• DICTUM
    A

  • A ädert mich ufn Tûd.
    Schlesien
    i] Quält, martert.
  • A Bass passira.
    i] Einen Missgriff machen, ein kleines Missgeschick haben, oft auch ein Vorwurf der Ungeschicklichkeit, der Unachtsamkeit, Nachlässigkeit.
  • A bauersche kopf!
  • A beser Mut äs nit gud.
    Waldeck
  • A bis'l un a bis'l,
    Wert a fulle schissel.
  • A bravs Madl und a guats Knedl steht ungweckt auf.
    Wien
  • A Brei waart so hiat egh idjen üs'r ap den waart.
    Nordfriesland
    i] Es wird nicht jedem Befehl, besonders dem zu strengen, sogleich Folge geleistet, wenn er gegeben ist, er wird selten in dem Umfange ausgeführt, in welchem er erlassen ward. Als Trost den Befehlen der gestrengen (großen und kleinen) Herren gegenüber, um anzudeuten, dass die Strenge in der Ausführung abgeschwächt wird.
    nd] De Briei wärt altît haiter opgaft ärr 'e giäten wärt.
    Arnsberg
    nd] Me ittet den Brî nit sau wârme, osse ennem für'n satt wêrd.
    en] Things are never as bad as they look.
    fr] Tout s'arrange avec le temps.
    it] Non si deve tutto prendere per oro colato.
  • A breite Tür herein ün a schmale heraus.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Von anscheinend lockenden Geschäften, die uns später viel Sorge machen.
  • A broad hint.
    de] Ein Wink mit dem Zaunpfahl.
  • A Bröckl streckt an Aaderl.
    Bayern
    i] Auch eine kleine Gabe tut Wirkung.
    de] Ein Bröckchen streckt ein Äderchen.
  • Ä Bröde loan.
    Siebenbürgen/Sachsen
    i] Im Broden liegen. Wird zunächst von Scheintoten gebraucht, dann von Zerstreuten. Broden = Dampf, Dunst, Betäubung
  • A Broder feine Berge.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] In der Meinung der polnischen Juden stehen die galizischen hoch, unter diesen nehmen wieder die Brodyer die erste Stelle ein. Brody erfreut sich des Rufes einer gebildeten Stadt und erhielt in neuester Zeit den scherzhaften Beinamen 'Jung-Athen'. Was Wunder also, wenn man in jedem 'Broder' einen 'feinen Berge', d.h. einen wohlerzogenen Menschen erblickt.
  • A Bruche auf dein Kopp.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Bruche = Segen. Als Belobung, Aufmunterung.
  • A Brünnen schoppt sich auch aus.
  • A Bucher wû a Baum, a Mojd wie a S'osnes.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Bucher = Jüngling, junger Mann; Mojd = Maid, Mädchen; S'osnes = Frühling. Von einem hübschen, stattlichen Brautpaar.
  • A Bud is wie Taschlech.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Taschlech heißt die Zeremonie am ersten Neujahrstage, wenn man zum Flusse geht, um dort nach einem kurzen Gebete die Sünden abzuschütteln. Sinn: Ein Bad ist für den Körper, was das Taschlech für den Geist, nämlich reinigend.
  • A Chein wie frischer Chrein.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Chein = Anmut; Chrein = Meerrettig.
  • A D und R, sagte der höfliche Bauer, als man ihn fragte, was er vom Schulzen bekommen habe.
    Oberlausitz
    i] Wird sehr häufig zur Beantwortung der Fragen gebraucht, wo man die Antwort geben will: einen Dreck
  • A D
    la] Anno Domini/Ante Diem
  • A damlanger Hans'l.
    Oberösterreich
    i] Sehr klein von Gestalt sein. Eigentlich der Titel eines Volksbuchs, das allerlei Abenteuer erzählt, die sich mit Hansel, der nur die Länge eines Daumens hatte, zugetragen haben.
  • A darbt's am Halse und frisst's selber.
  • A darf nich denken, dass armer Loite Kinder Katzen sein, wenn se gleich rauche Keppe hoan.
  • A darf och nich dazu lachen.
  • A de bescht Gaul schdolb(er)t emol.
  • A dem schmöckti kei Hund.
    Aargau
    i] Der ist so verachtet, dass ihn kein Hund anriecht.
    de] Den röche kein Hund an.
  • A denkt olle Furz lang wos anders.
    Schlesien
  • A denkt wohl nicht, dass Dreck sein Vetter ist.
  • A denkt, a hôt de Klughett gar gefressen.
  • A denkt, a is Hoan im Kurbe.
    de] Er denkt, er ist der Hahn im Korb.
  • A denkt, ich bîn em groade gut genug.
    Schlesien
  • A Dorfshünd.
    Jüdisch-deutsch
    i] Damit wird ein Kleinstädter bezeichnet, der sich in Gesellschaft linkisch benimmt, etwa wie ein 'Dorfhund' in Gesellschaft von 'Stadthunden.'
  • A Dürr'n haben, dass eim de Rippen krachen.
    Oberösterreich
    i] Sehr mager sein.
  • A Ei es schnell gelegt, aber nit schnell ausgebrüt.
    Nassau
  • A enger Handschuh und a weiter Schuh.
    Neresheim
  • A es weg wi Wesewosser.
    i] Wesewosser = Wiesenwasser. Das eben nur vorübergehend behufs der Bewässerung auf die Wiesen geleitet wird.
  • A Ferthinst gongt me a Swin tu Bêd an stênt me a Hannen wedder ap.
    Amrum
    de] Der Verdienst geht mit den Schweinen zu Bett und steht mit den Hühnern wieder auf.
  • A fischt gar gerne im Trüben.
  • A fittert zererst 's Grumd, dernô 's Hiä.
    Böhmisch-Friedland
    i] Ein Bauer aus Lusdorf (Dorf in der Herrschaft Friedland in Böhmen), der drei Töchter hatte, wurde angegangen, die jüngste derselben einem jungen Mann zur Frau zu geben. Da ihm daran lag, vor der jüngsten Tochter die zwei ältesten zu verheiraten, antwortete er dem Bewerber: 'Ich fitter' zererst 's Hiä, dernô 's Grumd.' Verfährt nun jemand in entgegengesetzter Weise, so wendet man die obige Redensart an.
  • A Floj känn auch beißen.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Floj = Floh. Selbst der Kleinste kann schaden.
  • A Fôglar diar so êder sjong, gung a Kâter iar inj aauer a dik me (wegh me üüb a Dâi).
    Amrum
    de] Die Vögel, die so früh singen, mit denen geht die Katze über den Deich (am Tage weg).
  • A fremder Pelz warmt nit.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Geborgte Sachen gewähren keinen dauerhaften Nutzen.
  • A furzt wie a Waldesel.
  • A G'hag is a Grunddieb.
    Oberösterreich
    i] In älterer Zeit waren dieselben häufig die Marken und bestanden meistens aus (Hasel-)Pflanzungen.
    de] Ein Gehege ist ein Grunddieb.
  • A g'schlagena Stund'.
    i] So viel als eine Glockenstunde.
  • A G'vada is a G'vada.
    Oberösterreich
    i] Eine uns nahestehende geachtete Person.
    de] Ein Gevatter ist ein Gevatter.
  • A galizianer Mejüches.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Adelicher. Die galizischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen im Rufe wohlgesitteter, gebildeter Menschen von guter Abkunft (Mejüches).
  • A Gaul, der das Schlagen gewohnt ist, tut nimmer anders.
  • A gebe a Uhr und a Ôge drümm.
    de] Er gäbe ein Ohr und ein Auge darum.
  • A gesagt haben.
    i] Zu Beginn sein Einverständnis gegeben haben und deshalb nicht mehr zurückkönnen. 'Wer A sagt, muss auch B sagen'. A = erster Buchstabe des Alphabets = Beginn einer Angelegenheit, B = zweiter Buchstabe = Fortführung.
  • A Geschäft wo man nimmt mehr heraus, wie man legt herein.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Euphemistische Bezeichnung für Lavement
  • A Geschrei wie beim Chorben Beiss-ha-mikdesch.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Chorben = Zerstörung; Beiss-ha-mikdesch = heiliger Tempel. Ein großes Jammergeschrei, wie bei der Zerstörung des Tempels zu Jerusalem.
  • A gestoppter Lamden.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Ein mit Gelehrsamkeit vollgestopfter Mensch, der sie nicht nützlich zu verwerten weiß.
  • A gewogen Rändel.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Ein Dukaten. So bewährt und allgemein anerkannt wie ein vollwichtiger Dukaten.
  • A gibt mir weder das Kalte, noch's Warme.
    Schlesien
  • A gieht schun uf der Grube rum.
  • A gihd ei de Welt.
    Schlesien
  • A ginnt kem Mensche nischt.
    Schlesien
    zit] Mene Nuchbern, dos missginstige Web, gint kim Mensche nischte, auch nich de Lufft, mir weider 's koalde, noch 's woarme.
  • A git of Schtälza.
    i] Schreitet stolz einher.
  • A gît rem wi a Lehmtreter.
  • A gît rem wi Pott Lehmsâk.
    Österreich/Schlesien
    i] Gedankenlos, betrübt.
  • A gît rem wi Tripstrill.
    i] Blöde, betrübt, gedankenlos.
  • A gläserner Bär.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Ein plumper Mensch. Zur Schwerfälligkeit des Bären wird hier noch die Zerbrechlichkeit des Stoffes hinzugesellt.
  • A goische kopf!
  • A gönnt ehme weders kalte nochs warme.
  • A gönnt einem nicht die Luft.
    nl] Hij gunt niemand iets goeds dan zich zelven.
  • A gönnt kenem Menschen nischte.
  • A Gost mag a Gästel mîte brengen.
    Schlesien
    i] Gost = Gast
  • A Gott's ganef!
  • A greift um sich wie a Flêscher.
    zit] A hat an gude Posaune, mit dar a schune a wing rackarn koan. Se seldan 'n amol bloß'n sahn un hiern; a stisst nei un grefft im sich wie a Flêscher.
  • A greisse chmara un wintzig regen.
  • A großer Bauch kommt net von kloine Lensa.
  • A großer Vogel braucht a groß Nest.
  • A guata Klinga schlaga.
    Würzburg
  • A guate Hund ve'laft se' nit u an schlecht'n is kua Schad.
    Unterinntal
    i] ve'laft se' nit = verläuft sich nicht
  • A guats Pfoad findt ma auf da Stra und net auf'n Tumlplatz.
    i] Pfoad vom mhd. pfeit, altsächs. peda, gothisch paida. Wörtlich: ein gutes Hemd findet man auf der Streu und nicht auf dem Tummelplatz; in dem Sinne: ein häusliches Mädchen findet man bei der Arbeit im Hause oder in der Scheune und nicht auf dem Tanzboden.
  • A guats Ross wird nie a Mähre.
  • A gud Redhaus habe.
    Oberösterreich
    i] So sagt man von jemandem, der seinen Mund gut zu gebrauchen weiß, ein gut Mundwerk besitzt, wohl von dem mittelhochdeutschen redehûs. Ort in Klöstern zur Besprechung und Unterhaltung mit Laien.
  • A guet'n Heunt.
    de] (Ich wünsche) einen guten Morgen.
  • A Gurg'l hab'n wier' ä Stief'lrehrn.
    Oberösterreich
    i] Von einem, der im Trinken Ungewöhnliches leistet, sagt man: Er hat eine Gurgel wie eine Stiefelröhre.
  • A güt Wort bringt a güte Äntver.
    Jüdisch-deutsch
    i] Äntver = Antwort. Freundliches Entgegenkommen gewinnt die Herzen.
  • A gute Red find a guate Statt.
  • A gute tochter iz a gute schnur.
  • A Guter brauch' kein Klopp, a Schlachten helfen kein Klopp.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Klopp = Schläge
  • A güter Chasen, thur sich nit schmaden.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] thur = darf; schmaden = taufen lassen. Weil er vermöge seiner Borniertheit nicht fähig ist, selbst einen der vielen Erwerbszweige, die dem Christen offen stehen, zu ergreifen.
  • A guter Esser is a schlechter Faster.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
  • A guter fraint is oft besser fun a bruder.
  • A Guter gehört auf dem guten Ort.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Unter dem guten Ort ist der Kirchhof verstanden.
  • A güter Schlittweg is a güter Wugenweg, a güte Tochter is a güte Schnür, a schön Mädel is a schön Weibel.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Schnür = Schwiegertochter. Was von Natur gut ist, bleibt es auch unter allen Verhältnissen.
  • A guts Rühle got über a guts Brühle.
    Schwarzwald
    i] Die Brühe oder Suppe ist das Leibessen in Schwaben; dennoch legt das Sprichwort der Ruhe, wenn auch nur einer kleinen, einen noch höhern Wert als der Suppe bei.
  • A habernes Ross und an g'schmalzenen Mann, die zwoa reisst koa Teufl zam.
    Oberbayern
    i] Hafer macht das Pferd, Schmalzkost den Mann arbeitsfähig und stark.
  • A Häfelesgucker.
    Nürnberg
    i] In Oberösterreich Hafarlgucka. Einer der gern in die Häfen oder Töpfe schaut. Von einem Manne, der sich um die kleinen häuslichen Geschäfte, die den Frauen zustehen, bekümmert und besonders viel in der Küche herumschnüffelt.
    fr] C'est Jocrisse qui mène les poules pisser.
  • A Handschrift ist für Leben und Sterben guet.
  • A hat a sitzade Hose.
    Oberösterreich
    i] Er bleibt gern lange hocken, wo er zum Sitzen kommt.
  • A hat alle Händ viel zu tun, wie a Kater im März.
    Schlesien
  • A hat an Arsch wie die Bärweiber.
    i] Frauen, die in den Wald gehen, um Beeren zu sammeln, und die meist sehr dick gekleidet sind
    la] Callipygi
  • A hat an Fratze wie's Berliner Steinpflaster.
    Schlesien
    i] Von stark Pockennarbigen
  • A hat an Gnadenspitzrig (weg-)gekriegt.
    i] Eine Gunst, eine Gnadenbezeigung, oft aber ironisch. Wohl vom Einschenken hergenommen.
  • A hat an gude Posaune, mit dar a schune a wing rackarn koan. Se seldan 'n amol bloß'n sahn un hiern; a stisst nei un grefft im sich wie a Flêscher.
  • A hat an Tole.
    Schlesien
    i] Tole = Dohle. Er ist betrunken
    zit] Wenn a Abends aus 'm Kretschen kimmt un an Tole hot, limmelt er sich an e Gartentürle.
  • A hat Angst wi a ruthköppig Farkel.
  • list home >>>