WISDOMS

Allein wie ein Sandkorn im Auge.
Russland
Nebenbegriff des Hinderlichseins, Inwegeseins.

Allein wie ein Tropfen in der Rinne.

Allein wie eine verspätete Mohnblume.
Russland

Allein wie Tugend nie sich reizen läßt,
buhlt Unzucht auch um sie in Himmelsbildung,
so Lust, gepaart mit einem lichten Engel,
wird dennoch eines Götterbettes satt
und hascht nach Wegwurf.
William Shakespeare (1564-1616)

Allein wir selbst betrügen uns so gern
Und ehren die Verworfnen, die uns ehren.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A V Sz 5
Tasso Vs 3336

Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund.
Immanuel Kant (1724-1804), Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Allein zu sein geziemt nur Gott.
Osmanen

Allein zu sein!
Drei Worte, leicht zu sagen
Und doch so schwer,
so endlos schwer zu tragen.
Adelbert von Chamisso (1781-1838), Gedichte

Allein zu tragen dieses Glück und Elend,
Vermag ich nicht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Iphigenie auf Tauris III, 1

Allein, bevor und nachdem man Mutter ist, ist man Mensch; die mütterliche Bestimmung aber oder gar die eheliche kann nicht die menschliche überwiegen oder ersetzen, sondern sie muss das Mittel, nicht der Zweck derselben sein.
Jean Paul (1763-1825)

Allein, das rechte Burschenherz
Kann nimmermehr erkalten
Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
Der rechte Sinn stets walten.
Eugen Höfling (?), Studentenlied (1825)

Allein, ganz allein müssen wir alle von hinnen gehen in jene dunkle Welt, nur unsere Werke, gute wie böse, folgen uns.

Allein, wer glücklich ist, soll, glücklicher zu sein, nicht wünschen.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), Der Hahn und die Hausmagd

Allein: in schlechter Gesellschaft.
Ambrose Bierce (1842-1914)

Alleine seyn gleicht GOtt.
Wer stäts alleine lebt / und niemand wird gemein:
Der muß / ist er nicht GOtt / gewiß Vergöttet seyn.
Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Andertes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 202

Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.
Ludwig Börne (1786-1837), Gesammelte Schriften

Alleinsein schafft Übermut.
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)

Allem Anschein nach haben diese Leute, wenn auch höchst irrigerweise, den Namen Kritiker im wörtlichen Sinne aufgefaßt nämlich so, dass ein wichtiger Teil seines Amtes darin bestünde Lob und Empfehlung auszusprechen und dass ein Kritiker, der nur deshalb liest, um eine Gelegenheit zu Tadel und Vorwurf zu finden, ein so barbarisches Wesen sei wie ein Richter, der sich vornimmt, alle Menschen, die ihm vorgeführt werden, an den Galgen zu bringen.
Jonathan Swift (1667-1745), Ein Tonnenmärchen

Allem Anschein nach.

Allem Glauben zugrunde liegt die Empfindung des Angenehmen oder Schmerzhaften in Bezug auf das empfindende Subjekt.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Menschliches, Allzumenschliches

Allem Großen, allem Schönen
Ist des Sängers Herz geweiht.
Maximilian von Schenkendorf (1783-1817), Frauenlob

Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen, welches nur in der Beschränkung erworben wird. Eines recht wissen und ausüben gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre I, 12

Allem stimme ich zu, was mit dir, o Kosmos, übereinstimmt. Nichts kommt mir zu früh oder zu spät, was dir zur rechten Zeit kommt. Alles, was deine Jahreszeiten bringen, ist mir reife Frucht.
Mark Aurel (121-180)

Allemal derjenige, welcher!
Louis Angely (1787-1835), Das Fest der Handwerker

Allemal heft de Katt e Puckel.

Allemal ihrer drei.
Hannover
info] In dem Sinne: Aller guten Dinge sind drei.

Allemannen hießen wir, jetzt heißen wir füglich Alleweiber.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen

Allemans vriend, is allemans gek.

Allen denen, die nur beschauen, ist eine theoretische Leerheit gewissermaßen recht willkommen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Knebel, 15.3.1799

Allen Dichtern fehlt ein Vers.
Italien
it] A tutti i poeti manca un verso.

Allen dingen ein maße geben, ist fürwar das beste leben.

Allen dingen ein maße geben, ist fürwar das beste leben.
la] Praevalet in cunctis, discreta modestia punctis.

Allen Dingen lässt sich abhelfen, nicht dem Tod.

Allen Frauen, denen die Sitte und die Scham die Befriedigung des Geschlechtstriebes untersagt, ist die Religion als eine geistigere Auslösung erotischer Bedürfnisse etwas Unersetzbares.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Unschuld des Werdens

Allen gefallen bedarf Kunst.

Allen gefallen ist nicht möglich, keinem gefallen ist Tyrannisch und Teuffelisch.

Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest.
Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
Friedrich Schiller (1759-1805), Gedichte: Votivtafeln: Das eigene Ideal

Allen Geschlechtern gehört die Erde, jeder hat Anspruch auf alles.
Novalis (1772-1801), Blüthenstaub

Allen Gewalten
zum Trutz sich erhalten:
Nimmer sich beugen,
kräftig sich zeigen
Rufet die Arme
Der Götter herbei!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gedichte, Aus dem Nachlaß, Vermischte Gedichte, Sehnsucht, Feiger Gedanken Bängliches Schwanken usw.
(gedruckt 1777)

Allen glauben ist zuviel, keinem glauben zuwenig.
Zitat] Nichts sei schwerer für einen Mann von Verstande, als der Glaube. Barreaux
bm] Zároven zle jest i vsechnem veriti, i nikomu.
la] Utrumque vitium est, et omnibus credere, et nulli. Seneca
pl] Zarównie zle i wszystkim wierzyé, i nikomu.
es] Quien á todos cree, yerra, quien á ninguno, no acierta.

Allen Gutes tun, aber einem jeden die eigene Verantwortung lassen.
Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Bruder Severo), 6. Januar 1948

Allen haftet die Schlechtigkeit der menschlichen Gesinnung an, und die Erfahrung hat nur zu sehr gelehrt, wie wenig ohne Furcht vor Strafe die Menschen durch die getanen Versprechen in ihren Pflichten gehalten werden. Für die Sicherheit muss deshalb nicht durch Verträge, sondern durch Strafen gesorgt werden...
Thomas Hobbes (1588-1679), Vom Bürger

Allen kann auch kein König gefallen.
la] Ardua res regi carum simul esse gregi.

Allen kann Jupiter selbst nicht gefallen.
Altgriechisch
la] Multum deliro, si cuique placere requiro.
la] Ne Jupiter quidem omnibus placet.
la] Nemo invenitur, qui satisfaciat omnibus.
la] Nemo placet omnibus unquam.
la] Nemo unus ex sententia omnium fecerit.

Allen kann man es nicht recht machen.

Allen kann man's nicht recht machen, der Herr meint, ich gefiele ihm alle Tage besser, sagte Rieke, als die Frau sie schalt, es würde alle Tage schlechter, sie habe wieder den Braten verbrennen lassen.

Allen Konfessionen den Becher der christlichen Liebe reichen.

Allen leidenden Menschen ist die Weile lang und wiederum kurz den Fröhlichen, sonderlich aber und unermeßlich lang ist sie denen, die diesen inwendigen Schmerz der Seele haben, da von Gott verlassen gefühlt wird.
Martin Luther (1483-1546), Deutsche Schriften

Allen Leuten recht getan, ist die Kunst, die niemand kann.

Allen Menschen (o. Leuten) recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.
en] He that all men will please, shall never find ease.
fr] C'est chose ardue et trop profonde que d'agréer à tout le monde.
it] Nessuno può piacere a tutti.
es] No se puede gradar á todos.

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