WISDOMS

Ach, der Liebesschmerz ist der einzige Liebhaber so mancher stillen Mädchenseele...
Jeremias Gotthelf (1797-1854), Anne Bäbl Jowäger

Ach, der Tugend schöne Werke,
Gerne möcht' ich sie erwischen,
Doch ich merke, doch ich merke,
Immer kommt mir was dazwischen.
Wilhelm Busch (1832-1908), Kritik des Herzens

Ach, der unselige Ehrgeiz, er ist ein Gift für alle Freuden.
Heinrich von Kleist (1777-1811), an Wilhelmine von Zenge, 10. Oktober 1801

Ach, des Geistes wurde ich oft müde, als ich auch das Gesindel geistreich fand!
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Zarathustra, II, Vom Gesindel

Ach, des Himmels Gründe,
Sandbänke sind sie gegen dieses Auges Tiefen!
Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Don Juan u. Faust (1829), A. 2, Sz. 1 (Faust)

Ach, des Lebens schönste Feier
Endig auch den Lebensmai,
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei!
Friedrich Schiller (1759-1805), Lied von der Glocke

Ach, die bleiche Wintersonne! Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.
Gustave Flaubert (1821-1880), November

Ach, die Elenden, die Kriege führen!
Lukan (39-65), Der Bürgerkrieg

Ach, die Erde kühlt die Liebe nicht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die Braut von Korinth

Ach, die Menschen sind gar zu albern, niederträchtig und methodisch absurd, man muss so lange leben als ich, um sie ganz verachten zu lernen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F.v.Müller, 11.6.1822

Ach, die Schande, die brennt nur kurz, die Wunde verheilt und tut nicht weh, wenn das Mal auch in Ewigkeit bleibt.
Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887), Gräfin Cosel

Ach, die Tür des Glückes geht nicht nach innen, so dass man auf dieselbe losstürmen und sie aufdrücken könnte.

Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt.
Wilhelm Busch (1832-1908), Beschränkt

Ach, die Welt ist Sterbenden so süß.
Friedrich Schiller (1759-1805), Elegie auf den Tod eines Jünglings

Ach, die Welt wurde für Männer geschaffen, nicht für Frauen.
Oscar Wilde (1854-1900), Eine Frau ohne Bedeutung

Ach, die zärtlichen Herzen! ein Pfuscher vermag sie zu rühren,
Sei es mein einziges Glück, dich zu berühren, Natur!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 77

Ach, diese Armut der Seelen zu zweien! Ach, dieser Schmutz der Seelen zu zweien! Ach, dieses erbärmliche Behagen zu zweien! Ehe nennen sie dies alles, und sie sagen, ihre Ehen seien im Himmel geschlossen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Also sprach Zarathustra

Ach, diese dumme Gefälligkeit, sobald jemand was will, sagt man ja.
Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher

Ach, diese lange tiefe Qual,
Wie dauert sie auf Erden!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Sehnsucht

Ach, du armer Zoale.
Schlesien
Rufen Frauen aus beim Anblick eines kleinen, sehwächlichen Kindes. Auch Ausdruck des Mitleidens und Erbarmens frierender Bettelkinder.

Ach, du armer Zoale.Schlesien
info] Rufen Frauen aus beim Anblick eines kleinen, sehwächlichen Kindes. Auch Ausdruck des Mitleidens und Erbarmens frierender Bettelkinder.

Ach, du kriegst 'n Dot in de Woten (Waden).
Ukermark
Ausruf des Schreckens.

Ach, du leiwe Güt, fief Boengers in ein Tüt!

Ach, du liebe Rute, du tust mir viel zu Gute.
info] Aus einer 1540 unter dem Titel: Von den sieben bösen Geistern, welche Küster und Dorfschulmeister regieren, erschienenen Schrift

Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Stock ist hin, Rock ist hin, Madl ist hin, Geld ist hin!
Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Wiener Gassenhauer

Ach, du lieber Gott, gib unserm Herrn ein'n sel'gen (o. bald'gen) Tod, auf dass uns bleibt ein Bissen Brot.

Ach, du meine Güte!
berlinisch] Ausruf des Erstaunens, Güte = Gott.
berlinisch] Ach, du dicker Vater! (mit dem Zusatz: Hast du dünne Kinder!). - Ach, du dicke Eiche!

Ach, du, mein Ludewig, komm her und nudle mich.
Pommern

Ach, dürft ich fassen
Und halten ihn
Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Gretchens Stube (Gretchen) Vs 3408

Ach, dus is a Schmückler.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Bortenmacher, Posamentier. Euphemistisch für Schwindler, der seine Worte drehen und wenden kann, wie es ihm sein Vorteil gebietet, ungefähr wie die Bortenmacher mit den seidenen Schnüren verfahren

Ach, einem Mädchen zu traun,
Ist eitel Torheit.
Lorenzo da Ponte (1749-1838), Figaros Hochzeit, IV, 22 (Figaro)

Ach, es geschehen keine Wunder mehr!
Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans

Ach, es ist der Erde Los
Blühen, tragen und zerfallen.
Justinus Kerner (1786-1862), Vom morschen Baum

Ach, es ist niemandem erlaubt, auf die unwilligen Götter zu vertrauen!
Vergil (70-19 v. Chr.), Aeneis

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
Und nun aufhebt seinen schweren Hammer
Und die Stunde schlägt.
Matthias Claudius (1740-1815), Der Tod

Ach, es ist zu spät sagte die Frau, da ging sie der Knecht beim Leichenzug ihres Mannes um die Heirat an.

Ach, es ist zu spät, sprach die Frau, als der Knecht sie bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat anging.

Ach, es muss öde und leer und traurig sein, später zu sterben als das Herz - aber noch lebt es.
Heinrich von Kleist (1777-1811), an Caroline von Schlieben, 18. Juli 1801

Ach, es versucht uns nichts so mächtig an der Mangel.
Die klügsten Fische treibt der Hunger an die Angel.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Ach, es war nicht meine Wahl!
Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans IV, 1

Ach, flüchtig entgleiten die Jahre!
la] Eheu fugaces, Postume, Postume, labuntur anni.
Horaz (65-8 v. Chr.), Oden

Ach, Freundchen, rede nicht so wild,
Bezähme deine Zunge!
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
Kriegt augenblicklich Junge.
Wilhelm Busch (1832-1908), Schein und Sein: Niemals

Ach, Fröhlichkeit und Trauern
Mag Tageslänge dauern.
Am Abend sieht sich gleich das Glück.
Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849)

Ach, gestern schossen sie hier voll Wut. Die Bäume stehen bespritzt mit Blut.
Max Dauthendey (1867-1918), Gestern und heute

Ach, goldne Ruhe, kehre wieder!
Emanuel Schikaneder (1751-1812)/Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Die Zauberflöte, II, 19

Ach, hätt ich fleißiger studiert,
Dem Wein entsagt, der Lust am Weibe,
Gesitteter mich aufgeführt,
Gesichert wären Bett und Bleibe.
François Villon (1431-1463), Das Testament

Ach, hätte die Welt nie von Gott gewusst, sie würde glücklicher sein!
Karl Gutzkow (1811-1878), Vorrede zum Neudruck von Schleiermachers Briefen über Schlegels Lucinde

Ach, Herr Pastor, ich verlange nichts dafür, sagte das Mädchen, als er sie fragte, was sie mit ihren Sünden verdient habe.

Ach, Herr Schutzmann, bitte sehr, machen Sie mir doch die Ehr', führen Sie mich aufs Revier, dass ich nicht versumpfe hier.
Maxim Gorki, Malva

Ach, hielt die Elster doch das Maul! Ach, wäre sie doch faul!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Die Elster und der Uhu

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