WISDOMS

Alles mit Ruhe, sagte der Schuster, und aß die Grütze mit der Ahle.
dk] Smuk langsam, sagde han, som øste velling op med en syl.

Alles mit Stumpf und Stiel wegnehmen.
la] Una cum pulvisculo.

Alles mit Überlegung, sagte die Frau und briet Speck in Butter.
nl] Het overleggen is stal, zei de vrouw, en zij braadde het spek in de boter.

Alles mit Überlegung.
hu] Alle ding met overleg.

Alles moet zijn' tijd hebben.

Alles muss allem dienen. Es gibt im letzten Sinne keine Ungerechtigkeit.
Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen

Alles muss der Mensch lernen, der auf Bildung Anspruch machen will: nur seine Sprache will der Deutsche nicht lernen, die soll ihm von selbst kommen.
Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Über Volkshaß

Alles muss einen Anfang und eun Ende haben.
Man muss nichts, auch keine Neckerei zu weit treiben.
dk] Aldting maa have en begyndelse.
dk] Der maa valn grundvold til bygningen.

Alles muss in nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eins und Alles

Alles muss man lernen: die Verachtung der anderen, die uns als eine Maske begegnet, eine wohlbekannte, doch befremdlich, denn man muss lieben, was uns hasst, das Vortreffliche hasst eben weil es nur ein Irrtum ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 24.12.1810

Alles muss mir rein sein, sagte die Frau, und zog die Maus aus dem Schmantdüppen, strich den Schmant ab und tat ihn wieder hinein.
Sauerland

Alles muss sich nach der Wahrheit richten.
la] Veritas est regula, norma et mensura proborum.

Alles muss unter die Erde.

Alles muss verrungeniert (ruiniert) werden.
David Kalisch (1820-1872), Berlin, wie es weint und lacht

Alles muß wider in Eins.
Alls kombt auß einem her / und muß in Eines ein:
Wo es nicht wil gezweyt / und in der vielheit seyn.
Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 1

Alles Mystische ist personell - und mithin eine Elementarvariation des Weltalls.
Novalis (1772-1801), Fragmente

Alles nach der Bauernregel ermessen.

Alles nach der Ordnung, sagte der Amtmann Schloßer zum Itzik, da lebt' er noch.

Alles nach der Zeit.

Alles nach seiner Elle messen.
info] Alles nach sich, seiner Anschauung und Ansicht, seinem Standpunkte beurteilen.

Alles nei machd dr Mai:
Schberrd sai Weib in Kaschda nai.
Lot se rous, schberrd se ai,
Lot se wiedr rous.

Alles neigt dazu, in seinem Sein zu verharren.
Baruch Spinoza (1632-1677)

Alles nennt man Liebe, und was die Menschen Liebe heißen, ist oft nur Eitelkeit, Eigensinn, Temperament, Sinnlichkeit, Vieherei.
Marianne Ehrmann (1755-1795), Philosophie eines Weibs

Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.
Hermann Adam von Kamp (1796-1867), Der Mai

Alles neu, alles gut.

Alles Neue findet Widerspruch.
Russland

Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.

Alles nimmt der Teufel, nur ein böses Weib nicht.

Alles nimmt ein Ende.

Alles nimmt uns das Alter, sogar den Verstand.
Vergil (70-19 v. Chr.), Hirtengedichte

Alles nun, was ihr wollt, dass es euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen. [Goldene Regel]
NT, Matthäus 7, 12

Alles nur auf den äußeren Formen der Staatsverfassung ruhende Recht der Bürger ist ohne innere sittliche und geistig gebildete Bürgerkraft in den Republiken wie in den Königreichen nur Staub.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), an die Unschuld, den Ernst und den Edelmut meines Zeitalters

Alles nur in meinen Sack.
Zitat] Nur alles in meinen Sack und sonst keinem Menschen gedient.

Alles nur mit dem linken Ohr hören.

Alles oder nichts.
info] Ganz oder gar nicht. Alles in Allem. Jehova oder Baal, Christus oder Belial. Mit Christo oder wider Christum. Sammeln oder zerstreuen. Garizim oder Hebol. Kinder des Vaters im Himmel oder Kinder ihres Vaters, des Teufels. Das Evangelium im Geruch des Lebens zum Leben, oder im Geruch des Todes zum Tode. Hillmann, Evangelisierte Sprichwörter

Alles öffentliche Leben ist wenig mehr als ein Schauspiel, das der Geist von vorgestern gibt, mit dem Anspruch, der Geist von heute zu sein.
Christian Morgenstern (1871-1914), Zeitkritisches

Alles op zijn tijd.

Alles opponierende Wirken geht auf das Negative hinaus, und das Negative ist nichts. Wenn ich das Schlechte schlecht nenne, was ist da viel gewonnen? Nenne ich aber gar das Gute schlecht, so ist viel geschadet.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 24.2.1825

Alles passt in des Sängers Lied.
Finnland

Alles Poetische sollte rhythmisch behandelt werden ... Dass man nach und nach eine poetische Prosa einführen konnte, zeigt nur, dass man den Unterschied zwischen Prosa und Poesie gänzlich aus den Augen verlor.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 25. 11. 1797

Alles politische Denken in den letzten Jahren wurde auf die gleiche Weise beeinträchtigt. Die Leute können die Zukunft nur voraussehen, wenn sie mit ihren Wünschen zusammenfällt, und die offensichtlichsten Tatsachen können ignoriert werden, wenn sie nicht willkommen sind.
George Orwell (1903-1950), englischer Schriftsteller

Alles Politisieren, auch bei den größten Staatsmännern, ist Improvisieren auf gut Glück.
Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Dass er, kräftig genährt, danken für alles lern',
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Lebenslauf

Alles Quark ohne Geld.
info] Das Wort Quark ist ein wendisches Wort Twarog, welches weichen, noch nicht ausgetrockneten Käse bedeutet und auch so im Böhmischen und Polnischen vorkommt.

Alles Reden ist nur Gered. Weiß man erst, was dahinter steht, lässt mans klappern wie die Mühlen am Bach und geht stillfein in sein eigen Gemach.
Christian Morgenstern (1871-1914), Sprüche

Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.
Franz Kafka (1883-1924)

Alles Reden ist verloren, findet man nicht offne Ohren.

Alles Reden und Beschreiben hilft bei sinnlichen, ja auch bei moralischen Gegenständen nichts.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 2.12.1786

Alles reduzieren sie zuletzt auf den sogenannten Effekt, alles ist relativ, und so wird auch alles relativ, außer dem Unsinn und der Abgeschmacktheit, die denn auch ganz absolut regiert.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII, 7

Alles reformiert sich: Musik war ehemals Lärm, Satire war Pasquill, und da, wo man heutzutage sagt: Erlauben Sie gütigst, schlug man vor alters hinter die Ohren.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

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