nl] Op de magerste paarden vallen de meeste vliegen.
    it] A caval magro vanno le mosche.
  • Auf die magern Pferde setzen sich die meisten Mücken.
    Ostpreußen
    i] Die Armen und Unglücklichen haben am meisten unter böswilligen Anschlägen zu leiden.
  • Auf die Martinsgans warten.
    nl] Hij wacht op Sint Maartens gans.
  • Auf die Masse soll und muss jeder Dichter wirken, mit der Masse nicht.
    Franz Grillparzer (1791-1872), Historische und politische Studien
  • Auf die Milchzeit der Stiere warten.
  • Auf die Milchzeit der Stiere warten.
    Russland
  • Auf die Mütze kriegen/geben.
  • Auf die Nachkommen muss man doch auch etwas rechnen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an K. F. v. Reinhard, 28.8.1807
  • Auf die nächste Bauernkirmes.
    nl] Al weêr op eene andere boeren-kermes.
  • Auf die Nacht tut man den Laden zu.
  • Auf die Nadel folgt sehr wahrscheinlich der Faden.
  • Auf die Nase binden/fallen/fliegen.
  • Auf die Nase gefallen sein.
    es] Llevarse un chasco./Caerse de nariz.
  • Auf die Neige kommen.
  • Auf die Nerven gehen.
  • Auf die niedern Bäumlein steigt man, auf die höhern will sich niemand wagen.
  • Auf die Nüsse gehen.
  • Auf die Palme gehen/bringen.
  • Auf die Palme klettern.
    es] Estar furioso, estar que se sube uno por las paredes./Subirse a lo alto de una palmera.
  • Auf die Pauke hauen will jeder. Aber tragen will sie keiner.
  • Auf die Pauke hauen.
    en] To paint the town red.
  • Auf die Pelle rücken.
  • Auf die Petersilie schlossen (hageln).
    i] Sich an Schwächern reiben, an Ohnmächtigen zum Ritter werden, seine Gelehrsamkeit bei einem unbedeutenden Gegenstande auskramen.
  • Auf die Piste gehen.
  • Auf die Pyren (Birnen) tu einen Trunk, Nüsse sind wider Gifft gesund, Pyren ohn Wein sind Gifftes voll, kocht man sie, es vergeht jhn wol, rohe beschwern sie den Magen, nach Oepffeln thu den Bauch entladen.
    la] Adde potum pyro, nux est medicina veneno, sic coquis antidotum pyra sunt, sed cruda venenum. Cruda granant stomachum, retenant pyra cocta granatum. Post pyra da potum, post pomum vade cacatum.
  • Auf die Ritze hauen.
    Glück haben beim Kartenspiel. Nach dem Volksglauben pflegt ein Spieler, der mit der Fuge der Tischplatte in einer Richtung sitzt, also beim Ausspielen 'auf die Ritze haut', zu gewinnen.
  • Auf die Rockenreise gehen.
    Oberösterreich
    i] Um sich die Langeweile beim Spinnen zu vertreiben, kamen einst nicht selten die Mädchen aus der Nachbarschaft mit ihren Rocken in einem Hause zusammen; es wurde dabei erzählt, gesungen, auch wohl zuletzt getanzt. Wohl dasselbe, was man in Schlesien 'Lichtenabende' nennt.
  • Auf die Rolle gehen.
  • Auf die Rolle schieben.
    var] Zum Narren (o. besten) halten. - Mit jemandem sein Spiel treiben. - jemanden durch den Kakao ziehen (o. hochnehmen o. aufziehen).
    en] To pull s.o's leg. - To take s.o. for a ride. - To play fast and loose with s.o. - To play games with s.o. - To ake fun (o. sport) of s.o.
    fr] Se payer la tête de qn. - Mettre qn. en boîte. - Faire monter qn. à l'echelle (o. au cocotier) - Se jouer de qn.
    it] Farsi beffe di qd. - Prendere in giro - Prendere per il collo (o. il culo). - Prendere gioco di qd. - Fare a palle con qd.
  • Auf die schiefe Bahn (o. auf Abwege)' geraten.
    en] To go astray. - To get into evil ways. - To go (to the) bad.
    fr] Glisser sur une mauvaise pente. - S'écarter du (o. quitter le) droit chemin.
    it] Essere su una brutta china o. sulla cattiva strada. - Uscire di strada.
  • Auf die schiefe Bahn/Ebene geraten.
  • Auf die Schippe nehmen.
  • Auf die schlanke Linie achten; etwas für die schlanke Linie tun.
  • Auf die Schliche kommen.
  • Auf die Schmerzen gibt Gott das Scherzen.
  • Auf die Schnauze fallen.
  • Auf die Schnelle.
  • Auf die Schnepfenjagd gehen.
    i] In der Absicht, dienstwilligen Mädchen zu begegnen. Berliner Katerstrich.
    nl] Hij jaagt op snippen.
    ndt] Op Schneppejagd goahne.
  • Auf die schönsten Sommertage folgen die größten Gewitter (o. Wetter).
  • Auf die Schwüre der Liebenden (Verliebten) ist nicht viel zu bauen.
    es] Juras del que ama muger, no se han de creer.
  • Auf die Seite sehen, wie eine Gans, die Äpfel sucht.
    zit] Man sagt gemeiniglich: So sieht ein Entrich, eine wilde Ente, mit einem Auge auf das Erdreich, wo die Speise ist, und mit dem andern Aug' an den Himmel, wo der Sperber ist.
  • Auf die Seite, die Hühner wollen pissen.
  • Auf die Sekunde.
    es] Al segundo.
  • Auf die Socken machen.
  • Auf die Sonn folgt kälte und regen, nach freuden muss man trauernd pflegen.
    la] Frigora post soles, post gaudia saepe dolores.
  • Auf die Spindel (ein Weib) kommen.
  • Auf die Spitze treiben.
  • Auf die Sprünge bringen.
  • Auf die Spur kommen.
    zit] Wo er aber auf die Spur kommt, reisst er aus und setzet solchem nach. Also ist es mit uns Menschen, so lange wir den Segen der Tugend oder die Strafe des Lasters nicht riechen, so sind wir langsam zum Guten und lassen uns durch einen kleinen Strick der Eitelkeit aufhalten.
  • Auf die Steer gehen (o. auf der Steer sein).
    i] Damit bezeichnet man in Oberösterreich gewöhnliche Wanderer mancher Handwerker, besonders Schneider, Schuster, Sattler u.a., die in fremden Häusern ihre Arbeit verrichten. In einer Polizeiverordnung vom Jahre 1527 heißt es: 'Handwerker auf dem Gäu, so nicht sesshaft sind, die man Störer nennt.'
  • Auf die Steine gießen.
    zit] Demnach ich nun vor, in und nach der Hochzeit sehr auf die Steine gegossen und stark getrunken.
  • Auf die Steine säen.
    i] Wer seine Kräfte so verwendet, dass er für seine Mühe keinen Lohn erwarten kann.
  • Auf die stille Tour.
  • Auf die Stockzähn' lachen.
    Luzern
    i] Heimlich sich über anderer Unfälle freuen.
    Auf den Stockzähnen lächeln.
    Hinter den Stockzähnen lachen.
  • Auf die Straße fliegen/gehen.
  • Auf die Sünde folgt das Übel wie die Träne auf die Zwiebel.
    bm] Za hřichy muky, a za kráde? býkovec.
  • Auf die Tränendrüse drücken.
  • Auf die Tube drücken - Gas geben.
    en] to step on it.
    fr] appuyer sur le champignon - mettre toute la gomme.
    it] dare gas - premere sull'acceleratore
  • Auf die übermütige Fastnacht folgt die traurige Aschermittwoch.
    es] Alegrías, antruejo, que mañana serás ceniza.
  • Auf die Undankbarkeit folget Unverschämigkeit.
    la] Ingratitudinis comes est impudicitia.
  • Auf die Wanderschaft gehen.
    es] Ir a ver mundo.
  • Auf die Weibermühle gehen (bringen), wo man alte Weiber jung macht, oder die bösen Weiber umgemahlen werden.
    bm] Kolodĕje, kde se zlé?eny anebo staré panny přemilají.
  • Auf die weiche Tour.
  • Auf die Wiege folgt das Grab.
    bm] Co kolébka kolébala, to motyka zakopala.
  • Auf die Winterpfingsten.
    Franken
    i] Auf den Nimmerstag wird's geschehen, werde ich's tun.
  • Auf die Wolfshaut trinken.
    i] Ausgaben auf Rechnung solcher Dinge machen, die man noch gar nicht besitzt; in Hoffnung auf eine Erbschaft flott leben; sein Gut verschleudern; auch das Arbeitslohn vertun, ehe die Arbeit getan ist.
    bm] Je?tĕ vlka nezabili a u? mu na ků?i pili.
    bm] Není zisk na medvĕdí ků?i píti.
  • Auf die Worte kommt's nicht an, (die) Tat macht den Mann.
    bm] Nehled' na řeč, ale na vĕc.
  • Auf die Wunde der Menschenplagen soll man kein Pflaster legen.
    zit] Weistu nicht, dass der, welcher an einer Schlangen Barmherzigkeit übet, den Menschenkindern unbillig und beschwerlich fällt?
  • Auf die Würde kommt die Bürde.
    la] Fructus honos oneris, fructus honoris onus.
  • Auf die Zählau kommen.
    i] Die Zählau ist ein bei Friedland (Ostpreußen) gelegener großer Bruch, den der dortige Volksglaube zu einem Aufenthaltsorte für alte, besonders ihres hoffärtigen Wesens wegen unverheiratete Jungfern bestimmt. Man ruft dort jungen Mädchen, welche wiederholt Freier zurückwiesen, warnend zu: Du wirst auf die Zählau kommen.
  • Auf die Zehen treten können uns nur Menschen, die uns nahe genug stehen.
  • Auf die Zunge lege den Zucker, das Messer setze an den Nackenwirbel.
  • Auf die/zur Welt kommen.
  • Auf diejenigen muss man nicht hören, die zu sagen pflegen 'Volkes Stimme ist Gottes Stimme', da die Lärmsucht des Pöbels immer dem Wahnsinn sehr nahe kommt.
    Alkuin (735-804)
  • Auf dies Häflein gehört solch Decklein.
    zit] Auff das haffelin gehört das Deckelin.
  • Auf diese Weise wäret ihr Frauen wohl unüberwindlich [ ... ]: erst verständig, dass man nicht widersprechen kann, liebevoll, dass man sich gern hingibt, gefühlvoll, dass man euch nicht weh tun mag, ahnungsvoll, dass man erschrickt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften I,1
  • Auf diese Weise.
    en] By this means.
  • Auf dieselbe Art, wie wir unser Denkorgan in beliebige Bewegung setzen, seine Bewegung beliebig modifizieren, dieselbe und ihre Produkte beobachten und mannigfaltig ausdrücken - auf dieselbe Art, wie wir die Bewegungen des Denkorgans zur Sprache bringen, wie wir sie in Gebärden äußern, in Handlungen ausprägen, wie wir uns überhaupt willkürlich bewegen und aufhalten, unsre Bewegungen vereinigen und vereinzeln, auf eben dieselbe Art müssen wir auch die innern Organe unsers Körpers bewegen, hemmen, vereinigen und vereinzeln lernen. Unser ganzer Körper ist schlechterdings fähig, vom Geist in beliebige Bewegung gesetzt zu werden. Die Wirkungen der Furcht, des Schreckens, der Traurigkeit, des Zorns, des Neides, der Scham, der Freude, der Phantasie etc. sind Indikationen genug. Überdem aber hat man genugsam Beispiele von Menschen, die eine willkürliche Herrschaft über einzelne, gewöhnlich der Willkür entzogene Teile ihres Körpers erlangt haben. Dann wird jeder sein eigner Arzt sein, und sich ein vollständiges, sichres und genaues Gefühl seines Körpers erwerben können, dann wird der Mensch erst wahrhaft unabhängig von der Natur, vielleicht im Stande sogar sein, verlorne Glieder zu restaurieren, sich bloß durch seinen Willen zu töten und dadurch erst wahre Aufschlüsse über Körper, Seele, Welt, Leben, Tod und Geisterwelt zu erlangen. Es wird vielleicht nur von ihm dann abhängen, einen Stoff zu beseelen. Er wird seine Sinne zwingen, ihm die Gestalt zu produzieren, die er verlangt, und im eigentlichsten Sinn in seiner Welt leben können. Dann wird er vermögend sein, sich von seinem Körper zu trennen, wenn er es für gut findet; er wird sehn, hören und fühlen, was, wie und in welcher Verbindung er will.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800
  • Auf diesem beweglichen Erdball ist doch nur in der wahren Liebe, der Wohltätigkeit und den Wissenschaften die einzige Freude und Ruhe.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 6.12.1781
  • Auf diesem Flur ist nichts zu fegen.
    nl] Daar valt niet te vegen dan de vloer.
  • Auf diesem Ohr hört er nicht (o. schlecht)
    en] he's deaf to that
    fr] il n'entend pas de cette oreille
    it] da quest'orecchio non ci sente
  • Auf diesem Platze ist ein Hund verreckt.
    i] Redensart beim Kartenspiel.
  • Auf diesem reinen, echt deutschen Eichenblatt saß ein französischer Gallapfel, den ein überrheinisches Insekt dahin gestochen hatte.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Auf diesem/dem Ohr bin ich taub!
  • Auf diesen Knochen kommen zu viel Hunde.
    i] Wenn wenig unter sehr viele verteilt werden soll.
  • Auf diesen Kompass kann man sich nicht verlassen.
    nl] Op dat kompas kan men de wereld niet ingaan.
  • Auf diesen Kompass kann man sicher fahren.
    i] Von gutem Rat.
  • Auf diesen Kopf gehört eine saubere Lauge.
  • Auf diesen streich gehen noch viel stück.
    zit] Als die Christlich Klöstercolätzlein, wenn der Herr Apt Würffel auflegt und sich der Culullus regt.
  • Auf diesen Topf passt dieser Deckel.
    nl] Op dit potje dient zulk een dekseltje.
  • Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell IV, 3
  • Auf dieser Erd ist bessere nicht dann Fried und gut Gerücht.
  • Auf dieser Erde, in dieser Zeit, in diesem Leib das Höchste leisten, das wird auch Gott wohlgefällig sein.
    Jakob Bosshart (1862-1924), Bausteine zu Leben und Zeit
  • Auf dieser Hochzeit hat man mit Klößen geladen und mit Bratwurst geschossen.
    Meiningen
    i] Es war alles vollauf da.
  • Auf dieser Welt halte ich zwei Beschäftigungen für besonders nutzlos: Laubsägearbeiten und die Fotografie.
    Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), Briefe (6. Februar 1893)
  • Auf dieser Welt muss man bald sterben oder geduldig leben.
  • Auf dieser Welt musst du nicht nach großem Erfolg streben - keine Fehler begangen haben, das ist schon ein Erfolg.
  • Auf dieser Welt soll man jedoch alles ansehen; alles ist des Ansehens wert, jede Straße und jeder Mensch, jede Sache, ob nun arm oder berühmt.
    Karel Čapek (1890-1938), Italienische Briefe
  • Auf dieser Wiese wachsen keine andern Blumen.
  • Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind,
    Muss auch kein Blick zurück mehr fallen! Was
    Getan ist, ist getan und bleibt's.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Macbeth III, 5
  • Auf dir ruht unsere ganze Hoffnung.
    la] In te spes omnis nobis sita est.
  • Auf Disteln wachsen keine Feigen.
    i] Die Sünde hat keine segnende Kraft, sie kann nur strafen.
  • Auf Doktor Faust's Mantel reiten.
  • Auf Donner folgt (gern) Regen.
  • Auf Doppelspiel muss man Leib, Gut und alles wagen.
    i] Dies Sprichwort hatte man noch im 17. Jahrhundert trotz der gesetzlichen Bestimmungen, der Spieler solle nur das verlieren, was er zum Spiele bringe, und selbst dies nicht vollständig, weil man wegen Spielschulden niemand weiter als bis aufs Hemd pfänden solle und namentlich nicht verwetten solle, was ihm Gott anerschaffen hat.
  • Auf Dornen gehen (sitzen).
    i] Stets Hindernissen begegnen, mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
    fr] Il est (marche) sur des épines.
  • Auf Dornenpfaden muss man nicht barfuß gehen.
    la] Inter spinas calceatus.
  • Auf dr blaua Doona schwimmt a Grogadil,
    d Mottr will es fanga mit am Bäasaschdiel.
    Dr Bäasaschdiel isch z kurz
    und d Mottr losst en Furz.
  • Auf Draht gezogen.
  • Auf Draht sein (wachsam und tüchtig sein)
    en] to be an o's toes - to be at the ball (o. at the beam)
    fr] savoir saisir son occasion
    it] essere in gamba
  • Auf drei Dinge achte nicht schlecht, auf deinen Pflug, dein Buch und dein Recht.
  • Auf drei Dinge kann man sich selten ganz verlassen: auf ein Pferd, ein Weib, ein Schwert.
  • Auf drei Dingen ruht kein Segen: auf Gewogenem, Gemessenem und Gezähltem.
  • Auf drei Dingen stehet die Welt: auf Gesetz, auf Gottesverehrung und auf Mildtätigkeit.
    i] Der Denkspruch oder das Motto Simons des Gerechten, des letzten und einzigen Schriftgelehrten, deren Namen, ausser Esra - Nehemia, dem mutmaßlichen Stifter derselben, auf uns gekommen ist.
  • Auf drei Nebel folgt ein Regen.
    it] Alle tre nebbie acqua.
  • Auf dreierlei muss man jeden aufmerksam machen: sich des Weins zu enthalten, sich vor der Wollust zu hüten und kein Geld aufs Spiel zu setzen.
  • Auf du/Du und du/Du mit jemandem/etwas.
  • Auf dumme Worte taube Ohren.
    es] A palabras necias, oídos sordos.
  • Auf Dummenfang
    la] ad captandum vulgus a.
  • Auf dünnem Eis haben alle die gleiche Stärke.
  • Auf dünnem Eis.
    en] On thin ice.
  • Auf Ebbe folgt Flut.
    nl] Na de ebbe komt de vloed en de vrienden met het goed.
  • Auf ebenem Boden ist leicht laufen.
    la] Facile est ventis dare vela secundis.
  • Auf ebenem weg soll man keine Hügel suchen.
    i] Gegen die Querelmacher. Keinen Anlass zum Streit.
  • Auf ebenem Wege stolpern.
    fr] Chopper en plain chemin.
    la] Plura offendere via.
  • Auf ebener Straße wirft ein kleiner Stein die Fuhre um.
    Estland
  • Auf ebnem Boden straucheln ist ein Scherz,
    Ein Fehltritt stürzt vom Gipfel dich hinab.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die natürliche Tochter, IV, 2 (Gerichtsrat)
  • Auf Ehr' leiht niemand einen Kreuzer.
  • Auf Ehre machen die großen Männer am meisten Anspruch, und zwar mit Recht.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Nikomachische Ethik
  • Auf Ehre und Gewissen.
  • Auf ehrenfeste Sitten geb ich viel und fröne dem verdammten Würfelspiel.
    Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898), Homo sum
  • Auf Eiern gehen und keins zerbrechen.
    i] Von denen, die stets neutral zu bleiben suchen.
    fr] Elle passerait sur des oeufs sans les casser.
  • Auf Eiern muss man behutsam gehen, es ist bald um ein Küchlein geschehen.
  • Auf Eiern tanzen und mit Weibern umgehen muss gelernt werden sieben Jahr und einen Tag.
  • Auf eigen Rappen ein gut bisslein essen und guten wein trincken, ist unverboten.
    i] Hier eine im 15. Jahrhundert zu Basel und Freiburg entstandene Münze mit einem Rabenkopf, von dem sie den Namen erhalten hat. Es gingen zehn auf einen Rappenbatzen. Ein halber Rappen hieß Rappenheller. Vier Rappen machten ein Rappenschilling, 17 Batzen einen Rappentaler.
  • Auf eigene Art spricht man auch von der Krankheit.
    ee] Tavalesa taudigi räägidä.
  • Auf eigene Faust handeln (wagen u.s.w.).
    la] Nostro Marte. Cicero (106-43 v. Chr.)
    la] Proprio Marte.
  • Auf eigene Faust.
    es] Por propia iniciativa.
  • Auf eigene Gefahr.
    es] Por su cuenta y riesgo.
  • Auf eigene Hand gehen.
    dk] Han gaaer paa sin egen haand, som de store giæslinger.
  • Auf eigene Kappe.
  • Auf eigene moralische Bildung loszuarbeiten, ist das Einfachste und Tunlichste was der Mensch vornehmen kann; der Trieb dazu ist ihm angeboren; er wird durch Menschenverstand und Liebe dazu ins bürgerlichen Leben geleitet, ja gedrängt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV, 16
  • Auf eigene Rechnung handeln.
  • Auf eigene Schuld und Fehler sieh durch die Brille, auf fremde ohne Brille, dann ist alles gut.
    ee] Oma süüd ja viga vaata prillliga, teisel ilma prillita, siis on kõik hea.
  • Auf eigenem Boden darf man nichts errichten, was einem anderen schaden könnte.
    la] Aedificare in proprio solo non licet, quod alteri nocet.
    Rechtssprichwort
  • Auf eigenem Grund und Boden wird des Meisters Fuß nicht müde.
  • Auf eigenem Grunde baut man am besten.
    i] Man soll sich nach eigenem Urteil richten.
    nl] Op zijn' eigen' grond bouwt men vrijmoedig.
  • Auf eigenem Herde ist gut kochen.
    dk] Egen arne koger bedst.
  • Auf eigenem Sattel reitet man am besten (sicher).
  • Auf eigenem Schlitten fährt sich's am besten.
    bm] Cizími sanĕmi nejezdi.
  • Auf eigenen Füßen stehen.
    es] Ser independiente, arreglárselas solo.
    en] to stand an o's own feet (o. bottom) - to paddle o's own canoe.
    fr] voler de ses propres ailes.
    it] essere indipendente
  • Auf eigenen Schultern tragen.
    la] Humeris sustentare.
  • Auf eigenen Schwingen steigt kein Vogel zu hoch.
  • Auf Eilen folgt Irrtum und Reu'.
  • Auf eim hinkenden Pferd musterig reuten.
  • Auf eim vollen Topf steht ein thummer Kopf.
  • Auf ein altes Hauss und zurissen Dach fliegen keine Tauben.
  • Auf ein ander Kapitel kommen.
    nl] Hij zoekt het op een ander kapittel te brengen.
  • Auf ein astig holtz gehört ein stahlen (starcker) keil.
  • Auf ein Bäcklein küssen gehört nur ein abwischen.
  • Auf ein beschlossen Mund kann man nicht zeugen (o. soll man nicht liegen).
  • Auf ein Birn ein trunk, auf ein Apffel ein sprung.
    i] Franzosen und Spanier fordern nicht bloß einen Trunk, sondern einen Trunk Wein, der erstere mit der Alternative: oder einen Priester.
  • Auf ein bösen Tag gehört ein guter Abend.
    mhd] Den swaeren tag er wohl vertuot, der sich versiht, daz der âbent werde guot.
    dk] Paa en ond dag hører en god aften.
  • Auf ein böses Leben folgt ein böses Ende.
    i] Wer schimpflich gelebt hat, wird nicht ehrlich sterben. (Russland)
    en] He tat lives vickedly, can hardly die honestly.
    en] The end of a dissolute life is commonly a desperate death.
    fr] La mauvaise vie attrait la mauvaise fin.
    la] Dura sunt leonis cubilia.
    la] Flagitiorum turpis exitus.
  • Auf ein buchenes Scheit gehört ein buchener Schlägel.
    Oberösterreich
  • Auf ein Buchenscheit gehört ein Buchenschlägel.
    Oberösterreich
  • Auf ein Ei einen Trunk, auf 'nen Apfel einen Sprung, auf den Trunk einen Salat, ist dem Doktor ein Taler Schad.
    nl] Eet ge een ei, zoo doe een' dronk, eet ge een' appel, doe een' sprong.
    la] Omnibus est notum post ovum sumere potum.
    la] Singula post ova, pocula sume nova.
  • Auf ein Ei gehört ein Trunk,
    Auf den Apfel ein Sprung.
  • Auf ein Eidchen (falschen Eid) kommt's nicht an, man kann es schon verbeten.
  • Auf ein eisern Lager gehört ehern Fleisch.
  • Auf ein Etcetera folgt (o. gehört) eine Ohrfeige.
  • Auf ein ey gehört ein trunck und auff einn apffel ein sprung.
    fr] On boit sur un oeuf comme sur un boeuf.
  • Auf ein faules Pferd setzen sich alle Fliegen.
    fr] A jeune cheval vieux cavalier.
  • Auf ein fressend Pfand muss man nicht leihen.
    fr] De gage qui mange nul ne s'en arrange.
    it] Pegno che mangia, nessuno lo pigli.
  • Auf ein fromm Abendgebet folgt ein glücklicher Morgen.
    dk] Lig blödt, svo södt, tag en pade i favn, glem ey nerrens navn.
  • Auf ein Gansei warten und ein Hühnerei bekommen.
  • Auf ein geschorenes Schaf lässt Gott warmen Wind blasen.
    i] Gott hat Erbarmen.
    en] God tempers the wind to the shorn lamb.
    fr] À brebis tondue, Dieu mesure le vent.
  • Auf ein gewisses Essen ist gut warten.
    Nürtingen
  • Auf ein Glas kommen/gehen (zu jemandem).
    es] Ir/Venir de visita a tomar algo (a casa de alguien).
  • Auf ein Glas zu jemandem kommen/gehen.
    es] Ir/Venir de visita a tomar algo (a casa de alguien).
  • Auf ein grobes Holz gehört ein grober Keil.
  • Auf ein grobes Tuch gehört ein grober Knopf.
  • Auf ein gut Bissel gehört ein gut Tränkel.
  • Auf ein gut Frühstück und eine gute Frau kann man nicht zu lange warten.
  • Auf ein guten bissen schmeckt (gehört) ein guter trunck.
    ndt] Uf an gûden Bissen gehürt a gûder Trunk.
    dk] Hvo som vel eder, han skal vel drikke.
    fr] Après un bon morceau, il faut boire un bon coup.
  • Auf ein guten rausch gehört ein gute ruhe.
    i] Einigen genügen drei Gläser dazu, andere meinen, er entstehe beim vierten Glase, während bessere Zecher auch mit dieser Zahl noch nicht zufrieden sind. Als einmal der Superintendent Chr. Hohnbaum in einer Gesellschaft die Frage aufwarf, was eigentlich ein Rausch sei, schrieb der mit anwesende Dichter Friedrich Rückert (1788-1866) folgende Beantwortung nieder: 'Es ist der Kopf ein Lustgezelt, darin drei Stühle sind gestellt. Das erste Glas tritt ein als Gast, nimmt auf dem ersten Stuhle Rast. Ein zweites Glas kommt hinterdrein und nimmt den zweiten Stuhl sich ein. Wenn nun das dritte kommt zuletzt, so sind die Stühle rings besetzt. Dann kommt ein viert's noch, wie der Blitz, sieht um sich rund, sieht keinen Sitz; und weil es doch nicht stehen kann, so fängt es einen Lärmen an, zerrt an den andern hier und dort und keins will räumen seinen Ort. Da balgen sie sich ritterlich und werfen von den Stühlen sich; und noch ein Glück ist's wenn das Zelt nicht selbst mit übern Haufen fällt.'
    dk] Den drukne tiener sengen best. Paa en god ruus en god ro.
    la] Vino medicina somnus.
  • Auf ein gutes Gericht (Mahl) kann man nicht zu lange warten.
  • Auf ein gutes Leben sieht man gern zurück.
    la] Conscientia bene actae vitae jucundissima est.
  • Auf ein gutes Mahl folgt der Doktor mit der Qual.
  • Auf ein gutes Mahl und eine gute Frau wartet man nicht zu lange.
    dk] Efter god mad og from hustru tøver man ei for længe.
    se] Efter god maat och from hustru töwan man intet för länge.
  • Auf ein Haar schießen (o. treffen).
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