DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf dem Teufel reiten.
    zit] Alle Schwüre muss bereits der Teufel versiegeln und glaubt man, die Wahrheit könne nicht gehen, sie müße auf dem Teufel reiten.
  • Auf dem Theater sollen wir nicht lernen, was dieser oder jener einzelne Mensch getan hat, sondern was ein jeder Mensch von einem gewissen Charakter unter gewissen gegebenen Umständen tun werde.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Hamburgische Dramaturgie
  • Auf dem Tisch liegen.
  • Auf dem Topf sitzen.
  • Auf dem toten Gleis/Abstellgleis sein/stehen.
  • Auf dem Trip sein.
  • Auf dem Trockenen ist gut segeln und gut baden.
  • Auf dem trockenen Lande ist es schwer zu ertrinken.
  • Auf dem Trockenen sitzen.
    i] In Verlegenheit sein. Von Schiffen, die das Fahrwasser verloren haben, entlehnt. So sagen aber auch die Studenten, wenn sie kein Geld haben.
    nl] Hij zit op het drooge.
  • Auf dem Trocknen ist nicht gut fischen.
  • Auf dem Trocknen sitzen.
    es] Estar sin blanca.
  • Auf dem Turf sind alle Menschen gleich, und unter ihm auch.
    England
    i] Turf kann sowohl Rennplatz wie Rasen bedeuten.
  • Auf dem vergifteten Baume der Welt voll bitterer Früchte
    Blühn zwo Blüten, vom Tau himmlischer Güte betaut.
    Dichtung die eine, sie labet den Geist mit Wasser des Lebens;
    Freundschaft die andre, sie stärkt, heilt und erquicket das Herz.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Stimmen der Völker in Liedern (Indisch)
  • Auf dem Vormarsch sein.
  • Auf dem Wagen vorn, auf dem Schiff hinten.
  • Auf dem Weg der Freundschaft soll/lasse man kein Gras wachsen lassen.
    fr] Il ne faut pas laisser croître l'herbe sur le chemin de l'amitié.
  • Auf dem Weg durchs Leben kann man den Wind nicht immer im Rücken haben.
  • Auf dem Weg hinaus ist die Straße rau; bei der Rückkehr glatt.
  • Auf dem Weg nach oben sollte man sich hin und wieder umdrehen und vergewissern, ob noch jemand folgt.
  • Auf dem Weg nach Rom führe kein hinkendes Maultier und keine volle Börse mit dir.
    es] Camino de Roma, ni mula coja, ni bolsa floja.
  • Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.
  • Auf dem Weg zum Herrgott fressen dich die Heiligen.
    Rumänien
  • Auf dem Weg zur Hölle werden Sünden gesammelt.
  • Auf dem Weg zur Unterwelt gibt es keinen König.
  • Auf dem Weg, auf dem man zu sich kommt, steht auch noch ein lästiges Spalier von Neugierigen, die wissen möchten, wie es dort aussieht.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Nachts
  • Auf dem Weg, den viele gehen, wächst kein Gras.
  • Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben; aber böser Weg führt zum Tode.
  • Auf dem Wege der Marxschen Theorie fortschreitend, werden wir uns der objektiven Wahrheit mehr und mehr nähern (ohne sie jemals zu erschöpfen); auf jedem anderen Wege aber können wir zu nichts anderem gelangen als zu Konfusion und Unwahrheit.
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Materialismus und Empiriokritizismus
  • Auf dem Wege schultert man die Bürde.
    i] Wenn man nur erst Hand an die Sache gelegt hat, so kann man während der Ausführung noch manches daran verbessern. Einmal begonnen, lässt sich alles leichter vollbringen.
    it] Per camino s'acconciano le some.
  • Auf dem Wege sieht man, ob man gut gepackt hat.
  • Auf dem Wege zu den Gelben Quellen gibt es weder Alte noch Junge.
    i] Gelbe Quellen bezeichnen das Totenreich.
  • Auf dem Wege zum Heile steht: Wanderer, eile!
  • Auf dem Wege zum Himmel muss man sich biegen und schmiegen.
    nl] De weg naar den hemel is zoo naauw, dat het hemd nog uit moet.
  • Auf dem Wege, den viele gehen, wächst kein Gras.
  • Auf dem Wege/Weg der Besserung sein.
  • Auf dem weichen Polster sitzen.
    i] Gute Tage haben.
    zit] Gott will nicht, dass wir alle Tage auf dem weichen Polster sitzen.
  • Auf dem wiener Portale stehen nur Vokale.
    i] Über dem Portale der Burg stehen nämlich die Buchstaben A.E.I.O.V. (U); und jeder kann sich nun nach Belieben einen Vers dazu machen. Es gibt deren auch bereits eine Menge, die vorherrschend von viel Selbstgefühl Zeugnis geben, doch mit den wirklichen Verhältnisen wenig im Einklang stehen, z.B.: Alles Erdreich Ist Österreich Unterthan. Aller Ehren Ist Österreich Voll. Austriae Est Imperare Orbi Universo (Österreich gehört der Welt Herrschaft). Austria Erit In Orbi Ultima (Bis zuletzt wird Österreich auf Erden sein). Austriaci Erunt Imperatores Orbis Ultimi (Die letzten Kaiser der Erde werden die österreichischen sein).
  • Auf dem wohlfeilsten Markte kaufen.
    i] Von wertlosen Sachen sagt man, sie sind auf dem 'wohlfeilsten Markte' gekauft.
  • Auf dem Wunderstuhl (Präsentierteller) sitzen.
    zit] Auf dem Wunderstuhl sitzen ist eigentlich ein beliebtes Gesellschaftsspiel.
  • Auf dem zahn ausgohn.
    zit] Der mag wohl seyn ein thorecht man, der nicht waiss auf welchem zan sein eigen sach müg aussher gan.
  • Auf dem Zahnfleisch gehen/kriechen/laufen.
    i] Wenn jemand die Sohlen von den Schuhen verloren hat oder verliert.
    nl] Hij loopt op zijn tandvleesch.
  • Auf dem Zaune reiten.
    i] In Nordamerika soviel, als in politischen Dingen sich neutral halten.
  • Auf dem, der unterliegt (o. unten liegt), soll man nicht sitzen.
    pl] Nie goń tego co sam ucieka.
  • Auf dem, der unterliegt, soll man nicht sitzen.
  • Auf dem/diesem Ohr schlecht hören.
  • Auf demselben Esel reiten.
  • Auf demselben Mist können nicht zwei Hähne krähen.
  • Auf den (absoluten) Nullpunkt sinken; den (absoluten) Nullpunkt erreichen.
  • Auf den (richtigen) Trichter kommen.
  • Auf den Aalfang gehen.
    i] Von denen, die ihres eigenen Nutzens wegen Zwietracht und Aufruhr erregen. - Wenn das Wasser still ist, fangen die Aalfischer nichts, erst wenn es tüchtig gerührt wird.
    »Alss man nicht lichtlich die Ale venge, men hebbe dan tho vorn dat Water gewlomet.« (Wlomen, jetzt flöwen = trüben.)
  • Auf den Abend soll man den Tag loben.
    la] A solis occasu, non abortu, describe diem. - Diem vesper commendat.
  • Auf den absoluten Nullpunkt sinken.
  • Auf den alten Kaiser beten.
    zit] So bat (betete) ich weder umb das Zeitliche noch ewige, sondern betete auf den alten Kaiser hinein wie ein viehe.
  • Auf den alten Kaiser borgen (o. zechen, zehren).
    i] Ohne an das Bezahlen zu denken.
    fr] Emprunter pour ne pas rendre.
    fr] Manger et boire à bon compte.
  • Auf den alten Kaiser dahinleben.
    zit] Jetzt glaub' ich erst recht, dass er ein kühnes Soldatenherz habe, sein Leben wacker dranzuwagen, weil er gleichsam ohne Religion und Gottesdienst auf den alten Kaiser hinein dahinleben und seine Seligkeit in die Schanz schlagen darf.
    fr] Vivre au jour la journée.
  • Auf den alten Kaiser heiraten.
    zit] Ein jeglicher Rotz- und Bettelbub, ein jeglicher armer Tagewerker muss ein Weib haben; sie heurathen auf den alten Kaiser hinein.
  • Auf den alten Kaiser hinein stehlen.
  • Auf den alten Kaiser sündigen.
    i] Ohne an Strafe und Bezahlung zu denken. Wenn ein Regierungswechsel in Aussicht steht, ist die Verwaltung in der Regel schlaff. Der neue Kaiser pflegte beim Antritt seiner Regierung eine Amnestie zu erlassen, auf deren Rechnung man sich manches erlaubte.
  • Auf den alten Kaiser warten.
    ndt] Uf da alta Kaiser warta.
    Auf jemand warten, der nicht mehr kommt, oder auf etwas, für dessen Kommen es an jedem Grunde fehlt. Es scheint, als sei diese schwäbische auf den alten Kaiser bezüglichen Redensarten aus dem Glauben an die Wiederkehr des alten Kaisers Friedrich entsprungen.
  • Auf den alten Mann bauen, ist misslich.
  • Auf den Altenteil gehen.
    i] Ins Ausgedinge, sich von der öffentlichen Tätigkeit zurückziehen.
  • Auf den Arm nehmen.
  • Auf den armen Hausmann kommt alles.
  • Auf den Ball gehen.
  • Auf den Bauch fallen.
    es] Fracasar, tener un tropezón./Caer boca abajo, de barriga al suelo.
  • Auf den Bauer den Stock, auf den Adel das Schwert.
    Polen
    i] Die Sprichwörter, die vom Bauer handeln, fordern zum Vergleich des jetzigen Zustandes der ländlichen Bevölkerung mit dem frühern auf, sie schildern, was der Bauer in einem unfreien Zustande gewesen, wie sklavische Verhältnisse den Charakter verderben, sie zeigen, als was man den Bauer betrachtet, wie man über ihn gedacht und wie man ihn behandelt hat. Wenn wir den jetzigen Bauer unter freiern Verhältnissen mit dem frühern Bauer, wie er uns in den Sprichwörtern überliefert wird, vergleichen, so finden wir wol, dass ihm noch ein Rest dessen, was die feudalen Verhältnisse aus ihm gemacht haben, anklebt, allein wir sehen auch, wie vortheilhaft er durch die Freiheit umgebildet ist.
  • Auf den Bäumen fischen wollen.
    nl] Het is kwaad visschen op de boomen.
  • Auf den Befehl von Müttern öffnet sich das Paradies.
    Ägypten
  • Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der Grüfte
    Steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Braut von Messina (1803), Akt IV, Szene 8, Säulenhalle (Chor, Cajetan)
  • Auf den Blocksberg reiten.
    i] Den Hexentanz halten, sich bei einer Hexen- oder Zauberversammlung einfinden.
    fr] Aller (venir) au Labat.
  • Auf den Boden (der Tatsachen/Wirklichkeit) zurückkehren/zurückkommen.
    en] To come down to earth.
  • Auf den Boden sehen, wie die Hexe vor dem Kirchentor.
  • Auf den Brandsohlen gehen.
  • Auf den Bratwürstelsonntag.
    i] So heißt im Volksmunde in Oberösterreich der erste Sonntag im Advent. Es ist alte Sitte, dass zu Mittag Bratwürste auf den Tisch kommen, hier und da pflegen auch die Fleischer ihren Kunden dergleichen zum Geschenk ins Haus zu senden.
  • Auf den bruch gewonnen, auff dem Meer entrunnen.
  • Auf den Busch klopfen.
    i] Auf etwas so raten, als wisse man es schon, durch Fragen etwas herauszulocken suchen, besonders einen Tatbestand, der verheimlicht oder geleugnet wird, oder jemand vorsichtig erst aushorchen, ehe man ihm ein Gesuch vorträgt. Wohl vom Jäger entlehnt, der auf den Busch klopft, um ein Wild aufzujagen. In Franken 'schlöcht' man 'in Busch'.
    fr] Battre les buissons.
  • Auf den Dreh kommen; den richtigen Dreh rauskriegen/herauskriegen.
  • Auf den dritten Ukas warten.
    i] Man glaubt in Russland, wie an vielen andern Orten, genug getan zu haben, wenn etwas anbefohlen worden ist; um die Ausführung kümmert man sich wenig. Man wartet bis es zum zweiten oder dritten mal angeordnet wird.
  • Auf den ehrlosen Block kommen.
    i] In Hamburg hieß der Schandstein der Erlose Block. Es war dies ein Stein neben dem Rathause, auf welchem Verleumder, Ehrabschneider und Pasquillanten stehen, sich selbst dreimal aufs Maul schlagen und Abbitte leisten mussten. Weigerten sie sich des Widerrufs, so ließ man diesen auf sich beruhen, und dafür den Staupbesen als ordentliche Strafe eintreten. Gestäupt wurde z.B. aus diesem Grunde ein Bürger, der am 7. Juli 1653 auf dem ehrlosen Block stand und sich zwar auf das Maul schlug, doch dazu die unerwarteten Worte sprach: Mund, da du das sagtest, weswegen ich hier stehe, da redetest du wahr. Um die Strafe zu erhöhen, wurde während des Vollzugs derselben das Schandglöckchen geläutet. Noch zu Anfange dieses Jahrhunderts fanden in Hamburg Bestrafungen zum ehrlosen Block statt.
  • Auf den Erbsensack knien müssen.
  • Auf den Erich gehen.
  • Auf den ersten besten Zopf anbeißen.
    i] Sich leicht täuschen, anführen lassen.
  • Auf den ersten Blick.
    en] At first blush /sight.
  • Auf den ersten Hieb (o. Streich) fällt kein Baum.
    fr] Au premier coup ne tombe (o. choit) pas l'arbre.
  • Auf den ersten sichern Blick kommt alles an, das übrige gibt sich ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 29.12.1786
  • Auf den Esel sitzen vnd denselben suchen.
  • Auf den esel sitzen.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Auf den fahrenden Zug aufspringen.
  • Auf den Federball gehen.
  • Auf den Fersen sein/bleiben.
  • Auf den Fischmarkt früh, in die Fleischbank spät.
    Italien
  • Auf den französischen (hier: leichtsinnigen) Wandel folgt das spanische Rohr.
  • Auf den freundschaftlichen Inseln führen die Leute beständig Krieg und fressen einander sogar. So sehr verträgt sich auch hier Artigkeit gegen Gäste mit häuslicher Abscheuligkeit. (Muß umgekehrt werden)
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799
  • Auf den Frühling folgt der Sommer.
    Abraham a Sancta Clara, Parömiakon
  • Auf den Fürzen des Zaren reiten.
    Russland
  • Auf den Füßen sein wie eine Gans.
    i] Sehr wackelig einhergehen.
  • Auf den Fußspitzen herumschleichen.
    i] Heimlich und sehr vorsichtig etwas tun, Geräusch und Aufsehen vermeidend.
  • Auf den Geist muss man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper, wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Fragmente
  • Auf den Geiz wuchern.
    Niederlausitz
    i] Wenn jemand eine Zigarre so kurz abraucht, dass ihm das Feuer in den Mund zu kommen droht.
  • Auf den Gekränkten fällt im Munde der Leute
    Das Unrecht, wie gewöhnlich.
    Dante Alighieri (1265-1321), Paradies, XVII, 52
  • Auf den Geldbeutel und ein junges Mädchen muss man ein wachsames Auge haben.
  • Auf den Geschmack kommen/gekommen sein.
    es] Cogerle gusto a algo.
  • Auf den glogauischen Brand betteln.
    i] Großglogau hat mehrere beträchtliche Brände erlitten. Man machte früher sehr häufig Volkslieder auf dergleichen Unglücksfälle. Die Melodien derselben waren natürlich traurig und jammernd. Man will daher mit der obigen Redensart einen klagenden, die Ohren nicht erquickenden Gesang bezeichnen.
  • Auf den Gräbern wachsen die schönsten Rosen.
  • Auf den Grabstein S. Francisci.
    Hier ligt ein Seraphin/mich wundert wie der Stein /
    Bey solchem Flammen-Feur noch gantz kan blieben seyn!
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 47
  • Auf den großen Haufen scheißen.
  • Auf den größten Schiffen sind die meisten Mäuse.
  • Auf den Grund der Dinge sehen heißt, ein und dieselbe Sache sehen.
  • Auf den Grund gehen.
    i] Etwas gründlich untersuchen oder betreiben.
  • Auf den guten Kopf paßt auch eine zerrissene Pelzmütze.
    Rumänien
  • Auf den hab ich einen Zahn.
    i] In feindlichem Sinne: er hat mich beleidigt, ich hasse ihn, ich habe ein Hühnchen mit ihm zu pflücken.
  • Auf den Hadermarkt gehen.
  • Auf den Hals kommen.
    zit] Wie es nun also überbund hergieng, kam indessen die gantze Kriegslast dem Churfürsten von Sachsen auff den Halss.
  • Auf den Hals treten (o. schlagen) oder auf den Nacken ist eins.
    nl] Het is al een, sla mij aan den nek of aan den hals.
  • Auf den Hefen sitzen.
    i] Sehr heruntergekommen sein.
    fr] Il est bien bas, est bas percé.
  • Auf den heiligen Joseph überhaupt haben es die Künstler abgesehen. Die Byzantiner, denen man nicht nachsagen kann, dass sie überflüssigen Humor anbrächten, stellen doch bei der Geburt den Heiligen immer verdrießlich vor.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 64
  • Auf den hellsten Tag folgt eine dunkle Nacht.
  • Auf den Herkules schelten, kann nicht viel gelten.
    la] Frustra Herculi.
  • Auf den höchsten Bergen wachsen keine Eichen mehr.
  • Auf den Höhen ist es wärmer, als man in den Tälern meint, namentlich im Winter. Der Denker weiß, was all dies Gleichnis besagt.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Menschliches, Allzumenschliches
  • Auf den Hund bringen.
    i] Unglücklich machen.
  • Auf den Hund kommen.
    i] Um das Herabkommen eines Menschen in seinen Vermögensverhältnissen zu bezeichnen.
  • Auf den Jüngsten Tag vertrösten.
  • Auf den Jüngsten Tag wird eine Grafschaft so viel gelten als ein Fürstentum.
  • Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestahn (bestehen):
    nicht zu nass und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nicht zu schwül.
  • Auf den Kamm beißen.
  • Auf den kann man Häuser bauen.
    i] Um großes Vertrauen auszudrücken.
  • Auf den Kässonntag.
    i] Diese Bezeichnung führt, namentlich in Tirol, der erste Sonntag in der Fasten, Invocavit. An diesem Sonntage fand in verschiedenen Ortschaften ein Fastenmarkt statt, an dem sich die Leute mit Fastenware, zu denen der Käse gehörte, versorgten. Später wurde dieser Markt und wird im Bezirksamt Meran noch jetzt am Sonnabend vor Invocavit abgehalten, der deshalb auch Kässamstag heißt.
  • Auf den Katerstieg gehen.
  • Auf den Keks gehen.
  • Auf den Kerbstock lossündigen.
    ndt] Up de Karvstock löss sündigen.
  • Auf den Kern gehört der Stern.
    i] Anerkennung dem, der sie verdient, dem Würdigen.
  • Auf den Kirchhof kommt man immer noch zu früh.
    dk] Ondt at komme ind hvor alle komme grædende ud.
  • Auf den Kopf geben (bezahlen, fallen, geloben, kehren, nehmen, vergelten).
    zit] Alles Übel der Männer Sichem vergalt ihnen Gott auf ihren Kopf.
    zit] Und der Herr ihm bezahle sein Blut auf seinen Kopf. 1 Kön. 2, 32
    zit] Es (das Blut) falle aber auf den Kopf Joab. 2 Sam. 3, 29
    zit] Kehre ihre Schmach auf ihren Kopf.
    zit] Lügen haben wir (mit unserm Mönchsgelübde) oder wie die Deutschen reden, den Teufel und das höllische Feuer auf unsern Kopf gelobt.
    Martin Luther (1483-1546)
    zit] Ich nehme die Verantwortung auf meinen Kopf.
  • Auf den Kopf gefallen sein.
    i] Um zu sagen: geistig beschränkt, dumm sein, kommt aber nur noch in der verneinenden Form vor.
  • Auf den Kopf springen und sich zwischen die Hörner setzen.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Auf den Kopf stellen.
    i] Umkehren, das Unterste zu oberst kehren.
    zit] Er riskire, dass jener wüthende Despot ihn und die ganze Nation auf den Kopf stelle Goethe (Vor Wut die unsinnigste Rache ausübe)
    zit] Man setzte die Kegel auf den Kopf, und wollte ernten, statt dass man säen sollte. Herder, Zerstreute Blätter
    zit] Und so wäre denn die liebe Welt geognostisch auf den Kopf gestellt. Goethe
  • Auf den Kopf zielt er und die Füße schlägt er.
  • Auf den Kopf zu sagen.
  • Auf den Krautstauden wachsen keine Seidenwürmer.
    i] Wenn man sich wundert, woher ein Armer die Mittel zur Bestreitung eines Aufwandes nimmt, der seine Einnahme weit überschreitet.
  • Auf den Kürbis geben/erhalten.
  • Auf den Lack krieche ich nicht.
    i] Hier beisse ich nicht an; so lasse ich mich nicht übertölpeln.
  • Auf den Lahmen schimpft man, errate es, Hinkender.
    Böhmen
  • Auf den Latten gehen.
    i] Alles durch Liederlichkeit durchgebracht haben.
  • Auf den Leib geschneidert.
  • Auf den Leim gehen/kriechen.
  • Auf den letzten Drücker.
  • Auf den letzten Eisen gehen.
  • Auf den Leuchter das Licht, unter den Kübel nicht.
  • Auf den Lilien sitzen.
    i] Eine Stelle in den oberen Gerichtshöfen Frankreichs haben, ein Ausdruck, der sich auf die Sitze bezog, die in den obern Gerichtssälen mit Lilien ausgeschlagen waren.
  • Auf den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken des Unverständigen gehört eine Rute.
  • Auf den Lippen und im Herzen von kleinen Kindern ist Mutter der Name für Gott.
    William Makepeace Thackeray, Jahrmarkt der Eitelkeit
  • Auf den Magen sieht man nicht, aber auf den Kragen.
  • Auf den man nicht wartet, von dem hält man nichts.
  • Auf den Markt gehört gute Ware und Gewinn mit Fug, aber kein Betrug.
  • Auf den Markt kommen, wenn die Kaufleute schon fort sind, macht arme Krämer.
  • Auf den Markt kommen.
    en] To come onto the market.
    es] Salir al mercado, comercializar.
  • Auf den Mars schießen.
  • Auf den Masttag folgt ein Fasttag.
  • Auf den Matratzenball gehen.
  • Auf den Mehlsack klopfen.
    nl] Hij klopt op den meelzak, dat het stuift.
  • Auf den Mehrer folgt ein Verzehrer.
  • Auf den Mendogsberg gehen.
    i] Verhüllend für: sterben. Mendogs Berg bei Nowogrodek ist in einen Kirchhof verwandelt. In einer litauischen Ballade heißt es: 'Wohin führst du mich? Nach Haus. Fern auf Mendogs Berg es stehet. Tags ein jeder ein dort gehet, nachts nur heimlich ziehn wir aus.
  • Auf den Menschen abgestimmt
    la] ad hominem
  • Auf den Menschen reimt sich die ganze Natur.
    Johann Wilhelm Ritter, Fragmente
  • Auf den Menschen, die sich ... nicht fügen, ruht die Zukunft der Menschheit.
    Paul Ernst (1866-1933), Zusammenbruch und Glaube
  • Auf den Mist kommen.
    In eine unangenehme Lage.
  • Auf den Mönch, der ein Weib nimmt, wartet die Hölle, auf den Mönch, der auf einem Esel reitet, wartet der Schlamm.
  • Auf den Mond schießen.
  • Auf den Mund gefallen sein.
  • Auf den Nagel trinken.
    i] Die Probe eines völlig ausgetrunkenen Weinglases machen, indem man es umgekehrt auf den Nagel setzt und die letzten Tropfen davon abschlürft, nach der Altvordern Sitte.
    fr] Boire rubis sur l'ongle.
  • Auf den Nägeln brennen.
  • Auf den Nimmerleinstag, wenn die Otter mit dem Fisch eins wird.
  • Auf den Nullpunkt sinken.
  • Auf den Ohren sitzen.
    ndt] Up de Ôren sitten.
    Nicht hören wollen, was gesagt wird.
  • Auf den Pelz brennen/rücken.
  • Auf den Pfennig scheißen.
    Ostpreußen
    i] Knickerei.
  • Auf den Pfennig sehen und den Dreier fahren lassen.
  • Auf den Pflüger folgt der Säer, auf den Pflanzer der Mäher.
  • Auf den Plan treten.
  • Auf den Plotz verkaufen.
    i] Soviel als in Bausch und Bogen.
    la] Summaria indicatura.
  • Auf den Plutz.
    i] Zu ergänzen: geschah es oder wird es erfolgen. D.i. plötzlich.
  • Auf den Pott müssen.
  • Auf den Priester folgt der Küster.
  • Auf den Propf setzen.
    i] Zum Schweigen bringen.
  • Auf den Prüfstand kommen.
  • Auf den Punkt genau.
  • Auf den Putz hauen.
    es] Darse importancia, jactarse.
  • Auf den Quast hauen.
    i] Hans Quast ist die Bezeichnung für einen albernen, närrischen Menschen.
  • Auf den Ranzen.
  • Auf den Rat vieler hin tut man selten etwas Rechtes.
  • Auf den Rauch folgt bald das Feuer.
    la] Flamma fumo est proxima.
  • Auf den Rausch folgt immer der Katzenjammer.
  • Auf den Reichen wie den Armen sind viel Augen gerichtet.
    dk] De rige og de revne holde de alle paa.
  • Auf den richtigen Trichter kommen.
  • Auf den Ruck wird no keh Durchbruch.
    Oberlausitz
    i] Vom Laxieren entlehnt.
  • Auf den Ruck wird noch nichts.
    Oberlausitz
  • Auf den Sack gehen/fallen/niesen.
  • Auf den Sack schlägt man (o. er) und den Esel meint man (o. er).
    i] Oft wird eine Injurie nicht geradezu jemandem zugefügt, sondern mittelbar, indem man Personen, die mit ihm in genauer Verbindung stehen, beleidigt oder ihm zugehörige Sachen beschimpft.
  • Auf den Salat einen Trunk schad't dem Doktor genung.
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