DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf alle Fälle.
    en] Without fail.
  • Auf alle jüdische Kinder gesugt.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Wenn von etwas Gutem die Rede ist, das man gern auf die Seinigen übertragen wissen möchte.
  • Auf alle Pferde gerecht wie ein Postsattel.
  • Auf alle Steiner ün Beiner gesugt.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Beileidsausruf.
  • Auf alle Weise seh ich aber, wie schwer es ist, ein Land zu beurteilen, der Fremde kann es nicht und der Einwohner schwer.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Herzog Karl August, 27.5.1787
  • Auf alle Wort gehört kein Antwort.
    nl] Op alle woord dient geen antwoord.
  • Auf alle wüste Wälder gesugt.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Beileidsausruf.
  • Auf allen Gassen findet man Unglück (Schlimmes) feil.
  • Auf allen Pfaden des Lebens
    Führen die Horen dich streng, wie es das Schicksal gebeut.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 102
  • Auf allen Pferden gerecht wie ein Postsattel.
  • Auf allen Vieren kriechen.
    en] To crawl on all fours.
    es] A gatas.
  • Auf Allerheiligen Sonnenschein, tritt der Nachsommer ein.
  • Auf alles, was der Mensch vornimmt, muss er seine ungeteilte Aufmerksamkeit, oder sein Ich richten.
    Novalis (1772-1801), Die Lehrlinge zu Sais
  • Auf allgemeinem (betretenem) Wege wächst nicht leicht Gras.
    i] Besonders mit Bezug auf die Kinderlosigkeit leichter Dirnen (Demi-monde). Bei einem Handel, auf den sich fast ein jeder legt, ist wenig zu gewinnen. Wo viel Verkäufer und wenig Käufer sind, fällt immer die Messe schlecht aus.
  • Auf allgemeines Verlangen hin
    la] ex consensu
  • Auf Allmende zu weiden ist niemand verboten.
    Rechtssprichwort
    i] Die Allmende (mhd.al(ge)meinde, almende = was allen gemein ist), nämlich Wald, Wiese, Weide, Wasser und Wege der Gemarkung unterlag kollektiver Bewirtschaftung, Nutzung und Verwaltung.
    la] Nemo ire quemquam prohibet publica via.
  • Auf Allzuviel und Zwerge folgt weder Lehn noch Erbe.
    Rechtssprichwort
    mhd] Uppe altvile unde uppe twerge ne irstirft weder len noch erve.
  • Auf Allzuviel und Zwerge stirbt weder Leh'n noch Erbe.
  • Auf Almen lässts sichs sorglos lieben, denn im Herbst wird abgetrieben.
  • Auf alte Sünde folgt neue Strafe.
    dk] Af gammel synd ny poenitence.
  • Auf altem Eis friert man leicht.
  • Auf altem Herde brennt es leicht.
    i] Wer in ein eingerichtetes Hauswesen kommt, hat leicht wirtschaften. Man hat leicht wirtschaften, wenn die Sache eingefahren ist).
    bm] Na starém ohnisti snadno jest oheň rozdĕlati.
  • Auf altem Wege stößt man an,
    Auf neuem sind wir nicht empfohlen;
    Sonst hätt' ich es allein getan,
    Jetzt muss ich Helfershelfer holen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust, II, Grablegung, (Mephisto)
  • Auf alten Adel leiht der Jude keinen Pfennig.
    i] Wie viel der Christ?
  • Auf alten Groll neuen pfropfen.
  • Auf alten Mann bauen ist misslich.
  • Auf alten Pfannen lernt man kochen.
  • Auf alten Pferden lernt man reiten.
  • Auf alten Pferden reiten die Raben.
    la] Cornix saepe lupum non effugit inveteratum.
    la] Multa senex plangit, quando mors instat et angit.
  • Auf alten Rädern lernt man Fahren.
  • Auf alten Saiden trumpêden.
    i] Soviel wie: das alte Lied singen.
  • Auf alten Schaden ein neues Pflaster legen.
  • Auf alten Schiffen lernt man segeln.
  • Auf alten Schuhen geht's am besten.
  • Auf alten Träckern lernt man löppen.
  • Auf alten Traktoren lernt man es, mit einem Anhänger rückwärts zu setzen
  • Auf Alter und Mangel man sparen mag, die Morgensonne scheint seiten den ganzen Tag.
  • Auf älteren Fotos sieht man immer viel jünger aus.
  • Auf Ameisen und Nesseln sitzen.
    nl] Het kriewelt hem als een mierenhoop.
    nl] Hij heeft mieren in den aars.
  • Auf an'n groab'n Kôatz'n (Klotz) g'heard a' groawa Fläck.
    Niederösterreich
  • Auf ander Leut Ackern stehet die Saat immer am dicksten.
  • Auf ander Leut beutel einkaufen und Wein aufn Kerbholtz saufen, hat nie lang gelaufen.
  • Auf ander Leut ein jeder sieht und niemand merckt, was (wo's) ihm gebricht.
  • Auf ander Leut Kirben (Kirchweih) ist gut Gast laden.
  • Auf anderer Leute Kirchweih ist gut Gäste laden.
    en] All men are free of other men's goods.
    fr] Généreux du bien d'autrui.
    it] Del cuojo d'altri si fanno le corregie large.
    pl] Kiedy z cudzego tedy: nu nu! a kiedy z swego, tedy nie, nie!
    es] Del pan de mi compadre gran zatico á mi ahijado.
  • Auf anderer Leute Kosten fressen und saufen (o. zehren), ist die beste Diät.
  • Auf anderer Leute Rücken ist leicht tragen.
  • Auf anderer Schultern treten.
    la] Alienis uti soleis.
  • Auf andre Leute jeder sicht (sieht), doch niemand merkt, was ihm gebricht.
  • Auf andre Menschen bauen, heißt auf eines andern Dach bauen, wo man gar bald lästig und schon ein geringer Grad von Wind zum Sturm wird.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Auf andrer Leute Kirchweih ist gut Gäste laden.
  • Auf Anerkennung des vorhandenen Trefflichen basiert sich eigentlich das ganze Gefühl der Menschheit.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
  • Auf angeborene Tugenden ist man nicht stolz.
    Marie von Ebner-Eschenbach
  • Auf Angst und Schweiß folgt Ruh' und Preis.
  • Auf Anhieb
    en] off the top of one's head, off-hand, on the spur of the moment, off the cuff, fist shot, at the fist attempt
  • Auf Anschaffe gehen; anschaffen gehen.
  • Auf Ansprache und Antwort will der Schöffe Recht weisen.
    Rechtssprichwort
    i] Erst nachdem beide Teile vollständig gehört sind, kann das Urteil geschöpft werden.
    mhd] Nach ansprach und antwort walde der scheffen recht weisen.
  • Auf Aprilflöckchen folgt Maiglöckchen.
  • Auf Arkonas Bergen
    Ist ein Adlerhorst ...
    Wilhelm Müller (1794-1827), Muscheln von der Insel Rügen (1825), Der Adler auf Arkona, nach der Melodie: Freiheit, die ich meine ...
  • Auf Aushändigung kann jeder klagen, der ein Interesse daran hat.
    Rechtssprichwort
    la] Ad exhibendum possunt agere omnes, quorum interest.
  • Auf Bajonette kann man sich stützen, doch nicht darauf sitzen.
    zit] Auch der Kirchenfürst kann sich auf die Bajonnete nur stützen, nicht setzen.
    Breslauer Zeitung, 1864
    es] Las bayonetas son buenas para todo, menos para sentarse sobre ellas.
  • Auf Bajonette kann man sich stützen.
    Aber man kann nicht darauf sitzen.
  • Auf bald!
  • Auf Barbara (4. 12.) die Sonne weicht, auf Luzia (13. 12.) sie wieder herschleicht.
    var] Auf Barnabe die Sonne weicht, auff Lucia sie wieder zu uns schleicht.
  • Auf Bauernfang (aus)gehen.
    i] Seine Mitmenschen betrügen wollen.
  • Auf Befehl zur Arbeit, nicht zum Essen.
    ee] Vääl tööle, ei ruoale.
  • Auf begangenen Wegen wächst kein Gras.
  • Auf begehren, wie Heftlimacher, und an nichts schuld sein.
  • Auf beide Füße gerecht, wie ein polnischer Stiefel.
  • Auf beiden Achseln tragen, steht keinem Biedermann an.
  • Auf beiden Achseln tragen.
    i] Es mit beiden Parteien halten. Wasser wurde an einem Joch über den Schultern hängenden Eimern getragen, die Last verteilte sich damit gleichmäßig.
    zit] Wan sy kann lachen, wainen, wann sy will,
    Vnd schießen ferr vnd nach zum zil,
    Auff baiden achßlen tragen.
    Valentin Holl
    zit] Mit beyden achslen kan ich gigen,
    Wo ich nit wil bieten Welsch figen.
    Murners, Mühle von Schwindelsheim
    zit] Witz habuit Nürnberg, achsla tragavit utraque
    Rathschlegis vestris sensit in esse metum.
    Zimmerischen Chronik
  • Auf beiden Achseln Wasser tragen.
  • Auf beiden Augen schlafen.
    i] Fest, gut und mit ruhigem Gemüt.
    la] In utrum vis dormire occulum. Plautus
  • Auf beiden Backen schmatzen wie ein bayerischer Krametsvogel.
  • Auf beiden Banken waschen.
  • Auf beiden Füßen kann man nicht hinken.
  • Auf beiden Ohren schlafen
    la] in aurem utramvis dormire
  • Auf beiden Ohren taub sein.
    la] In utramvis dormire aurem.
  • Auf beiden Schultern tragen.
    i] Gott und der Welt zugleich dienen vollen. Es mit keiner Partei verderben.
  • auf beiden Schultern Wasser tragen.
    en] to favour both sides - to waver between two parties.
    fr] ménager la chèvre et le chou - nager entre deux eaux.
    it] tenere il piede in due staffe
  • Auf beiden Seiten auf einem Stecken reiten.
    i] Gott und dem Teufel gleichzeitig dienen.
    zit] Wir wolten gern auf beiden seiten ehrlich auf eim stecken reiten. Vnd wenn wir haben den dienst gethan, so gibt uns doch jr keiner lohn.
  • Auf beiden seiten hinken.
    zit] Wer sich mit gschenk lesst machen bendig, der ist im rechte vnbestendig, der vnbestandt jn dahin zwingt, das er zu beiden seiten hinkt.
    nl] Hij hinkt op beide zijden.
  • Auf beiden Seiten sagen die Priester, dass er zu ihnen steht, welches aber nicht möglich ist, weil es doch zwei sind.
    Ludwig Thoma, Der Krieg
  • Auf beiden Seiten Wasser tragen.
    zit] Ich bin weder Republikaner noch Royalist, ich fahre, wenn ich bezahlt werde, für beide den Mist.
    en] to favour both sides - to waver between two parties
    fr] Donner une chandelle à Dieu et une au diable.? Homme qui porte le feu et l'eau.
    fr] ménager la chèvre et le chou - nager entre deux eaux
    nl] Het is een man, die op twee schouders draagt.
    it] tenere il piede in due staffe
    la] Duabus se venditat partibus
    la] utrosque parietes linere (beide Wände streichen)
  • Auf beiden Seiten
    la] ab utroque latere
  • Auf beiden seyn ist gut.
    Den Himmel wüntsch' ich mir/Lieb' aber auch die Erden:
    Denn auf derselbigen kan ich GOtt näher werden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Vierdtes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 97
  • Auf bekanntem Wege ermüdet man nicht.
  • Auf bekanntem Wege und mit alten Freunden geht man wohl.
    la] Calles antiquos serves, veteres et amicos.
  • Auf Bergen geht der Wind heftiger als im Tal.
  • Auf Bergen, in der reinsten Höhe,
    Tief Rötlichblau ist Himmelsnähe. -
    Du staunest über die Königspracht,
    Und gleich ist sammetschwarz die Nacht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gott, Gemüt und Welt
  • Auf Bergesgipfeln fehlt Nebel nicht; von des Helden Haupt bleibt Argwohn nicht fern.
  • Auf besagten Hammel kommen.
    i] Wenn jemand von allem Möglichen redet, nur nicht von dem Gegenstande, von dem er reden soll. Sie scheint aus einem Schwank entstanden, den Fontenelle in der Einleitung zum Leben Corneille's erzählt. Evtl. entstammt sie einer berühmten Farce des 15. Jahrhunderts: L'Avocat Pathelin, deren Verfasser nach den neuesten Untersuchungen wahrscheinlich Pierre Blanchit ist. Ein Tuchhändler hat seinen Schäfer verklagt, weil er Schafe unterschlagen hat. Anstatt aber dem Richter über die Hammel Antwort zu erteilen, spricht er von dem Tuche, um das ihn ein Mann betrogen, den er im Gerichtslokal zu erblicken glaubt.
    zit] Aber lasst vns den Wider auff vnsere Hämmel widerbringen, darvon vns der Bock gebracht hat.
    zit] Wir kommen wiederum zu vnserm Schafstall und zu den Lemmern und Schafen, die vns befohlen sein.
    fr] Revenir à ses moutons.
  • Auf Beschwer folgt Ehr'.
  • Auf Besserung hat schon unser Großvater gewartet, und wir warten immer noch.
  • Auf betretenem Wege geht man am sichersten.
    fr] Dans bien des choses il faut toujours suivre le chemin battu.
    fr] Il n'y a rien de si sûr que de toujours suivre le chemin battu.
  • Auf Bewährung draussen sein.
  • Auf Biegen und Brechen.
    en] It's make or break.
  • Auf Billigung der Menschen muss man nicht rechnen. Sie errichten heute Ehrensäulen und brauchen morgen den Ostrazismus für den nämlichen Mann und für die nämliche Tat.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Spaziergang nach Syrakus (1802), Einleitung
  • Auf blaün Dunst hin.
  • Auf Blitz folgt Donner.
    i] Auf Worten folgen Taten, auf Drohungen Strafen.
    fr] Aprés l'escler vient le tonnerre.
    provenz] Après l'uiau lou tron.
    it] Dopo il lampo viene il tuono.
    it] Rade volte balena che non tuoni.
  • Auf bloßen Strümpfen gehen.
    i] Sehr arm sein.
  • Auf bloßes Versprechen ist wenig zu rech(n)en.
  • Auf blut'ge Schlachten folgt Gesang und Tanz,
    Durch alle Straßen tönt der muntre Reigen.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans, IV, 1 (Johanna)
  • Auf bös köpff (Kopf) gehört ein scharpffe laug.
  • Auf böse (faule) Wunden gehört ein scharfes Pflaster.
    it] A cattiva piaga herba cattiva.
    es] A mala llaga, mala gerva.
  • Auf böse Worte gehören taube Ohren.
  • Auf böse Wunden böse Krauter.
  • Auf bösem Wege muss man sich fördern.
  • Auf bösen rat folget großer schad.
  • Auf Böses folgt Böses.
    nl] Na kwaad komt kwaad.
  • Auf Brautschau geh in dieses Haus, wo ein wohlgenährter Hund und ein großer Reisighaufen sind.
    ee] Sinna peresse mine kosja, kus rammus koer ja suur haopinu.
  • Auf Brautschau gehen.
  • Auf Brautschau soll man in Küchen gehen und nicht in Zimmer.
  • Auf breitem Stein stehen.
    i] In der Kirche zur Trauung.
  • Auf breiten Füßen stehen.
  • Auf Briefe Briefe, auf Worte, Worte.
    es] A cartas, cartas, y a palabras, palabras.
  • Auf Buhlschafft mag niemand borgen.
  • Auf Christi Grab stehen drei Blümlein:
    Das eine unschuldig,
    Das eine gedudlig,
    Das dritte Gottes Wille.
    Liebes Blut, steh' stille!
    i] Heilspruch, um das Blut zu besprechen ;
  • Auf Cumpermiss (Kompromis) zu pürschen ist jedem erlaubt.
  • Auf d' Nacht uma neune, geaht a jedr zua da seina - und wer koane hat, nimmt d' Katz in' Arm - die kratzt aa und macht warm.
  • Auf d' Seit géh wia r'an ôita Dunggråttn.
  • Auf da Oma sein Opfeschdrudl kriag i imma an säichan Schbrizzwuaf.
  • Auf das allein kommt es an: dass jeder das, was er besitzt, als etwas bewertet, mit dem er wirken will. Ob dies unter Erhaltung und Mehrung oder unter Aufgabe des Besitzes geschieht, besagt nichts.
    Albert Schweitzer
  • Auf das angenehme Jucken folgt ein brennender Schmerz.
    ndt] Op en söd Jöken folgt en sur Swären.
  • Auf das Bildnuß deß kleinen Johannes mit dem JEsus Kindlein.
    Die grosse Lieblichkeit/mit welcher GOttes Kind /
    Johannes/und das Lamb allhier gemahlet sind /
    Macht daß ich jnniglich begehre gantz zuseyn /
    Johannes/oder ja ein lautres Lämmelein.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 54
  • Auf das Buch Genesis folgt das Buch Exodus.
    zit] Kaum dass du das Leben empfangen hast, bist du schon in Gefahr, dass der Tod das la mi fare singt. Judas, der Erzschelm, Salzburg 1688
  • Auf das Creutz unsers Erlösers.
    Gewiß ist dieser Baum vom Lebens Baum gehägt /
    Weil er solch' edle Frucht das Leben selber trägt.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 34
  • Auf das Dach halten.
    i] Beim Schießen nach dem Kopfe zielen.
  • Auf das dritte Mal kommt es an.
  • Auf das Eis bauen.
  • Auf das empfindsame Volk hab ich nie was gehalten, es werden,
    Kommt die Gelegenheit, nur schlechte Gesellen daraus.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Vierjahreszeiten - Herbst 61
  • Auf das erste Wort muss man achtgeben.
  • Auf das falsche Pferd setzen.
    es] Apostar por el caballo equivocado.
  • Auf das Gelage folgt die Zeche.
  • Auf das gemeine Geschrei ist nicht allzeit zu sehen.
  • Auf das Gewette kann der Richter kein Gewette fordern.
  • Auf das Gloria in excelsis folgt manchmal das dumpfe De profundis.
  • Auf das Glück warten ist dasselbe wie auf den Tod warten.
  • Auf das Glück zu warten ist dasselbe wie auf den Tod zu warten.
  • Auf das Grab JEsu.
    Hier ligt der welcher ist/und war/eh Er geworden:
    Ein Held/der seinen Feind mit Leyden kan ermorden.
    Wiltu ihm werden gleich/und Uberwinder seyn /
    So leyd/meid/fleuch und stirb/in Wolust und in Pein.
    Weistu nicht wer Er ist? so merke diese Drey /
    Daß er ein Mensch und GOtt/und dein Erlöser sey.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 44
  • Auf das Haupt des Kahlen hagelt's gern.
  • Auf das Hinken der Hunde und die Tränen der Frauen ist wenig zu bauen.
  • Auf das kannst du zählen jederzeit, dass es am 30. Februar nicht schneit.
  • Auf das Kleine achten wir nicht und das Große zählt nicht.
    hu] Kicsire nem adunk/nézünk, a nagy meg nem számít.
  • Auf das la mi auslaufen.
    Königsberg
    i] Diese sehr gebräuchliche Redensart wird aus einem Magistratsschreiben von 1685 angeführt und bedeutet 'ein trauriges Ende nehmen', weil eine Folge der sechsten Tonstufe (la) und der dritten (mi), die in sehr alten Gesängen als Schlussformel gebraucht wurde, sehr traurig klang.
  • Auf das Leben der Menschen und den Tod der Fische!
    Insel Man (Toast)
  • Auf das Mäuerchen setzten
    beide sich nieder des Quells. Sie beugte sich über, zu schöpfen;
    und er faßte den anderen Krug und beugte sich über.
    Und sie sahen gespiegelt ihr Bild in der Bläue des Himmels
    schwanken und nickten sich zu und
    grüßten sich freundlich im Spiegel.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Auf das politisch-soziale Gebiet übertragen heißt Revolution die Verdrängung eines Staats-, Regierungs-, Gesellschafts-, Wirtschaftssystems durch ein anderes, höheres, weiterentwickeltes Staats-, Regierungs-, Gesellschafts-, Wirtschaftssystem.
    Wilhelm Liebknecht (1826-1900), Anarchismus, Sozialdemokratie und revolutionäre Taktik
  • Auf das Sagen folgt Weinen oder Behagen.
    i] Es kommt sehr viel darauf an, wie man es darstellt; es kann eine widerwärtige, aber auch eine erheiternde Wirkung haben.
    fr] Bien dire fait rire; bien faire fait taire.
  • Auf das schönste Fleisch setzen sich gern Schmeissfliegen.
    nl] Het schoonste vleesch is 't kwaadst voor de vliegen te bewaren.
  • Auf das Szepter gehört ein Auge.
    i] Regentenweisheit.
  • Auf das Tempo drücken.
  • Auf das U folgt das W, das ist die Ordnung im Abc.
  • Auf das Unrecht, da folgt das Übel,
    Wie die Trän' auf den herben Zwiebel.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Lager 529 (Kapuziner)
  • Auf das Urteil des Narren darf (o. braucht) niemand harren (o. zu warten).
    i] Ein Narr ist bald mit seinem Urteil fertig.
    fr] De fou juge briève sentence.
  • Auf das Wilde folgt das Milde.
    Abraham a Sancta Clara, Parömiakon
  • Auf das Wissen soll sogleich folgen das Können.
  • Auf das Wohl der elftausend Jungfrauen trinken.
    i] Scherzhaft von jemandem, der in einer Gesellschaft, wenn die Hochs nach allen Seiten erschöpft sind, gern noch irgend jemand möchte 'leben lassen'.
    pl] Za zdrowie Kaczkosi, co źydom wodę nosi. (Auf das Wohl der Kaczkosi, die den Juden Wasser trägt. Kaczkosi war eine Edelfrau von gutem Namen gewesen; allein durch Trunksucht kam sie so weit herab, dass sie um ein Gläschen Branntwein den Juden allerlei Dienste verrichtete)
  • Auf das Wohl von jemandem trinken.
    es] Beber a la salud de alguien.
  • Auf das, was die Hühner ausscharren, muss man nicht von vorne harren.
  • Auf das, was die Oberen lieben, sind die Unteren versessen.
  • Auf dass er das Ungewöhnliche daraus ans Licht bringe ...
    Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809-1852), Ein paar Worte über Puschkin
  • Auf dass mein Haus voll werde! Luc. XIV, 23
  • Auf dasselbe herauskommen/rauskommen.
  • Auf de Schellekönig nei lobe(n).
    i] Über die maßen.
  • Auf dè Stockzähnd låchn.
  • Auf dein eigen Haupt.
    la] In tuum ipsius caput.
  • Auf dein Leben dich nicht verlass', der Tod macht bald ein'n Menschen blass.
    fr] En ta vie ne te fie, la mort l'a trop-tôt ravie.
  • Auf dein Wort geh' ich ins Gefängnis.
  • Auf deine Weise magst du essen, aber nach (o. auf) anderer Leute Art musst du dich kleiden.
  • Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.
    1. Mose 3,14
    ] Gott zur Schlang. Als Redensart: vor einem auf dem Bauch kriechen - sich unterwerfen
  • Auf deinem Felde.
    la] In tua ipsius arena.
  • Auf deinem Grabstein wird man lesen,
    Das ist fürwahr ein Mensch gewesen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Epigrammatisch: Grabschrift
  • Auf deiner Nase eine Torfniederlage, dann hast du weder (Torf-)Stall noch Boden nötig.
    i] Zu jemandem, der meint, dass er ohne weiteres seine Wünsche erreichen oder seine Plane ausführen könne.
  • Auf deiner Stirn ist Blut.
    en] There's blood upon thy face.
    William Shakespeare (1564-1616), Macbeth III, 4
  • Auf dem (absoluten) Nullpunkt ankommen.
  • Auf dem (rechten) Wege sein.
    i] Etwas recht anfangen.
  • Auf dem Absatz kehrtmachen; sich auf dem Absatz umdrehen.
  • Auf dem absoluten Nullpunkt ankommen.
  • Auf dem absteigenden Ast sein.
  • Auf dem Abstellgleis stehen/sein.
  • Auf dem Acker des Frommen ist gut Ährenlesen.
  • Auf dem Acker ist kein besserer Mist, als der an des Herren Stiefeln (o. Schuhen) ist.
  • Auf dem Anstande sein, o. auf den Anstand gehen.
    i] die Gelegenheit zur Erreichung eines bestimmten Zwecks abwarten.
  • Auf dem Aschenhaufen seines Glücks sitzen.
  • Auf dem Ast sitzen.
    i] Im Freien, ohne Haus sein.
  • Auf dem aufsteigenden Ast sein.
  • Auf dem Aussterbeetat stehen.
  • Auf dem Bauch landen.
  • Auf dem Baume ist kein Blatt, das nicht seinen Nutzen hat.
    it] Non vi è cosa per vile che sia, che a qualche cosa utile non sia.
  • Auf dem Baume sitzen.
    i] Der Baum ist ein Gefängnis in Hamburg für Schuldner und andere nicht kriminelle Verbrecher.
  • Auf dem Baumwollenmarkt ist keine Oweische.
    i] Wenn jemand in seiner unmittelbaren Umgebung auch noch so angesehen ist, so verliert er sich doch unter dem Haufen auf dem großen Schauplatze der Welt. - Oweische heißt man in Ägypten diejenigen Kinder, welche die Lieblinge ihrer Ältern oder Bekannten sind. Sobald sie aber auf den Baumwollenmarkt kommen, was in Kairo jeden Morgen nach Sonnenaufgang geschieht, um das den Tag vorher gesponnene Garn zu verkaufen, verlieren sie sich unter der Menge, ohne von den Käufern bevorzugt zu werden.
  • Auf dem Berge stehet der Herr.
    i] Er wacht und sorgt für alles.
  • Auf dem besten Lande ist der schlechteste Weg.
  • Auf dem besten Weg sein; auf bestem Wege sein.
  • Auf dem betretenen Wege bleiben.
    i] Von eingeführtem Gebrauche, von der alten Weise nicht abgehen.
  • Auf dem Bett der Ehre haben viel tausend Platz, ohne einander beschwerlich zu fallen.
  • Auf dem Bett der Ehre sterben.
    i] Auf dem Schlachtfelde.
    nl] Hij is op het bed van eer gestorven.
  • Auf dem Bock sitzen.
  • Auf dem Boden der Heiterkeit (im höheren Sinn) und Zufriedenheit erhaben zu sein, gibt den Begriff der Majestät des Göttlichen, das der Mensch nur in seltenen bevorzugten Zeiten und Gestalten schwach widerstrahlt.
    Otto von Bismarck (1815-1898), Brief an die Braut, 17. 2. 1847
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