WISDOMS

Auch in der Kirche gibt's Spinneweben genug.

Auch in der nächsten Welt werden wir dem Adel dienen müssen, denn der sitzt im Kessel und wir müssen die Feuer schüren.
Russland

Auch in der Nacht ist die Milch weiß.
Bornu

Auch in der Probe sollte man sich nichts erlauben, was nicht ins Stücke vorkommen darf.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Regeln für Schauspieler § 68

Auch in der Tat ist Raum für Überlegung.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Natürliche Tochter A III Sz 1 (Sekretär) Vs 1198

Auch in des Fremden Auge bleibt das Wasser nicht.

Auch in ein neues Glück muss man sich schicken lernen.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen

Auch in einem Königshaus lernt man wie die Affen: indem man die Eltern beobachtet.
Charles, Prince of Wales

Auch in Feindesmunde fort
Lebt ihm seines Namens Ehre.
Friedrich Schiller (1759-1805), Gedichte, Das Siegesfest

Auch in Frauen bewahrt das Alter vieles, was man in ihrer Jugend vergeblich suchen würde.
Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Briefe an eine Freundin

Auch in ihr politisches und geistiges Leben müßte mit der politischen Emanzipation der Frauen ein starker frischer Wind hineinwehen, der die Stickluft des jetzigen philisterhaften Familienlebens vertreiben würde, das so unverkennbar auch auf unsere Parteimitglieder, Arbeiter wie Führer, abfärbt.
Rosa Luxemburg (1871-1919), Eine taktische Frage

Auch in ihrer Kleidung forcieren sich diese Frauen, oft zeichnen sie sich durch die Nachlässigkeit derselben aus, oder sie wählen Schnitte, die ihnen von Weitem das Ansehen von Männergestalten geben, oder auffallende Farben, die gleich als eine Demonstration gelten können.
Louise Otto-Peters (1819-1895), Die Demokratinnen

Auch in keinem strengen Winter kann man sich die Nase erfrieren.

Auch in männermordenden Geisteskämpfen kann man manchmal einer Frau einen Blumenstrauß zuwerfen, ohne daß die Menge es merkt. Aber bei der zweiten Lektüre offenbart sich dem Feingefühl ein Pamphlet als Liebesbrief.
Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Eros, Moral, Christentum

Auch in Paris macht man aus Hafer nicht Reis.
Polen

Auch in Rom müssen die Leute sterben.

Auch in schlichtem Kleid wohnt Geschicklichkeit.

Auch in unserem Körper hat das Herz mehr Macht als die Hand, in ihm ist die belebende Kraft.

Auch in Wien gibt's arme Leute.
bm] I ve Vídni lidé bídní.

Auch in Wissenschaften kann man eigentlich nichts wissen, es will immer getan sein.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 415

Auch ist als schmutzig zu betrachten, der Kleinhandel, der vom Großhändler kauft, um sofort wieder zu verkaufen; denn ohne unverschämte Lügen machen sie keine Geschäfte, und nichts widert einen so an als Lug und Trug.
Cicero (106-43 v. Chr.), Drei Bücher von den Pflichten

Auch ist das Glück und die Frauens für die Jugend, sie bedarf keiner Hilfe und ist Hilfe reich.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 23.6.1784

Auch ist das Suchen und Irren gut, denn durch Suchen und Irren lernt man. Und zwar lernt man nicht bloß die Sache, sondern den ganzen Umfang.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.5.1825

Auch ist der Schwur eines Liebhabers nicht zuverlässiger als das Wort eines Bierschenken: sie bekräftigen beide falsche Rechnungen.
William Shakespeare (1564-1616), Wie es euch gefällt

Auch ist die beste Vorlesung oft ein glückliches Impromptu, eben weil der Mund kühner ist als die Feder.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an F. A. Wolf, 28.11.1806

Auch ist die Gegenwart gar nicht verständlich ohne die Vergangenheit und ohne ein hohes Maß von Bildung.
Novalis (1772-1801), Fragmente

Auch ist er der herrlichste, die mannigfaltigsten Abwechslungen darbietende und herbeiführende Charakter.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Philostrats Gemälde

Auch ist es besser, Gefahren auf halbem Wege entgegenzugehen, wenn sie auch nicht näherkommen, als zu lange auf ihr Herankommen zu warten; denn wenn jemand zu lange wacht, kann man darauf wetten, dass er einschläft.
Francis Bacon (1561-1626), Essays

Auch ist es schwer, den Urheber aller Dinge kennenzulernen; und hast du ihn entdeckt, so ist es doch unmöglich, ihn dem großen Haufen begreiflich zu machen.
Platon (428-347 v. Chr.), Timaios

Auch ist Gelegenheit ein launisch buhlend Weib,
Die nicht zum zweiten Male wiederkehrt,
Fand sie beim erstenmal die Tür verschlossen.
Franz Grillparzer (1791-1872), Weh dem, der lügt, III, 1 (Leon)

Auch ist jede lebhafte Freude ein Irrtum, ein Wahn, weil kein erreichter Wunsch dauernd befriedigen kann, auch weil jeder Besitz und jedes Glück nur vom Zufall auf unbestimmte Zeit geliehen ist, und daher in der nächsten Stunde wieder zurückgefordert werden kann. Jeder Schmerz aber beruht auf dem Verschwinden eines solchen Wahns: beide also entstehen aus fehlerhafter Erkenntnis: dem Weisen bleibt daher Jubel wie Schmerz immer fern, und keine Begebenheit stört seine Ataraxie.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Welt als Wille und Vorstellung

Auch ist nicht zu leugnen, dass die Empfindung der meisten Menschen richtiger ist als ihr Räsonnement. Erst mit der Reflexion fängt der Irrtum an.
Friedrich Schiller (1759-1805), an Goethe, 30. Juli 1799

Auch ist nichts abgeschmackter als der Tod...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II, Paralipomena - Bruchstücke

Auch jetzt noch ist Frankreich der Sitz der geistigsten und raffiniertesten Kultur Europas und die hohe Schule des Geschmacks: Aber man muss dies 'Frankreich des Geschmacks' zu finden wissen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Jenseits von Gut und Böse

Auch kann die Philosophie die unerreichbare Wissenschaft kat exochin, das wissenschaftliche Ideal sein?
Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800

Auch kann eine Seele auf die andere durch bloße stille Gegenwart entschieden einwirken...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 7.10.1827

Auch kann ihn kein Mensch zum Lachen bringen, aber das ist kein Wunder, er trinkt keinen Wein.
William Shakespeare (1564-1616), König Heinrich IV., 2. Teil, IV, 3 (Falstaff)

Auch Katzen müssen miteinander den Boden teilen (d. i. sie streiten sich).

Auch kleine Bürde drückt auf die Länge.

Auch kleine Häute decken Leute.

Auch kleine Last drückt, wenn man sie lange trägt.

Auch kleiner Rauch beisst das Auge.

Auch kluge Vögel werden gefangen.

Auch können wir dem Vaterlande nicht alle auf gleiche Weise dienen, sondern jeder tut sein Bestes, je nachdem Gott es ihm gegeben. Ich habe es mir ein halbes Jahrhundert lang sauer genug werden lassen. Ich kann sagen, ich habe in den Dingen, die die Natur mir zum Tagewerk bestimmt, mir Tag und Nacht keine Ruhe gelassen und mir keine Erholung gegönnt, sondern immer gestrebt und geforscht und getan, so gut und so viel ich konnte. Wenn jeder von sich dasselbe sagen kann, so wird es um alle gut stehen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 14.3.1830

Auch krumme Stöcke sind gut.

Auch krummes Eisen kann man richten.

Auch krummes Holz gibt gerades Feuer.
Italien

Auch liegt ja die wahre Größe eines Staates nicht im Umfang seiner Besitzungen, sondern in der Kraft und im lebendigen Geist seiner Bewohner oder zuletzt derer, die den Stab der Herrschaft führen.
Heinrich Zschokke (1771-1848), Hans Dampf in allen Gassen

Auch liegt mir Deutschland warm am Herzen. Ich habe oft einen bittern Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im einzelnen und so miserabel im ganzen ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), H. Luden, 13.12.1813

Auch Maler Hensel steckt in dem seichten Dilettantismus der Zeit, der in Altertümlei und Vaterländelei einen falschen Grund, in Frömmelei ein schwächendes Element sucht, eine Atmosphäre, worin sich vornehme Weiber, halbkennende Gönner und unvermögende Versuchler so gerne begegnen, wo eine hohle Phrasensprache, die man sich gebildet, so süßlich klingt, ein Maximengewand, das man sich auf den kümmerlichen Leib zugeschnitten hat, so nobel kleidet, wo man täglich von der Auszehrung genagt an Unsicherheit kränkelt, um nur zu leben und fortzuwebeln, sich aufs schmählichste selbst belügen muss.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 24.8.1823

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