WISDOMS

Ach und weh o. Zeter und Mordio schreien.

Ach und Weh über einen schreien (ausrufen).
info] Zeter über jemanden schreien, jemanden festnehmen, indem man haro dabei schreit

Ach und weh, gibt es aber Mäus' im Bodensee?

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.

Ach wär' i Landvogt, wie wett i d' Bure strofe; wie wett i d' Lüt zwinge, dass s'mer müesstid Geld is Hûs bringe; wie wett i d' Lüt bocke ond ene 's Geld onder de Negle vöra drocke.
info] Auch dieser, auf Bedrückung hinausgehende Wunsch hat seine Entstehung in dem alten Landvogtei-Wesen der Schweiz

Ach wären unsre Professoren doch in Croatien geboren So hätten sie von Rom sich nicht so weit entfernt, und wüssten was man in Sekunda lernt.
August Wilhelm Schlegel, Die gelehrte Bildung der Croaten

Ach Warum muss mein Herz so voll von Liebe sein.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Ach was wollten wir anfangen, sagte das Mädchen, wenn der liebe Gott nicht wäre.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799

Ach was!
Allons donc!

Ach was, Sie werden wieder gesund.

Ach wat sall dat lang' Toben, sä' de Frû, har är Mann är väör rûtsloan, hâr s' hinn' wedd'rrinngoan.
info] Was soll das lange Warten, Zögern, Grollen, Sträuben, sagte die Frau, hatte der Mann sie vorn herausgeschlagen, ist sie hinten wieder hineingegangen

Ach watt, dat sünd Fîsemetenten.
Mecklenburg
Ausflüchte, listige Streiche, Chicanen.

Ach welch ein Unterschied ist es, ob man sich oder die andern beurteilt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre II, 10

Ach Wenn ich nicht so vernünftig wär'
Ich täte mir was zuleide.
Heine, Der arme Peter

Ach wenn in unsrer engen Zelle
Die Lampe freundlich wieder brennt,
Dann wirds in unserm Busen helle,
Im Herzen, das sich selber kennt.
Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Studierzimmer / Faust Vs 1194

Ach wer daheimen wer.

Ach wie bald, ach wie bald, schwinden Schönheit und Gestalt.
Wilhelm Hauff (1802-1827), Reiters Morgengesang

Ach wie glücklich sind die Toten!
Friedrich Schiller, Das Siegesfest

Ach wie ist das ein schwere pein, dienen ohn verdienst, arbeiten ohn Lohn, lieben ohn widerlieb.

Ach wie oft sah ich große Kunst und gut Ding im Schlaf, desgleichen mir wachend nit fürkommt.
Albrecht Dürer (1471-1528), Schriftlicher Nachlaß

Ach wie schnelle läuft die Uhr, gibst du einen Kuss mir nur.
Adelbert von Chamisso (1781-1838), Küssen will ich, ich will küssen

Ach wie schön, dass du geboren bist Gratuliere uns, dass wir dich haben, dass wir deines Herzens gute Gaben oft genießen dürfen ohne List.
Joachim Ringelnatz (1883-1934), Geburtstagsgruß

Ach wie trüb ist meinem Sinn,
Wenn ich in der Fremde bin.
Maximilian von Schenkendorf (1783-1817), Muttersprache

Ach wie unbedeutend erscheint dem Menschen in leidenschaftlichen Augenblicken alles, was ihn umgibt, alles, was ihm angehört.
Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre VIII, 2

Ach wie weit ist der Himmel! Von der Hölle trennt uns nur ein Zaun.
Walachei

Ach wie zackig!
Breslau
info] Ironischer Aufruf für: Ach, wie schön! Daher, weil die zackig geschnittenen Säume u.s.w. den Frauen besonders für schön gelten

Ach wüßtest du, wies Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Fischer

Ach zwei liebende Herzen, sie sind wie zwei Magnetuhren; was in der einen sich regt, muß auch die andere mitbewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht.
Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre I, 17

Ach! aus dem Glück entwickelt oft sich Schmerz.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Natürliche Tochter A II Sz 3
Hofmeisterin Vs 9176

Ach! beim Tabakrauchen bedenkt der Statistiker nur den Tabak. Aber, gerechter Gott! das Vergnügen, nach des Tages getragener Last und Arbeit, in seiner Familie ruhig und vorbereitend zum kurzen Schlaf und der sich morgen wieder erneuernden schweren Arbeit, das Kraut abbrennen zu sehen, das Geschäft des Ausspuckens, und den Ersatz durch teuer erkauften Trunk, die ausruhende Beschäftigung - o großer Gott! das alles bedenkt niemand. Laßt es dem Armen, der es einmal hat, ihr, die ihr alles habt, was ihr wollt, und wechseln könnt, wie es euch gefällt.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1784 - 1788

Ach! Daß alles bei uns so kurz ist und zerstückelt! In Nacht und Tag abgeteilt und Morgen und Abend, und daß wir den Tag noch mit unserm Mittagsmahl spalten! Und immer essen und verdauen, und so wenig leben und Zeit haben, etwas Großes in einem Stück zu vollenden.
Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen

Ach! dass ich Mensch bin, - ein Murmeltier, auf den Alpen passiver Begriffe.
Christian Morgenstern (1871-1914), Per exemplum

Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Menschenbeifall

Ach! die Erscheinung war so riesengroß,
Dass ich mich recht als Zwerg empfinden sollte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust, I, 1 (Faust)

Ach! Die Gattin ist's, die teure,
Ach! es ist die treue Mutter,
Die der schwarze Fürst der Schatten
Wegführt aus dem Arm des Gatten,
Aus der zarten Kinder Schar,
Die sie blühend ihm gebar,
Die sie an der treuen Brust
Wachsen sah mit Mutterlust -
Ach! des Hauses zarte Bande
Sind gelöst auf immerdar:
Denn sie wohnt im Schattenlande,
Die des Hauses Mutter war;
Denn es fehlt ihr treues Walten,
Ihre Sorge wacht nicht mehr;
An verwaister Städte schalten
Wird die Fremde liebeleer.
Friedrich Schiller (1759-1805), Lied von der Glocke

Ach! Die Rosen welken all'!
Wilhelm Hauff (1802-1827), Reiters Morgengesang

Ach! es ist der Erde Los,
Blühen, tragen und zerfallen.
Justinus Kerner (1786-1862), Gedichte: Vom morschen Baum

Ach! für des Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich ...
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion

Ach! Ich empfinde es mit so lebhaftem Vergnügen, was es ist, etwas Gutes mit reiner Seele, in Einfalt, ohne Rücksicht auf das Urteil der Menschen zu tun.
Johann Caspar Lavater (1741-1801), Geheimes Tagebuch, 14.1.1769

Ach! Ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt.
Karl Millöcker (1842-1899), Der Bettelstudent

Ach! lebt von Schmerzen die Liebe nicht
Und nicht von Liebe das Leben?
Adelbert von Chamisso (1781-1838), Der Klapperstorch

Ach! Luft! Luft! Clavigo!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Clavigo A IV, Guilberts Wohnung (Marie)

Ach! man sollte alles Beste, zumal des Gefühls, nur einmals aussprechen!
Jean Paul (1763-1825), Die unsichtbare Loge, Mumien, Teil 1, Vorrede

Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Zauberlehrling

Ach! Schreiben ist geschäftiger Müßiggang, es kommt mir sauer an. Indem ich schreibe, was ich getan habe, ärgere ich mich über den Verlust der Zeit, in der ich etwas tun könnte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Götz A IV, Jaxthausen (Götz)

Ach! Sie neiget das Haupt, die holde Knospe. Wer gießet
eilig erquickendes Naß neben die Wurzeln ihr hin,
daß sie froh sich entfalte, die schönen Stunden der Blüte
nicht zu frühe vergehn, endlich auch reife die Frucht?
Aber auch mir, mir sinket das Haupt von Sorgen und Mühe.
Liebes Mädchen! Ein Glas schäumendes Weines herbei.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Ach! Sie war nicht liebenswürdig, sie liebte, und das ist das größte Unglück, das einem Weibe begegnen kann.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre V11, 7

Ach! So ist der Menschen Geschlecht: wir sehnen und hoffen,
Und das ersehnte Glück wird uns errungen zur Last.
Theodor Körner (1791-1813), Erinnerung an Karlsbad 1811

Ach! und es nimmt die Gefahr [ ... ] dem Menschen alle Besinnung ...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 1. Gesang Vs 121

Ach! unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden,
Sie hemmen unsres Lebens Gang.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Faust) Vs 632

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