WISDOMS

Auch das Schwein ist drei Tage im Nest.

Auch das stolzeste Werk, ins Leben gestellt, ist vergänglich;
Was man im Herzen gebaut, reisst keine Ewigkeit um.
Theodor Körner (1791-1813), Erinnerung an Karlsbad 1811

Auch das Unnatürlichste ist Natur, auch die plumpste Philisterei hat etwas von ihrem Genie. Wer sie nicht allenthalben sieht, sieht sie nirgendwo recht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Fragment über die Natur

Auch das Versprechen ist (schon) eine Schuld.

Auch das Waisenkind hat sein Glück.
Estland

Auch das Waisenkind wird wohl ein Obdach finden.

Auch das war eitel! eitel Eitelkeit!
Am ird'schen Abglanz hing mein töricht Herz,
An dem vergänglichen des ew'gen Lichtes.
Nun faßt um Eitles mich ein eitler Schmerz!
Adelbert von Chamisso (1781-1838), Sonette und Terzinen: Ein Kölner Meister zu Ende des römisch 14. Jahrhunderts

Auch das Weinen bietet eine gewisse Lust.
Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.), Tristien

Auch das Wollene wird zornig, das Wergige schwer zugänglich.

Auch das Würmlein krümmt sich, wenn man's tritt.

Auch das Zufälligste ist nur ein auf entfernterem Wege herangekommenes Notwendiges.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Parerga u. ParaIipomena

Auch das, was man das hohe Alter nennt, ist nur eine Spanne sehr weniger Jahre.
Lucius Annaeus Seneca (1-65), Trostschrift an Marcia

Auch dem Aufmerksamsten entgeht manchmal etwas.

Auch dem Beherztesten
Dünkt alles grauenvoll, wenn er den Fuß
in Feindesland gesetzt.
Friedrich Schiller (1759-1805), Szene aus den Phönizierinnen des Euripides (Polynices)

Auch dem Geschicktesten fährt der Karren einmal zu tief in die Pfütze.

Auch dem Sozialismus wohnt eine Tugend inne: die gleichmäßige Verteilung des Elends.
Winston Churchill

Auch dem Teufel das Seine.

Auch dem Teufel soll manchmal eine Kerze angezündet werden.
hu] Az ördögnek is kell olykor gyertyát gyújtani.

Auch dem Wasser darf es in Kanälen
Nie am Laufe, nie an Reine fehlen...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan - Buch des Pansen - Vermächtnis altpersischen Glaubens

Auch dem Weisen fügt behäglich
Sich die Torheit wohl zur Hand,
Und so ist es gar verträglich,
Wenn er sich mit euch verband.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Kölner Mummenschanz

Auch dem Wolf ist sein Junges lieb.

Auch dem Zaren würden die Flügel abfallen, wenn Gott ihn fangen wollte.
Russland

Auch den Verdruß müsse man sich zunutze machen, denn er sei ja auch ein Teil, und zwar ein großer, des Lebens.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 26.1.1825

Auch den vertrautesten Freund verschone mit deinem Geheimnis! Forderst du Treu von ihm, die du dir selber versagst?
Johann Gottfried Herder (1744-1803), Blumenlese aus morgenländischen Dichtern

Auch den Zaren und die Zarin nimmt der Tod auf den Rücken, wenn es ihm beliebt.
Russland

Auch den, der eine schöne Bücherei besitzt, zählt man zu den Gelehrten.
Johann Amos Comenius (1592-1670), Labyrinth der Welt

Auch denen, die uns lieben und verehren, wird nicht eher in unserer Nähe wohl, als bis sie entdeckt haben, wo wir sterblich sind.
Arthur Schnitzler (1862-1931), Buch der Sprüche und Bedenken

Auch denkt niemand daran, sich von einem Werk der Poesie auf seinem eigenen Wege fördern zu lassen, sondern jeder will sogleich wieder dasselbige machen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 20.4.1825

Auch der Aberglaube profitiert vom jeweiligen Stand der Wissenschaft.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Auch der Allbezwinger Schlaf
Löst, wenn er fesselt, und umfängt nicht ewig uns.
Wie sollten wir nur weisem Maß nicht huldigen?
Sophokles (497-406 v. Chr.), Aias, 642/44 (Aias)

Auch der allergewöhnlichste Gegenstand, in Licht und Gegenlicht, ist wert der Betrachtung.
Wilhelm Busch (1832-1908), Brief an Karl Emil Franzos

Auch der Alte lebt, so lange Gott will.

Auch der alte Pfahl hofft bei Frühlings Wiederkehr, dass er grünen werde.
Finnland

Auch der Ameise ist Galle gegeben.
bm] Ano i mravenec umí se hu&283;vati.

Auch der Anblick des Schlechten kann eine Schulung für das Gute sein.

Auch der Arme hat seine Freuden.

Auch der Arme, der gern reich sein möchte, redet unaufhörlich vom Missbrauch des Geldes und den Lastern des Reichen, wodurch er aber nichts anderes erzielt, als dass er sich ärgert und anderen zeigt, wie er nicht bloß über seine eigene Armut, sondern auch über der anderen Reichtum Unmut hegt.
Baruch de Spinoza (1632-1677), Ethik

Auch der armseligste Mensch, mag er noch so eingeschüchtert und heruntergekommen sein, ist ein Mensch und unser Bruder.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), Erniedrigte und Beleidigte

Auch der Aufschub hat seine Freuden.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Götz von Berlichingen (1773), A. 1, Jaxthausen (Maria)

Auch der Aufwand für wissenschaftliche Studien, der noch der edelste ist, hat nur so lange Berechtigung, als er vernünftiges Maß hält. Wozu unzählige Bücher und Bibliotheken, deren Besitzer sein ganzes Leben lang kaum die Titelverzeichnisse durchliest? Ihre Menge belästigt den Lernenden, statt ihn zu unterrichten, und viel besser ist es, wenn du dich wenigen Schriftstellern widmest, als wenn du unter vielen herumirrst.
Lucius Annaeus Seneca (1-65), Von der Gemütsruhe

Auch der Bauer sät nicht bei Altmond, weil die Aussaat bei Altmond herabrieselt.

Auch der Baum gibt sich beim Wachsen Mühe.

Auch der Baum, auch die Blume warten nicht bloß auf unsere Erkenntnis. Sie werben mit ihrer Schönheit und Weisheit aller Enden um unser Verständnis.
Christian Morgenstern (1871-1914)

Auch der Baum, unter dem man Schutz sucht, lässt das Wasser durch.
Japan

Auch der beste Gaul stolpert einmal.

Auch der beste Jäger kann nur Rehe schießen, wenn (o. wo) es welche (o. deren) gibt.
Russland

Auch der beste Schreiber macht einen Klecks.

Auch der Bissen ist nicht dein eigen, er fällt aus dem Mund auf den Boden.
Estland

Auch der demütigste Mensch glaubt und hofft innerlich immer mehr, als er auszusprechen wagt.
Gottfried Keller (1819-1890), Glauben, Hoffnung

Auch der Dichter Tolstoi sagt, die Enthaltsamkeit sei die erste Stufe zur Freiheit. Der Mensch hat viele knechtische Begierden, und damit der Kampf gegen alle erfolgreich sei, muß man bei den elementarsten beginnen: der Eßsucht, dem Müßiggang und der Sinnenlust.
Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften

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