Dante Alighieri - La Divina Commedia - Inferno - Canto 34
August Kopisch - Die Göttliche Komödie - Hölle - Gesang 34

Der Höllensturm, den wir zuerst das Meer der Zeitlichkeit bewegen, dann vor dem göttlichen Blitzen und dem himmlischen Gesandten zurückweichen sahen (s. d. Anmerk. zur Hölle 1 V. 22-24 und 3 V. 133 134 und 9 V. 64-72), weht den Dichter nun mächtiger an; aber er nimmt Virgil, die menschliche Einsicht, zum Schirm, und geht ihm mutig entgegen, dahin über Schatten, welche gänzlich von Eis umschlossen sind. Nun stellt die Einsicht, Virgil, ihn vor sich hin, damit er im Anblick der besiegten Bosheit erstarke, und zeigt ihm das Prinzip alles Bösen in dem gestürzten Luzifer. Wie sinnreich ist dieser gedacht! Je mehr er strebt, sich auf nächtigen Fittigen zu erheben, je fester kerkert er sich ein; denn der Sündenstrom, den er erzeugt (s. d. Anm. z. Hölle 12 V. 112), kehrt zu ihm zurück und erstarrt vom Wehen seiner Flügel zu todtem Eis: eim Gegensatz des seligen Stroms, der von Gott ausgeht und das Weltall belebt (s. Para. 30 V. 61). Wie schön Luzifer einst in Gottes Nähe war, so häßlich ist er nun durch sein Gottverlassen. Zum haarigen Scheusal verthiert ragt er aus dem Mittelpunkt der Welt und der Schwere in das Amphitheater der Höllenkreise empor: ein riesiges Symbol des unreinsten Bewußtseins. In seinen drei Rachen zernagt er je einen Sünder und der Quälende weint, selbst größere Qual leidend, darüber hin aus drei vereinten Angesichtern, ein unseliges Gegenbild zu dem Dreifachseligen! Gottes Weisheit leuchtet ihm nicht, der Gedanke an die göttliche Allmacht ist ihm brennende Qual, und der heiligen Wärme göttlicher Liebe hat er sich entzogen,

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