WISDOMS

Aber wenn ich auch ein Graf sein muss, so bleibt mir doch eins - ich kann versuchen, ein recht guter zu werden; ein Tyrann werde ich gewiss nicht.
Frances Hodgson Burnett (1849-1924), Der kleine Lord

Aber wenn man [im Elsaß] im politischen Sinne sich gern als Franzose betrachtet, so sind doch in jeder anderen Richtung deutsche Kultur und deutsche Sitten überwiegend, und keine der französischen Superstitionen wird jemals dort tiefe Wurzeln schlagen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften z. Lit. Der Pfingstmontag - Nachtrag

Aber wenn man die Unredlichkeit der Deutschen in ihrer ganzen Größe kennen lernen will, muss man sich mit der deutschen Literatur bekannt machen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), A. Schopenhauer, 1808/1814

Aber wenn man es genau betrachtet, so wird jede auch nur die geringste Fähigkeit uns angeboren, und es gibt keine unbestimmte Fähigkeit.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII, 3

Aber wenn man Menschen braucht, ist man genötigt, sich ihnen anzupassen; da es keinen andern Weg gibt, sie zu gewinnen, trifft die Schuld nicht den Schmeichler, sondern den, der die Schmeichelei will.
Molière (1622-1673), Der Geizige

Aber wenn man sich ganz fühlt, und still ist und die reinen Freuden der Liebe und Freundschaft genießt, dann ist durch eine besondere Sympathie jede unterbrochene Freundschaft, jede halbverschiedne Zärtlichkeit wieder auf einmal lebendig.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Anna Catharina Fabricius, 14. 10. 1770

Aber wenn man so genau weiß, was man will, ist man in der Ausführung niemals mit sich selbst zufrieden.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 11.11.1785

Aber wer darf sich rühmen, genug Erfahrung zu besitzen? Und ist der nie betrogen worden. welcher sich schmeichelte, am besten damit ausgesteuert zu sein?
Denis Diderot (1713-1784), Jacques le fataliste

Aber wer den Esel nicht prügeln kann, prügelt den Sattel.
Petronius (14-66), Satyricon

Aber wer für das Wissen die Augen zumacht, fällt der Eitelkeit und Bravade (Prahlerei) anheim, weil er nicht weiß, dass er in seinem eigenen Busen die Feinde seines Glückes trägt, Begierden und Gelüste, so hält er den für einen großen Mann und Redner, der diesen Gierden und Lüsten schmeichelt.
Adalbert Stifter (1805-1868), an Gustav Heckenast, 6. 3. 1849

Aber wer hätte gedacht, dass der alte Mann noch so viel Blut in sich hätte?
en] Yet who would have thought the old man to have had so much blood in him?
William Shakespeare (1564-1616), Macbeth V, 1

Aber wer het kein tugent nit,
Kein zucht, scham, er, noch gute sit,
Den halt ich alles adels lär,
Ob joch ein fürst sin vater wer.
Sebastian Brant (1457-1521), Das Narrenschiff (1494). Nr. 76

Aber wer keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen

Aber wer kommt früh zu dem Glücke, sich seines eigenen Selbsts, ohne fremde Formen, in reinem Zusammenhang, bewusst zu sein?
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Aber wer seinen Autor durchdringt, wird doch auch nach dem, was dieser leistete, bei sich aufrufen können, was jener hätte leisten wollen und sollen. Ich habe wenigstens beim Übersetzen immer so verfahren, will aber nicht behaupten, dass es zulässig sei.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an K. F. Streckfuß, 27.1.1827

Aber wer tut dem Kaufmann es nach, der bei seinem Vermögen
Auch die Wege noch kennt, auf welchen das Beste zu haben?
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 3. Gesang Vs 79

Aber wer von uns kann sich rühmen, weise zu sein? Die Voraussicht der Menschen ist gering, und ihre Vorsicht wird unaufhörlich vereitelt.
Anatole France (1844-1924), Aufruhr der Engel

Aber wer weiß, wie geneigt die Trägheit ist, sich mit der ersten besten Entschuldigung zu begnügen, wird mir verzeihen, wenn die meinige über mich Herr geworden ist, wo ich eine sehr gute zu haben denke.
John Locke (1632-1704), Über den menschlichen Verstand

Aber wer, keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen

Aber wie bin ich oft verlästert worden, bei meinen edelsten Handlungen am meisten. Aber das Geschrei der Leute kümmerte mich nichts.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F.v.Müller, 31.3.1824

Aber wie das Erhabene von Dämmerung und Nacht, wo sich die Gestalten vereinigen, gar leicht erzeugt wird, so wird es dagegen vom Tage verscheucht, der alles sondert und trennt, und so muss es auch durch jede wachsende Bildung vernichtet werden, wenn es nicht glücklich genug ist, sich zu dem Schönen zu flüchten und sich innig mit ihm zu vereinigen, wodurch denn beide gleich unsterblich und unverwüstlich sind.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II, 6

Aber wie jeder, der eine Übeltat begangen, fürchten muss, dass, ungeachtet allen Abwehrens, sie dennoch ans Licht kommen werde, so muss derjenige erwarten, der insgeheim das Gute getan, dass auch dieses wider seinen Willen an den Tag komme.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften I, 9

Aber wie komme ich denn dazu, ein Buch schreiben zu müssen?' meinte Ulrich.Mich hat doch eine Mutter geboren und kein Tintenfaß'.
Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften

Aber wie könne denn eine Lektüre, eine Konversation, ein Zusammenleben bestehen, wenn man immer opponieren wolle.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 24.6.1826

Aber wie soll man die Knechte loben,
Kömmt doch das Ärgernis von oben!
Wie die Glieder, so auch das Haupt!
Weiß doch niemand, an wen der glaubt!
Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Lager 8, Kapuziner

Aber wie sollt' er seinen Rücken
Nach einem halben Hufeisen bücken?
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Legende vom Hufeisen

Aber wie sollte die Welt sich verbessern? Es lässt sich ein jeder
Alles zu und will mit Gewalt die anderen bezwingen.
Und so sinken wir tiefer und immer tiefer ins Arge.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 158

Aber wie überschritten sie die Nute? Sachsen
info] Wider die, welche unüberwindbar scheinende Dinge als unüberwindliche Hindernise betrachten. Dies Sprichwort verdankt seine Entstehung einem Vorgang bei der Stadt Zerbst durch die Magdeburger, welche zur Zeit, als Graf Günther von Schwarzburg (1503-45) Erzbischof von Magdeburg war, häufig in Fehde lebten. Die Zerbster sollten durch die Magdeburger eine Züchtigung erhalten. Da die bei der Stadt fließende Nute eben stark angeschwollen war, überließen sich die belagerten Zerbster der Ruhe. Dies benutzten die Magdeburger, indem sie eine '90 Ellen lange, wundersam zu beugende Brücke' durch gute Schwimmer jenseits befestigen ließen, dann hinübergingen und die Zerbster überfielen, da diese an einen solchen Übergang nicht gedacht hatten.

Aber wir ersuchen sämtliche Teilnehmer, eine doppelte Pflicht stets vor Augen zu haben: nicht zu verschweigen was von außen, es sei nun als Person oder Begebenheit, auf sie [die Selbstbiographen] gewirkt, aber auch nicht in Schatten zu stellen, was sie selbst geleistet, von ihren Arbeiten, von deren Gelingen und Einfluss mit Behaglichkeit zu sprechen, die dadurch gewonnenen schönen Stunden ihres Lebens zu bezeichnen, und ihre Leser gleichfalls in eine fröhliche Stimmung zu versetzen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Bildnisse jetzt lebender Berliner Gelehrten

Aber wir haben alle unsere Fehler.
en] But nobody but has his fault.
William Shakespeare (1564-1616), Die lustigen Weiber von Windsor I,4

Aber wir können nicht an das Gewissen der Welt appellieren, wenn unser eigenes Gewissen schläft.
Carl von Ossietzky (1889-1938), Das besiegte Deutschland

Aber wir sitzen untätig da, ohne zu bedenken, dass, wer selber nichts tut, nicht einmal seinen Freunden zumuten darf, etwas für ihn zu tun, geschweige denn den Göttern.
Demosthenes (384-322 v. Chr), Zweite olynthische Rede

Aber wir verschwören uns gar zu gern mit dem Irrtum gegen das Natürlichwahre, so wie wir die Karten mischen, eh' wir sie herumgeben, damit ja dem Zufall sein Anteil an der Tat nicht verkümmert werde, und so entsteht gerade das Element, worin und worauf das Dämonische so gern wirkt und uns nur desto schlimmer mitspielt, je mehr wir Ahnung von seiner Nähe haben.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV, 20

Aber wo Liebe herrscht, haben wir, die wir eben noch wilde Tiere waren, jetzt Kultur - Kunst und alles Große, dessen wir uns mit Recht rühmen.
Maxim Gorki (1868-1936), Sofa Andrejewna Tolstaja

Aber woher die ernsten, mystisch-politischen Philosopheme? Ein Begeisterter äußert sein höheres Leben in allen seinen Funktionen; also philosophiert er auch, und zwar lebhafter als gewöhnlich, poetischer. Auch dieser tiefe Ton gehört in die Symphonie seiner Kräfte, und Organe. Gewinnt aber nicht das Allgemeine durch individuelle, das Individuelle durch allgemeine Beziehungen?
Novalis (1772-1801), Aphorismen, II. Glauben und Liebe oder Der König und die Königin

Aber wozu ein einziger, unbeschränkter Hausvater? Welcher Willkür ist man da nicht ausgesetzt?
Novalis (1772-1801), Aphorismen, III. Politische Aphorismen

Aber wozu Reichtümer, durch solche Martern gesammelt,
Da es doch Tollheit ist fürwahr, da es offener Wahnwitz,
Wenn wie ein Armer du lebst, um einmal als Reicher zu sterben?
Juvenal (60-127), Satiren

Aber wüßte man schon vorher, was auf einen zukommt - ein Tor, der dann noch weiterleben wollte!
Alexander Iwanowitsch Herzen (1812-1870), Mein Leben

Aber zu höheren, ja zu den höchsten Kunstbetrachtungen wurden wir aufgefordert, indem die Bau- und Bildwerke Griechenlands lebhafter zur Sprache kamen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1820

Aber zu viel Licht ist zum Sehen ebenso unbequem als zu wenig.
Christoph Martin Wieland (1733-1813), Geschichte der Abderiten

Aber zunächst einmal legen Menschen, die an Luxus gewöhnt sind, eine irreführende äußere Schlichtheit an den Tag; sie schätzen den Luxus gering, sie bedienen sich seiner als eines Mittels, er ist nicht Zweck ihres Daseins.
Honoré de Balzac (1799-1850), Der Ehevertrag

Aber, ach! nicht das Sparen allein, um spät zu genießen,
Macht das Glück, es macht nicht das Glück der Haufe beim Haufen,
Nicht der Acker am Acker, so schön sich die Güter auch schließen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 181f.

Aber, Christ! Sprach ein Atheist, Wie du hoch betrogen bist, Wenn der Himmel eine Fabel ist! Aber, sprach der Christ, Atheist! Wie du noch betrogner bist, Wenn die Hölle keine Fabel ist!.
Friedrich Haug (1761-1829), deutscher Schriftsteller

Aber, ein ungeschlachter Schlagbaum vor dem Tore der Erwartung.
Ludwig Bechstein (1801-1860), Arabesken (1832)

Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War'.
info] Alle Einschränkungen machen die Aussagen zweifelhaft.

Aber, wenn wir aufrichtig sein wollen: Bringt denn die Emanzipation der jungen Mädchen wirklich so viele Gefahren mit sich?
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe

Aber, wie gesagt, jedes Gewaltsame, Sprunghafte, ist mir in der Seele zuwider, denn es ist nicht naturgemäß.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 27. 4. 1825

Aber, wird mir irgend ein Duclos sagen, Sie sehen überall Liebe.
Ich antworte: Ich habe Europa durchreist, von Neapel bis Moskau, mit allen originalen Geschichtsschreibern bei mir im Wagen.
Sobald man sich auf dem Forum langweilt, oder, um spazieren zu gehen, nicht mehr seine Armbrust mitzunehmen braucht, ist das einzige übrigbleibende Motiv der Thätigkeit die Liebe.
Stendhal, Ueber Frauenschönheit, Liebe, Ehe

Aberellaschnee isch bess'r, wed'r Schafmist.
Bern

Aberglaube - das heißt bestimmte Formen, die für bestimmte Personen in bestimmter Situation angenehm, und bequem sind.
Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), an N. P. Wagner, 25. 3. 1890

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