DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auch des Zaren Lunge reicht nicht zu, um die Sonne auszublasen.
  • Auch des Zaren Ochs hat nicht mehr Hörner als zwei.
  • Auch des Zaren Ochs hat nur zwei Hörner.
  • Auch des Zaren Rücken würde bluten, wenn er Knutenstreiche empfinge.
  • Auch deswegen werden Gesetze geschrieben, weil es Gesetzesbrecher gibt.
  • Auch die alte Ziege leckt gern Salz.
    hu] A vén kecske is megnyalja a sót.
  • Auch die Ameise hat ihren Zorn.
  • Auch die Ameise wahrt ihre Eier mit Sorgfalt.
  • Auch die andere Partei soll angehört werden.
    la] Audiatur et altera pars. Augustin
  • Auch die Angrenzung der Menschen an die Affen wünschte ich nie so weit getrieben, dass, indem man eine Leiter der Dinge sucht, man die wirklichen Sprossen und Zwischenräume verkenne, ohne die keine Leiter stattfindet.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
  • Auch die Arbeit ist heilig, aber nur, wenn sie Sinn hat.
    O'Casey, Des Bischofs Freudenfeuer
  • Auch die Augen des Narren werden nass.
    i] Man soll nicht von jeder Träne sich rühren lassen.
  • Auch die Bärin leckt ihre Jungen.
    var] Der Bärin scheinen ihre Jungen schön.
  • Auch die Begriffe von Tugend und Sittlichkeit sind der Mode unterworfen, und wer sich nicht nach den Modebegriffen seines Jahrhunderts schmiegen kann, der wird von den Zeitgenossen verkannt und verschrien.
    Moses Mendelssohn (1729-1786), an Hennings
  • Auch die Bengelei hat ihre Genies, und wer will die Natur zur Verantwortung ziehen, daß sie dieser Gabe es verstattet sich ihrem Besitzer durch das schmeichelhafte Gefühl von Kraft und Überlegenheit und Behaglichkeit anzukündigen. Die Wege des Himmels sind finster und verwickelt, und ihre Tröstungen mannigfaltig.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras.
    Joachim Ringelnatz (1883-1934)
  • Auch die beste Brücke tritt man mit Füßen.
  • Auch die beste Frau hat noch eine Teufelsrippe in sich.
  • Auch die beste Reue hat keinen Schwamm, um das Andenken an die Sünde zu verwischen.
  • Auch die beste Strickerin lässt einmal eine Masche fallen.
  • Auch die besten Augen sehen oft falsch (od. fehl, scheel).
    it] Occhio ben sano sa spesso veder torto.
  • Auch die Besten bedürfen der Verzeihung.
    England
  • Auch die besten Händel sind nichts nütz.
  • Auch die besten Juden schachern.
    August von Platen (1796-1835), Die verhängnisvolle Gabel,
    (Sirmeo)
  • Auch die besten machen manchmal Fehler.
  • Auch die besten Saiten dürfen nicht immer gespannt sein.
  • Auch die Bibel endet mit der letzten Seite.
  • Auch die böse Zeit geht vorbei.
    bm] Jen poshovĕj, i zlý čas mine svým časem.
  • Auch die bösen Hunde wedeln mit dem Schwanze, wenn sie Brot in des Fremden Hand sehen.
  • Auch die Bücher haben ihr Erlebtes, das ihnen nicht entzogen werden kann.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werke (1827-1830), Maximen und Reflexionen, Abteilung 2
  • Auch die dienen, die nur dastehen und jubeln.
    Henry Adams (1838-1918)
  • Auch die Dinge, die man bis jetzt erfunden hat, verdankt man mehr dem Zufall und der Erfahrung als den Wissenschaften.
    Francis Bacon, Organon
  • Auch die dunkelste Wolke hat einen silbernen Rand.
  • Auch die Einsamkeit hat ihre Gecken, und sie verraten sich meist dadurch, dass sie sich als Märtyrer aufspielen.
    Arthur Schnitzler (1862-1931), Buch der Sprüche und Bedenken
  • Auch die Entfernung von dem Geliebten hat ihre Freuden, wir sehen manches klarer und geistiger, als wie wir's vorher sahen. Aber doch gibt Gegenwart allein den stärksten Genuß und verschlingt uns ganz.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Auch die Erfahrung ist wichtig: dass, wenn wir uns in eine gewisse Freiheit zu setzen gedenken, sich gleich wieder ein neues Hindernis hervortut ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Marianne v. Willemer, 10.2.1832
  • Auch die ethischen Kräfte einer Nation zeigen sich in ihren Genien.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Unschuld des Werdens
  • Auch die Eule findet ihre Jungen hübsch.
  • Auch die Eule ist ein Richter in ihrer Höhle.
    hu] A bagoly is bíró barlangjában.
  • Auch die Ewigkeit besteht aus Augenblicken.
  • Auch die Fische des Königs haben Gräten.
    it] Anche i pesci del re hanno spine.
  • Auch die Flegel schlagen sich um den Vorrang.
  • Auch die Fliege hat Galle.
  • Auch die Fliege überwindet den Ochsen, wenn der Wolf ihn fängt.
    Litauen
  • Auch die Fliegen haben ihre Galle.
    i] Auch kleine Leute zürnen.
    dk] Fluen haver og galde.
    it] Anche la mosca ha la sua colera.
    la] Habet et musca splenem.
    pl] I mucha ma zólc w sobie.
  • Auch die Frau unedler Herkunft wird oft in einer Sänfte getragen, die von Edelsteinen glänzt.
  • Auch die Freiheit hat ihre Grenzen.
  • Auch die Freiheit muss ihren Herrn haben.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Räuber (Roller)
  • Auch die frostige
    Gesellschaft ist zuletzt doch immer besser
    Als keine.
    Christoph Martin Wieland (1733-1813), Pandora, I, 1 (Prometheus)
  • Auch die fünf Finger der Hand sind nicht gleich.
  • Auch die geballte Faust ist ein Fingerzeig.
  • Auch die Gegenseite soll gehört werden.
    la] Audiatur et altera pars.
  • Auch die Gelehrten irren mitunter.
  • Auch die gelesene Wahrheit muss man hinterher erst selber erfinden. Die Gehirnhöhlen sind voll Samen, für welche das Gefühl erst die Blumenerde und die Treibscherben bildet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Auch die Gerechtigkeit ist blind.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Dies Buch gehört dem König
  • Auch die Gerechtigkeit trägt eine Binde
    Und schließt die Augen jedem Blendwerk zu.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 3
    Tasso Vs 1308
  • Auch die gescheiteste und geistreichste Unterhaltung besteht zumeist aus oberflächlichen Redensarten und Gemeinplätzen, die nur dem einen Zweck dienen, die Zeit durch Sprechen totzuschlagen. Jedermann muss sich also dazu verstehen, zum größten Teil gewöhnliche Dinge zu sagen, um wenigstens hie und da etwas Ungewöhnliches sagen zu können.
    Giacomo Leopardi (1798-1837), Gedanken
  • Auch die geschickteste Lüge kommt an den Tag.
    es] Aunque compuesta la mentira, siempre es vencida.
  • Auch die gezählten Schafe frisst der Wolf.
  • Auch die Glocke des Iwanwjelikij läutet nicht von selbst.
  • Auch die goldene Glocke gilt für missraten, an der ein hölzerner Klöppel hängt.
  • Auch die Grammatik ist philologisch zum Teil; der andre Teil ist philosophisch.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, IV. Teplitzer Fragmente
  • Auch die grimmigsten Bären leben in Frieden miteinander.
    la] Saevis inter se convenit ursis.
  • Auch die große Wolga war erst ein kleiner Fluss.
  • Auch die größte Weisheit, zur falschen Zeit gepredigt, ist Ketzerei.
  • Auch die Güte hat ihre heiklen Punkte. Da wird sie zur Dummheit.
    Jean Ciono
  • Auch die Handmühle genügt, wenn die alte Mühle Tauffest hat.
    ee] Küll saab käsikivistki, kui vana veskil varrud on.
  • Auch die heftigsten Leidenschaften lassen uns manchmal in Ruhe, die Eitelkeit aber treibt uns beständig an.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Réflexions morales
  • Auch die Heiligen haben ihre nchwachen Augenblicke.
  • Auch die Helden siegen nicht immer.
  • Auch die Henne kratzt nicht vergeblich (o. scharrt nicht umsonst).
  • Auch die Henne weiß, wenn sie aufs Genist (auf die Schlafstange) fliegen soll.
  • Auch die Herrscher haben einen Herrscher.
  • Auch die höchste Eiche wächst nicht über ihren Gipfel hinaus.
    Lettland
  • Auch die Hoheit darf das Schöne schmücken,
    Der goldne Reif erhebt den Edelstein.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Braut von Messina, 630/31 (Don Manuel)
  • Auch die hohlste Nuß will noch geknackt sein.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Zarathustra, I, Vom freien Tode
  • Auch die Hölle ist schließlich ein Aufenthaltsort.
  • Auch die Hornisse kommt zum Zuckertopf.
    i] Auch dem Gefährlichen kann man schmeicheln.
  • Auch die Hunde der Herren werden zu Herren.
  • Auch die Hunde haben Rachegöttinnen.
    Altgriechisch
  • Auch die Hyäne hat einen Freund.
  • Auch die jungen Bären brummen schon.
  • Auch die Kapelle gehört schmuck.
    Österreich-Schlesien
    Von einer putzsüchtigen Frau.
  • Auch die Katze bedeckt ihren Dreck.
    ee] Kass katt ka uma sita kinni.
  • Auch die Katze braucht bitteren Rettich.
    ee] Kassile ka mõrro ritka vaja.
  • Auch die Katze frisst gern Fisch, aber sie scheut das Wasser.
    hu] A macska is szereti a halat, de kerüli a vizet.
  • Auch die Katze frisst gerne Fisch, aber sie scheut das Wasser.
  • Auch die Katze singt ja für denjenigen, der sie streichelt.
  • Auch die Katze stirbt vor Sorge.
  • Auch die Katze wagt den König anzusehen, warum sollte der Mensch denn nicht wagen, einen anderen Menschen anzusehen.
  • Auch die Katze wird nach dem Geschlecht besehen, genauso soll der Mann besehen werden.
    ee] Kassi vaadatakse koa sugu järele, niisama peab koa meest vaatama.
  • Auch die Kehrseite hat ihre Kehrseite.
  • Auch die Keuschheit würde lieber zugeben, dich vor zwei Jahren erhört als vor zwanzig abgewiesen zu haben.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Christlicher Umlaut
  • Auch die kleinen Nachtigallen
    lassen ihre Fürze knallen.
    Meinst du denn, das stolze Ross,
    dieses hätt' am Arsch ein Schloss?
  • Auch die kleinste Fliege hat fünf Eingeweide.
  • Auch die kleinste Katze kratzt.
    i] Jeder tadelt gern.
    zit] Man sieht's auch an den jungen Katzen, die haben spitz und scharpffe Tatzen.
    fr] Il n'est si petit chat, qui n'égratigne.
  • Auch die kleinste Nadel darf man nicht verschlucken.
    Japan
  • Auch die kleinste Pfütze spiegelt den Himmel!
  • Auch die kleinste Quelle kann in ihrem Laufe der Zuflüsse so viele aufnehmen; dass sie zum wilden, verheerenden Strom wird, und der unbedeutendste Sittenfehler kann durch alle die, die sich nach und nach ihm zugesellen, in die gehässigsten, verderblichsten Laster führen.
    Johann Jacob Engel (1741-1802), Fürstenspiegel: Sittenwert
  • Auch die Könige irren sich, wenn sie über ihre Regierung, die Heerführer, wenn sie über ihre Feldzüge schreiben: wie viel mehr, wenn sie davon reden!
    Christian Garve (1742-1798), Über Gesellschaft und Einsamkeit
  • Auch die kräftigste Tanne wächst sich einmal aus.
  • Auch die Krähe fällt manchmal zu Boden.
    ee] Vares kukub ka vahest maha.
  • Auch die Krähe fliegt auf den Festschmaus zu.
    ee] Varõski lindas liiku pääle.
  • Auch die Krähe fliegt gegen den Wind.
  • Auch die Krähe hinterläßt zwei Reihen.
    ee] Vares paneb ka kaks viirga.
  • Auch die Krähe ist da, wo andere Vögel sind.
    Finnland
  • Auch die Krähe kennt ihr Nest.
  • Auch die Kränze des Ruhms sind Gunst und Gnade der Götter,
    Die sie dem Glücklichen nur unter den Würdigen leihn.
    Emanuel Geibel (1815-1884), Distichen
  • Auch die Kröte würde gern Nüsse knacken, aber ihr fehlen die Zähne.
  • Auch die Krüppel und Lahmen müssen mit fort.
    la] Herniosi in campum (sc. prodeunt).
  • Auch die Kuh hält sich für eine Musikantin, wenn sie eine Schelle trägt.
  • Auch die Kultur, die alle Welt beleckt,
    Hat auf den Teufel sich erstreckt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Hexenküche (Mephisto) Vs 2495
  • Auch die Kunst ist Himmelsgabe,
    Borgt sie gleich von ird'scher Glut.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Punschlied
  • Auch die lahmen Frauen heiraten.
  • Auch die längste Nacht hat einmal ein Ende.
    en] The longest night will have an end.
  • Auch die Lotusblume blüht nicht immer.
    Indien
    i] Keine Schönheit ist von Dauer.
  • Auch die Luft in deinem Land kann heilen.
  • Auch die Lüge hat einen technischen Notdienst: die Notlüge.
  • Auch die Macht gibt dem Verstande nach.
  • Auch die Manufaktur reichte nicht mehr aus. Da revolutionierte der Dampf und die Maschinerie die industrielle Produktion. An die Stelle der Manufaktur trat die moderne große Industrie, an die Stelle des industriellen Mittelstandes traten die industriellen Millionäre, die Chefs ganzer industrieller Armeen, die modernen Bourgeois.
    Karl Marx, Kommunistisches Manifest
  • Auch die Mauern haben Ohren.
    nl] De muren hebben ooren.
  • Auch die Maus ist mutig, wenn die Katze schläft.
    ee] Hiir om ka julgõ, ku' kass maka.
  • Auch die Maus verteidigt ihr Loch.
  • Auch die Mohnblume riecht, wenn sie zwischen Rosen steht.
    nl] De heulbloem tusschen de rozen ruiken.
  • Auch die Mücke hat ihre Milz.
    la] Habet et musca splenem.
  • Auch die Mücke, die an die Wand pisst.
    i] Zu ergänzen: soll sterben u.s.w.
    zit] Ihr Schurken, komm' ich 'rein, so wisst, soll hängen, was die Wand bepisst.
  • Auch die Nacht hat ihre Freuden.
    la] Habet et nox suas voluptates.
  • Auch die Nacht hat Ohren.
  • Auch die Nachtigall röchelt in ihrer Todesstunde.
    Japan
  • Auch die Nachtigall wird nicht mit Worten gefüttert.
    bm] Slavík se bajkami nekrmí.
  • Auch die Nasentropfen werden nach der Reihe befördert.
  • Auch die Nessel hat recht, wenn sie sagt, dass sie zu den Pflanzen gehöre.
  • Auch die Nessel ist eine Pflanze, aber man wählt sie nicht zum Tanze.
  • Auch die Nessel spricht gern von ihren Blüten.
  • Auch die Nessel treibt Blüten, man merkt es ihnen aber an, von welchem Strauch sie kommen.
  • Auch die Pause gehört zur Musik.
    Stefan Zweig (1881-1942), Verwirrung der Gefühle
  • Auch die Philosophie hat ihre Blüten. Das sind die Gedanken, von denen man immer nicht weiß, ob man sie schön oder witzig nennen soll.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, I. Blütenstaub
  • Auch die Philosophie ist in gewissem Sinn etwas Individuelles, und für jeden ist nur diejenige die wahre, die ihn glücklicher und zufriedner macht als er ohne sie wäre.
    Christoph Martin Wieland (1733-1813), Aristipp und einige seiner Zeitgenossen
  • Auch die Pirogge ißt man unter der Bank.
    ee] Piirakut süvvas pingi all kah.
  • Auch die primitiven Rebellionen brachten schon ein gewisses Erwachen des Bewusstseins zum Ausdruck: die Arbeiter verloren den uralten Glauben an die Unerschütterlichkeit der sie unterdrückenden Ordnung, sie begannen die Notwendigkeit einer kollektiven Abwehr ...
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung
  • Auch die reden vom Paradiese, die für die Hölle bestimmt sind.
  • Auch die Regenwürmer kriechen hervor, wenn ein schöner Tag ist.
    Abraham a Sancta Clara, Parömiakon
  • Auch die Reichen haben ihr Unglück.
  • Auch die reizendste Unterhaltung langweilt einen Menschen, der in eine Leidenschaft verstrickt ist.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Unterdrückte Maximen
  • Auch die richtige Beurteilung des Gegners ist für den Erfolg unerlässlich. Hier heißt es Vorsicht üben. Man darf nie einen Schachzug in der vollständig sicheren Voraussetzung tun, dass der andere Mitspieler einen gewissen Zug machen werde.
    Otto von Bismarck (1815-1898), zu H. Hofmann
  • Auch die rosigsten Lippen müssen gefüttert werden.
    England
  • Auch die Schafe empfinden's, wenn der Schäfer ein böses Jahr hat.
  • Auch die scheinbar niedrigste Beschäftigung kann durch den Geist, der sie belebt, geadelt werden.
    Oskar von Redwitz (1823-1891), Hymen (1885)
  • Auch die schlechte Spindel wird gelobt, ist der Faden gut gesponnen.
  • Auch die Schlechtigkeit der Menschen ist ein unersättliches Ding, und wenn sie anfangs mit zwei Obolen zufrieden waren, so verlangen sie, wenn diese erst herkömmlich geworden sind, immer mehr, bis sie zuletzt kein Maß mehr kennen. Denn das ist die Art der Begierde, kein Maß zu kennen, der Begierde, sage ich, in deren Befriedigung das Leben des großen Haufens aufgeht.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Politik
  • Auch die Schnepfe kennt fremdes Land.
  • Auch die schönste Frau wird schließlich hässlich wie ein Affe.
    Japan
  • Auch die schönsten Beine sind irgendwo zu Ende.
  • Auch die schönsten Waffen sind unheilbringende Geräte.
    Laotse, Tao te king
  • Auch die schwache Fliege sticht.
    Hans Aßmann von Abschatz, Sprichwörter
  • Auch die Schwachsichtigkeit, sieht sie durch Mikroskop und Tubus, nennt sich Wissenschaft.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Auch die Schweine haben ihre Träume, doch sprechen sie nicht davon.
    Finnland
  • Auch die Selbstgenügsamkeit halten wir für ein großes Gut, nicht, um uns unter allen Umständen mit dem Wenigen zu begnügen, sondern, damit wir, wenn wir das Viele nicht haben, mit dem Wenigen zufrieden sind ...
    Epikur (341-270 v. Chr.), Brief an Menoikeus
  • Auch die Sonne hat ihre Flecken.
    it] Anche il sole ha le sue macchie.
  • Auch die Sonne ist nicht ohne Flecken.
    zit] Genug, wenn Fehler sich mit größerer Tugend decken; die Sonne zeugt das Licht und hat doch selber Flecken.
    fr] Le soleil lui-même n'a-t-il pas des taches?
    nl] Men ziet zelfs vlekken in de zon.
    it] Anche il sole ha le sue macchie.
  • Auch die Sonne kann nicht leuchten, wenn sie durch eine Wolke bedeckt wird.
  • Auch die Sonne zeigt sich zuweilen da, wo sie nicht ist.
  • Auch die Sonne, deren Licht auf alles fällt, erwärmt nicht die ganze Welt.
  • Auch die Spatzen zwitschern es.
    hu] A verebek is csiripelik.
  • Auch die strenge Fastenzeit hat einen Sonntag, der Lätare heißt.
  • Auch die Tugend hat ihre Helden.
    Schiller, Wallenstein
  • Auch die Tugend ist eine Kunst, und auch ihre Anhänger teilen sich in Ausübende und Liebhaber.
    Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen
  • Auch die Tugend
    Hat ihre Helden, wie der Ruhm, das Glück.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Tod, I, 7 (Gräfin)
    dk] Dyyd faær vel forsvar.
  • Auch die unrecht tun, hassen das Unrecht.
  • Auch die vollste Schüssel wird einmal leer.
  • Auch die Vorherbestimmung ist ... die einfachste Sache der Welt, und deshalb ebenso schwer zu verstehen wie der Rest.
    Multatuli, Millionen-Studien
  • Auch die Wahrheit ertrinkt, wenn das Gold aufschwimmt.
  • Auch die Wahrheit kann man nicht immer sagen.
    Finnland
    nl] Men mag eene waarheid zeggen en eene waarheid zwijgen.
  • Auch die Wand hat Ohren.
    hu] A falnak is füle van.
  • Auch die Wände haben Ohren und der Wald hat Augen.
  • Auch die Wände haben Ohren.
    zit] Auch die Wände, glaub's nur, da und dort, haben Ohren, hören jedes Wort.
    i] Nicht von allen reden, sagen die Osmanen, denn die Erde hat Ohren.
    Jüdisch-deutsch] Osnajem le-kojssel a stiefel hot auch Ohjern.
    i] Der erste Satz ist ein rabbinisches Sprichwort, das große Verschwiegenheit empfiehlt, indem es sagt, dass auch die Wände Ohren haben. Der andere Satz ist ein Anhängsel des Volkswitzes, welcher hinzufügt, dass auch die Stiefeln Ohren haben. Wänd hoben Ojern, die gassen hoben Augen.
    dk] Muusene og ormene i sæggen see og høre.
    dk] Ofte er hwlt hørende nær.
    en] Fields have eyes and woods have ears.
    en] Walls hawe cars.
    fr] Les mureilles ont des oreilles.
    la] Nullum puta sine teste locum.
    la] Omnis angulus est oculatus.
    la] Parietes habent aures.
    la] Sub omni lapide scorpius dormit.
    es] Las paredes tienen vidos. Don Quixote
    un] Néha a' házfalnak is vagyon szeme.
  • Auch die warmen Tage im Winter sind kalt, auch die kalten Tage im Sommer sind warm.
  • Auch die Weiber können schweigen, aber nur über ihr Alter.
  • Auch die Weisen irren.
  • Auch die Wespen erzeugen Honig.
  • Auch die Widerwärtigkeiten schrecken uns nicht.
    la] Nec aspera terrent.
    Wahlspruch der Welfen.
  • Auch die wilde Ehe zähmt.
  • Auch die Wissenschaft hat ihre Apostel, ihre Märtyrer, ihre Gesetzgeber, ihren Katechismus, und sie dringt überall ein.
    Francesco De Sanctis (1817-1883), Über die Wissenschaft und das Leben
  • Auch die Wissenschaft hat ihre Zeit der Unmündigkeit, wenn sie eben anfängt und noch fast kindisch ist; dann ihre Jugend, wenn sie üppig und übermütig ist; darauf ihre Mannesjahre, wenn sie gesetzt und gebändigt ist; und endlich ihr Greisenalter, wenn sie trocken und erschöpft ist.
    Francis Bacon (1561-1626), Über die Wandelbarkeit der Dinge
  • Auch die Wohltat einer Mahlzeit soll man dem anderen erwidern.
  • Auch die Wölfe fressen den Winter nicht auf.
  • Auch die Wolga wäscht nur von außen rein, nicht von innen.
  • Auch die Worte missentwicklung [bei Pflanzen], missbildung, Verkrüppelung, Verkümmerung sollte man mit Vorsicht brauchen, weil in diesem Reiche die Natur, zwar mit höchster Freiheit wirkend, sich doch von ihren Grundgesetzen nicht entfernen kann.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte meines botanischen Studiums - Nacharbeiten und Sammlungen
  • Auch die Zarin verzieht den Mund, wenn sie sich erbricht.
  • Auch die zertretene Rose duftet.
  • Auch die Ziege würde nicht auf den Markt gehen, wenn man sie nicht treiben würde.
    hu] A kecske se menne a vásárra, ha nem hajtanák.
  • Auch dies ist eine unserer Eigenarten, dass wir gerne jemanden misshandeln, dessen Seele anders besaitet ist als die unsere.
    Multatuli (1820-1887), Woutertje Pieterse
  • Auch dieser Trieb, sein Kind durch einen wohlklingenden Namen, wenn er auch sonst nichts weiter hinter sich hätte, zu adeln, ist löblich, und diese Verknüpfung einer eingebildeten Welt mit der wirklichen verbreitet sogar über das ganze Leben der Person einen anmutigen Schimmer.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,11
  • Auch dir ist nichts versagt.
    O Edler Geist entreiß/laß dich doch nicht so binden:
    Du kanst GOtt herrlicher/als alle Heilgen finden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Andertes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 76
  • Auch dort (in der schönen Literatur der neuesten Zeit) sind große Zwecke und echter Sinn für das Wahre und Tüchtige und dessen Verbreitung sehr seltene Erscheinungen. Einer hegt und trägt den anderen, weil er von ihm wieder gehegt und getragen wird, und das wahrhaft Große ist ihnen widerwärtig, und sie möchten es gerne aus der Welt schaffen, damit sie selber nur etwas zu bedeuten hätten. So ist die Masse, und einzelne Hervorragende sind nicht viel besser.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 15.10.1825
  • Auch dort gibt es Alte, denk darüber nach.
  • Auch dort, wo du eine Frau findest, ist dein Vaterland.
    Arabien
  • Auch du ohne Klage
    Gedenk der Tage,
    Die froh wir verlebt.
    Wer Gutes empfangen,
    Der darf nicht verlangen,
    Dass nun sich der Traum ins Unendliche webt.
    David Friedrich Strauß (1808-1874)
  • Auch du, mein Brutus?
    i] Diese Worte soll Julius Cäsar ausgerufen haben, als mehrere Mörder auf ihn eindrangen, unter denen er auch seinen Freund, Brutus, erblickte. Wir bedienen uns des Ausdrucks, wenn wir unter unsern Gegnern eine Person erblicken, die wir bisher zu unsern Freunden gezählt haben.
    la] Et tu, mi fili? (auch: Et tu, Brute?) Suetonius, De vita Caesarum, Caesar
    la] Tu quoque, Brute, mi fili?
  • Auch du, mein Sohn?
    geflügeltes Wort
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