323 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • σείριος
    heiß, brennend, von der Sommerhitze; τὸ σείριον, scil. ἱμάτιον, ein leichtes Sommerkleid. Am häufigsten vom Hundssterne, dem Sirius. Archilochos soll die Sonne σείριος genannt haben, Ibykos alle Gestirne σείρια; σείριος ἀστήρ für die Sonne genommen
  • σειρίς
    ίδος, ἡ, kleines Seil
  • σειρός
    heiß, hitzig, brennend, bes. von der Sonnen- u. Sommerhitze, sommerlich; dah. ἡ σειρά, sc. ἐσϑής, u. τὸ σειρόν, sc. ἱμάτιον, ein leichtes Sommerkleid
  • σειρόω
    ausleeren
  • σείρωμα
    τό, der Bodensatz vom Opobalsamum
  • σεισ-άχθεια
    ἡ, eigtl. Abschüttelung einer Last, so hieß eine Einrichtung Solons in Athen zu Gunsten der Schuldner, nach welcher die Gläubiger das Pfandrecht über den Leib des Schuldners verloren, Schuldenerleichterung
  • σεῖσις
    ἡ, Erschütterung, Bewegung
  • σεισί-φυλλος
    laubschüttelnd
  • σεισί-χθων
    ὁ, Erderschütterer, Beiw. des Poseidon
  • σεῖσμα
    τό, Erderschütterung
  • σεισματίας
    ὁ, ein Erdbeben erregender Sturm; σεισμ. τάφος, Grab im Erdbeben od. in einem eingestürzten Gebäude
  • σεισμός
    ὁ, Erschütterung, γῆς, Erderschütterung, Erdbeben
  • σεισο-πῡγίς
    ἡ, die Bachstelze, in Niedersachsen der Wippsterz, der Natur eben so treu nachgebildet, wie das griech. Wort
  • σειστής
    ὁ, der Erderschütterer
  • σειστός
    erschüttert, geschüttelt; dah. wankend, schwankend, bebend
  • σεῖστρον
    τό, lat. sistrum, eine Klapper, die beim Gottesdienste der Isis geschüttelt wurde
  • σείσων
    ὁ, der Rüttler, ein irdenes Gefäß, Bohnen, die geröstet werden sollten, darin zu schütteln, unserer Kaffeetrommel vergleichbar
  • -σείω
    Endung der Verba, die ein Verlangen zu einer Handlung ausdrücken, desiderativa
  • σείω
    1) schütteln, schwingen, hin- u. herbewegen; Speere, Lanzen schwingen; σανίδας, die Türflügel durch Anpochen erschüttern; von laufenden Pferden u. bes. vom Erdbeben; absolut: τοῠ αὐτοῠ μηνὸς ἱσταμένου ἔσεισε, die Erde schütterte, es war ein Erdbeben. Übertr., einen aufrütteln, anregen wozu. Pass. u. med. erschüttert werden, schwanken, erbeben, sich hin- u. herbewegen; ὄρχος σειόμενος φύλλοισιν, eigtl. am Laube bewegter Garten, in dem sich das Laub bewegt; 2) übertr. wie συκοφαντεῖν, eine falsche Anklage wider einen erheben, um ihn durch Furcht vor dem Prozesse zum Geldzahlen zu zwingen
  • σελαγέω
    u. σελαγίζω
    1) erhellen, erleuchten, bestrahlen. Pass. σελαγεῖσϑαι, bestrahlt werden, dah. in hellem Glanze, auch in hellen Flammen stehen; 2) intr., leuchten, strahlen, schimmern
  • σελάγισμα
    τό, das Leuchten, Wetterleuchten, Blitzen
  • σελαη-γενέτης
    ὁ, der Lichterzeuger, Apollo
  • σελαη-φόρος
    lichtbringend
  • σέλας
    αος, τό, Licht, Glanz, Strahl, Schimmer; τὸ παγκρατὲς σέλας ἡφαιστότευκτον, vom feuerspeienden Berge; insbes. der Blitz, auch vom Tageslichte
  • σελασμός
    ὁ, u. σέλασμα
    τό, das Leuchten, Glänzen
  • σελάσσομαι
    leuchten
  • σελας-φόρος
    lichttragend, lichtbringend
  • σελάχιον
    τό, ein Tier aus dem Geschlechte σέλαχος
  • σελαχο-ειδής
    ές, dem Fischgeschlechte σέλαχος ähnlich, von der Art desselben
  • σέλαχος
    τό, ein Fischgeschlecht, das Knorpel statt der Knochen hat, die Knorpelfische, cartilaginea. Den Namen σελάχη gab man ihnen von σέλας, weil die meisten dieses Geschlechts, wie viele Mollusken, ein phosphorartiges Licht ausstrahlen
  • σελάω
    erleuchten, beleuchten; intrans., leuchten, glänzen
  • σελευκίς
    ίδος, ἡ, 1) ein Kleid aus Seleukia in Syrien; auch ein Trinkgeschirr eben daher; 2) eine Vogelart, die Heuschrecken frißt und vertilgt
  • σεληναῖος
    1) mondhell; 2) mondförmig, bes. halbmondförmig; 3) übh. zum Monde gehörig
  • σελήνη
    ἡ, der Mond; ἐν σελήνῃ, im Mondscheine. Auch ein runder, mondförmiger Kuchen od. ein solches Brot von Weizenmehl
  • σεληνήεις
    εσσα, εν, mondlich, mondhell
  • σεληνιάζω
    mondsüchtig sein, die Mondsucht haben u. darin wahrsagen
  • σεληνιακός
    den Mond betreffend; mondsüchtig
  • σεληνιασμός
    ὁ, die Mondsucht
  • σελήνιον
    τό, kleiner Mond, kleiner mondförmiger Körper, wie der elfenbeinerne Halbmond auf den Schuhen der röm. Senatoren, lunula; auch komisch: die Glatze eines Kahlköpfigen; πρὸς τὸ σελήνιον ist = bei Mondschein
  • σεληνίς
    ίδος, ἡ, von den lunulae auf den Schuhen der röm. Senatoren
  • σεληνίτης
    ὁ, aus dem Monde, vom Monde, mondähnlich; λίϑος, Gipsselenit, Marienglas; ἀφροσέληνος, Mondschaum
  • σεληνό-βλητος
    vom Monde getroffen, = mondsüchtig
  • σεληνο-ειδής
    ές, mondartig, mondförmig
  • σεληνο-τρόπιον
    τό, Mondwende, eine mystische Pflanze, Proclus
  • σεληνό-φως
    ωτος, τό, Mondlicht
  • σελιδη-φάγος
    Bücherblätter fressend
  • σελίνινος
    von Eppich gemacht
  • σελῑνίτης
    ὁ, οἶνος, mit Eppich bereiteter Wein
  • σελῑνο-ειδής
    ές, eppichartig, -ähnlich
  • σέλῑνον
    τό, Eppich, ein Pflanzengeschlecht, zu dem Sellerie u. Petersilie gehört, lat. apium; die Alten aßen die Wurzeln und brauchten die Blätter wegen ihres kräftigen, erquickenden Geruchs gern zu Kränzen, mit denen bes. die isthmischen u. die nemeischen Sieger gekränzt wurden. Man schmückte auch die Grabsteine damit, dah. sprichwörtlich von einem gefährlichen Kranken σελίνου δεῖται, er braucht Eppich, = er wird bald sterben. Wegen der krausen Blätter des Eppichs heißt krauses Haar σελίνων οὐλοτέρη; deshalb leiten es einige von ἑλίσσω, ἕλιξ ab; andere führen es auf ἕλος zurück, da der Eppich am liebsten in wasserreichen Gegenden wächst; auch die weibliche Scham
  • σελῑνό-σπερμον
    τό, Eppichsamen
  • σελῑνουσία
    ἡ, eine dem Eppich ähnliche, krausblätterige Kohlart, κράμβη; auch πυρὸς σελινούσιος, eine Weizenart
  • σελίς
    ίδος, ἡ, der leere Raum, die Gänge zwischen den Ruderbänken. Auch der Raum zwischen den Sitzen im Theater; eigtl. der leere Raum zwischen den παραγραφαῖς, = zwischen den zwei Columnen, die eine geschriebene Seite füllten u. durch eine senkrechte Linie getrennt zu werden pflegten; dah. übh. beschriebene Seite eines Buches. Das Lineal, wonach die Räume zwischen den Columnen mit geraden Linien bezeichnet werden, heißt σελίδων κανόνισμα φιλόρϑιον; wie der Bleistift σελίδων σημάντωρ πλευρῆς
  • σέλλα
    ἡ, Sitz, das lat. sella
  • σελλά-στρωσις
    das lat. sellisternium
  • σέλμα
    τό, das obere Getäfel, Gebälk des Schiffes, das Verdeck; bes. der Ort, wo der Steuermann mit den Ruderern sitzt, Ruderbank; ὑπτίοις σέλμασιν ναυτίλλεται, = er lehrt das Schiff um; δίκωπον σέλμα, Kahn; wie σέλμα πέλωρον, von dem ungeheuren Prachtschiffe des Hiero; übertr., σέλμα σεμνὸν ἥμενοι, die am Staatsruder Sitzenden, Herrschenden. Übh. jedes Gebälk, Gerüst, Balken od. Stämme zu Bauholz
  • σελμίς
    ίδος, ἡ, das obere Getäfel, bes. ein Brettergerüst; 2) die härene Angelschnur
  • Σεμελη-γενέτης
    ὁ, der Sohn der Semele, Dionysus
  • σεμίδᾱλις
    ἡ, das feinste Weizenmehl, simila, similago
  • σεμιδᾱλίτης
    ὁ, ἄρτος, aus dem feinsten Weizenmehl bereitetes Brot, Semmel
  • σεμνεῖον
    τό, ehrwürdiger, geweihter Ort, Heiligtum, Tempel; bes. der σεμναὶ ϑεαί, = der Eumeniden
  • σεμνο-ειδής
    ές, dem σεμνός ähnlich, ehrwürdig
  • σεμνό-θεοι
    οἱ, die göttlich verehrten Priester der Kelten, die Druiden
  • σεμνο-κομπέω
    großprahlen
  • σεμνο-ληρέω
    ernsthafte Possen reden, treiben
  • σεμνο-λογέω
    gew. σεμνολογέομαι, würdevoll, feierlich, ernsthaft sprechen, in feierlichem, vornehmem Tone reden
  • σεμνο-λόγημα
    τό, würdevolle, feierliche, ernsthafte od. vornehme Rede, ein Gegenstand, mit dem man prahlen, worauf man stolz sein kann
  • σεμνο-λογία
    ἡ, das würdevolle, feierliche Sprechen, das Reden in feierlichem oder vornehmem Tone
  • σεμνο-λογικός
    ή, όν, zum feierlichen, ernsthaften oder vornehmen Sprechen gehörig
  • σεμνο-λόγος
    würdevoll, feierlich sprechend, in feierlicher Sprache, in vornehmem Tone redend, als Tadel
  • σεμνό-μαντις
    ὁ, ehrwürdiger Seher; ἀνήρ, vom Tiresias
  • σεμνο-παρά-σῑτος
    ein vornehmer, vornehm tuender Schmarotzer
  • σεμνό-πονος
    von ehrwürdiger, geschätzter Arbeit
  • σεμνό-ποτος
    von würdigem, geschätztem Tranke
  • σεμνο-πρέπεια
    ἡ, würdiger, vornehmer Anstand, Würde im Äußern
  • σεμνο-πρεπής
    ές, von würdigem, vornehmem Anstande, von Würde, Anstand im Äußern, gravitätisch, anständig, geziemend
  • σεμνο-προς-ωπέω
    eine ehrwürdige, ernsthafte, vornehme Miene annehmen
  • σεμνο-προς-ωπία
    ἡ, ehrwürdige, ernsthafte, vornehme Miene, feierlicher, vornehmer Anstand
  • σεμνο-πρός-πος
    von, mit ehrwürdiger, feierlicher, ernsthafter, vornehmer Miene, von feierlichem, vornehmem Anstande
  • σεμνός (σέβομαι)
    ehrwürdig, verehrt, heilig; ursprünglich nur von Göttern u. ihnen angehörigen, geweihten Dingen; σεμνὰ ϑεός, die Rhea. In Athen heißen vorzugsweise σεμναὶ ϑεαί euphemistisch die Eumeniden, nicht Demeter u. Kora. Ἄντρον, von der Höhle des Cheiron, die Höhle, in welcher Zeus erzogen wurde; δόμος, Tempel des Zeus; λόγοι, von Orakeln. Auch von Menschen und Sachen: ehrwürdig; bes. von Herrschern; σεμνόν τι περιτιϑέναι τινί, schmücken; adv., σεμνῶς κεκοσμημένος, prächtig. Auch tadelnd, vornehm tuend, prunkend, stolz; in gutem Sinne: anständig; von Fischen: prächtig, kostbar. Σεμνὴ νόσος, der Aussatz, auch die Pest
  • σεμνό-στομος
    vornehm redend
  • σεμνότης
    ητος, ἡ, Ehrwürdigkeit, Heiligkeit; Majestät, Würde, übh. äußerer Anstand
  • σεμνό-τῑμος
    ehrwürdig
  • σεμνο-τυφία
    ἡ, erkünstelte Würde, vornehmtuende Aufgeblasenheit
  • σεμνόω
    ehrwürdig machen, bes. in der Erzählung, etwas erhabener, wichtiger machen, als es wirklich ist, ausschmücken, übertreiben
  • σεμνύνω
    ehrwürdig machen; ταῠτα περὶ ἑωυτὸν ἐσέμνυνε, er richtete dies um sich her auf eine prachtvolle Weise ein; rühmen; großprahlen, sich brüsten, rühmen womit
  • σέμνωμα
    τό, Würde, Schmuck
  • σεπτήριος
    u. σεπτικός
    zur Verehrung gehörig, verehrend; σεπτήρια, ein alle neun Jahre in Delphi gefeiertes Fest
  • σεπτός
    verehrt, zu verehren, übh. = σεμνός; vom Nilstrome
  • σεραπιάς
    άδος, ἡ, eine Pflanze mit knolliger Wurzel
  • σέρις
    ἡ, eine Endivienart, lat. seris; auch τρώξιμα, u. wegen ihres bittern Geschmackes πικρίς genannt; ihr Genuß verursacht einen üblen Geruch
  • σέρῑφος
    ἡ, u. σερίφιον
    τό, od. σέρῑφον, τό, eine Art ἀψίνϑιον, Wermut, auch ϑαλάσσιον genannt
  • σέρφος
    ὁ, ein kleines geflügeltes Insekt, wahrscheinlich eine Mückenart; auch eine geflügelte Ameise, sonst νύμφη. Aber γραῠς σερίφη ist eine Heuschreckenart, die sonst μάντις heißt, dah. γραῠς σέριφος, eine altgewordene Jungfer, gleichsam eine alte Grille. Man nannte Lacedämon σέριφον. Sprichwörtlich ἔστι κἀν σερίφῳ χολή, auch im kleinsten Wurm ist Galle, = auch der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird
  • σέσελις
    u. σέσελι
    τό, ein Pflanzengeschlecht
  • σεσερῖνος
    ὁ, ein Meerfisch mit zwei Streifen
  • σέσῑλος
    ὁ, eine Schnecke mit Gehäuse, die auf Sträuchen lebt; σέμελος, die nackte Schnecke
  • σεσοφισμένως
    schlau, listig, verfänglich
  • σεσωφρονισμένως
    mäßig, bescheiden
  • σευτλαῖος
    ὁ, komischer Froschname
  • σευτλίς
    ίδος, ἡ, ein Küchengewächs
  • σεῦτλον
    τό, ein Küchengewächs, Mangold, lat. beta
  • σεύω
    scheuchen, treiben, in schnelle Bewegung setzen; a) jagen, verfolgen, bes. das Wild auf der Jagd, anhetzen; b) verscheuchen, verjagen, schnell wegführen; c) auch von unbelebten Dingen: werfen, schleudern; αἷμα ἔσσευα, ich trieb das Blut hervor, machte, daß es mit Gewalt hervorsprudelte; pass., αἷμα σύτο, das Blut sprudelte mit Gewalt hervor; pass., in heftiger Bewegung sein, sich schnell bewegen, laufen, anstürmen; c. inf., ὅτε σεύαιτο διώκειν, wenn er zu verfolgen eilte; auch von leblosen Dingen: ὄφρα ὕλη σεύαιτο καήμεναι, damit das Holz zu verbrennen eile, = schnell verbrenne; πάλιν, φίλα, συϑῶμεν, laß uns zurückeilen. Übtr., vom bewegten Gemüt: sich heftig auf etwas zu bewegen, heftig streben, trachten wonach; ἐσσύμενος übh. eilig, hastig, begierig
  • σήθω
    sieben, sichten, durchsieben, durchbeuteln; ϑάλασσαν δικτύοις; übh. schütteln, rütteln
  • σηκάζω
    einstallen, in einen Stall treiben u. einsperren
  • σηκίς
    ίδος, ἡ, Sklavin zum häuslichen Dienste, Ausgeberin, Schließerin
  • σηκίτης
    ὁ, im Stalle gefüttert, dah. jung, zart
  • σηκο-κόρος
    1) der den Stall reinigt, die Aufsicht über Stalle u. Herden hat; 2) Aufseher einer Kapelle
  • σηκ-ολόης
    der Stallverwüster, von Wölfen u. Dieben
  • σηκός
    ὁ, 1) der Stall, ein eingepferchter Ort, die Hürde, bes. für Schafe u. Ziegen. Übh. Wohnung, Lager für Menschen u. Tiere; 2) ὁ ἐνδότερος οἶκος τοῦ ναοῠ, ein eingeschlossener, heiliger Ort; den Heroen od. Halbgöttern, wie ναός den Göttern geweiht; 3) der hohle Stamm eines nicht mehr tragenden Ölbaumes; wie σήκωμα, Gewicht
  • σηκόω
    wägen, abwägen, ins Gleichgewicht bringen; οὕτως οὐ ταῖς ῥοπαῖς σεσήκωται κατὰ βάρος καὶ κουφότητα τῶν σωμάτων ἕκαστον, ἀλλ' ἑτέρῳ λόγῳ κεκόσμηται, jeder der himmlischen Körper ist nicht nach der Schwere seiner Masse mit dem anderen ins Gleichgewicht zusammengestellt
  • σηκ-ώδης
    ες, kapellenartig, -ähnlich
  • σήκωμα
    τό, Gewicht; μολύβδινον, Gegengewicht in der Waage; auch übh. Maß. Übertr., Vergeltung. Wie σηκός, heiliger Raum, Kapelle
  • σηκωτήρ
    ῆρος, ὁ, der Träger der Waagschale
  • σῆμα
    τό, das Zeichen, Kennzeichen, Wahrzeichen, Merkmal, woran man etwas erkennt, unterscheidet; a) ein von einer Gottheit gesendetes Zeichen, Vorzeichen, Anzeichen; von Zeus heißt es: ἐναίσιμα σήματα φαίνων; vom Sirius: λαμπρότατος μὲν ὅδ' ἐστί, κακὸν δέ τε σῆμα τέτυκται, weil er die Hitze andeutet; b) ein Zeichen, woran man ein Grab erkennt, Grabmal, Grabhügel; übh. Grabmal, auch der Leichenstein mit der darauf befindlichen Grabschrift; c) Malzeichen, bezeichneter Zielpunkt, wie beim Wettwerfen; Grenzzeichen; d) anderweitige Zeichen, etwas zu erkennen, z. B. eine Art von Zeichen, welche die noch ungebräuchliche Schrift vertrat; Wahrzeichen, auf dem Schilde, eine Art Wappen. Auch die Sterne, himmlische Zeichen
  • σημαία
    ἡ, 1) die Fahne, als Feld- od. Kriegszeichen, signum militare; auch die unter einer Fahne Streitenden, sonst σπεῖρα, Fähnlein, Banner; 2) Bild, Bildsäule, wie signum
  • σημαίνω
    bezeichnen, durch ein Zeichen kenntlich machen; besiegeln. Bes. ein Zeichen geben, etwas zu tun, befehlen, gebieten; οὐδέ ἑ μήτηρ σημαίνειν εἴασκεν ἐπὶ δμωῇσι γυναιξίν, über die Mägde gebieten; vom Commando durch Signale; τὸ ἀνακλητικόν, Signal zum Rückzuge. Übh. anzeigen, sagen, erklären; von den Göttern: Vorzeichen geben und die Zukunft andeuten; andeuten, auseinandersetzen; bedeuten; auch intrans., ὡς ἄρτι σημαίνειν ἐκ τῶν εἰρημένων μοι σφόδρα δοκεῖ, wie aus dem Gesagten einzuleuchten scheint; versiegeln lassen; auch sich ein Zeichen geben lassen, aus einem gegebenen Zeichen schließen, vermuten; σημηνάμενος τοὺς εὐρωστοτάτους, = sich auswählend; Gramm., τὸ σημαινόμενον, was unter einem Worte verstanden wird, ohne daß es ausdrücklich darin ausgesprochen ist; dah. πρὸς τὸ σημαινόμενον von der Konstruction nach dem Sinne, nicht nach der grammatischen Vrbdg der Wörter
  • σημαιο-φόρος
    die Fahne tragend, Fahnenträger, signifer
  • σημαλέος
    ein Zeichen, Vorzeichen gebend, Beiwort des Zeus, der im Donner Zeichen gibt
  • σημαντήρ
    ῆρος, ὁ, der ein Zeichen, einen Befehl gibt, Gebieter, Herr, Herrscher; κλήρου, Eigentümer
  • σημαντήριον
    τό, Zeichen, Siegel, mit dem man aufzubewahrende Sachen versieht; bes. Stempel, Münzstempel; dah. auch der Ort zum Prägen der Münze
  • σημαντικός
    zum Zeichen, zum Bezeichnen gehörig, geschickt; dah. bezeichnend, deutlich
  • σημαντρίς
    ίδος, ἡ, γῆ, Siegelerde
  • σήμαντρον
    τό, Siegel; σήμαντρα σῶα, unverletzte Siegel
  • σημάντωρ
    ορος, ὁ, der ein Zeichen, einen Befehl gibt, wie σημαντήρ; dah. Anführer, Gebieter, Herr; insbes. der Herr des Rosses, Rosselenker; der Herr, Hüter der Herde; ϑεῶν σημάντωρ heißt Zeus; der Anzeigende, der Bote; Unterbefehlshaber
  • σημασία
    ἡ, das Bezeichnen, das Geben eines Zeichens, Befehls, auch das gegebene Zeichen selbst
  • σηματίζομαι
    sich ein Zeichen geben lassen od. aus einem gegebenen Zeichen schließen
  • σηματόεις
    εσσα, εν, vom Zeichen, bes. vom Grabmal
  • σηματ-ουργός
    Zeichen auf den Schildern machend
  • σημειο-γραφέω
    ein Geschwindschreiber sein
  • σημειο-γράφος
    mit gewissen Zeichen, Chiffern schreiben, Geschwindschreiber sein
  • σημεῖον
    τό, = σῆμα in allen Bedeutungen, Zeichen, woran man etwas erkennt u. unterscheidet; dessen was da kommen soll, Anzeichen; auch an Schiffen, Siegel. Feldzeichen, Fahne, Abzeichen des Feldherrn (ein Adler, Schildzeichen), ein Zeichen etwas zu tun; ἀπὸ σημείου, auf das gegebene Zeichen; auch Feldgeschrei; ἔξω τῶν σημείων, = außerhalb des Lagers; σημεῖον, ὅτι, ein Zeichen, Beweis daß; σημεῖον τοῦ τάχους· οἱ μὲν γάρ, zum Beweise dient, daß. Bei den Mathematikern der Punkt
  • σημειόω
    zeichnen, bezeichnen; versiegeln; merken, bemerken, für sich zu Papier bringen, aufzeichnen; auch etwas als Merkmal, Zeichen der Zukunft deuten; Gramm., σημείωσαι, man muß merken
  • σημει-ώδης
    ες, bezeichnend, bezeichnet, ausgezeichnet. Auch: bedeutend, vorbedeutend
  • σημείωσις
    ἡ, u. σημείωμα
    τό, das Zeichen, Bezeichnen; bes. Bemerkung, Anmerkung
  • σημειωτέος
    zu bezeichnen, zu bemerken
  • σημειωτικός
    zum Zeichnen, Bezeichnen, Vorbedeuten gehörig, geschickt; ἡ σημειωτική, verst. τέχνη, die Lehre von den Kennzeichen der Krankheiten
  • σημειωτός
    bezeichnet, ausgezeichnet
  • σημερινός
    heurig, heutig
  • σήμερον
    heute
  • σημικίνθιον
    τό, das lat. semicinctum, Schürze, Handtuch, Schnupftuch
  • σημό-θετος
    mit einem Zeichen versehen, bezeichnet
  • σημύδα
    ἡ, die Birke
  • σηπεδονικός
    zur Fäulnis gehörig, dazu führend
  • σηπεδον-ώδης
    ες, faulig, eiterig, auch act. Fäulnis bewirkend
  • σηπεδών
    όνος, ἡ, 1) Fäulnis, sowohl der tierischen Körper als des Holzes; 2) faules, eiterndes Geschwür; 3) eine Schlange, deren Biß Fäulnis hervorbringt; 4) übh. Feuchtigkeit, Nässe; v. ἔμβιος, weil aus der Anhäufung verdorbener Säfte u. Feuchtigkeiten Fäulnis zu entstehen pflegt
  • σηπεύω
    durch Fäulnis bewirkende Gifte vergeben
  • σηπία
    ἡ, der Blackfisch od. Tintenfisch, der, verfolgt, eine schwarze, leuchtende Feuchtigkeit von sich gibt, aus der die braune Malerfarbe sepia bereitet wird
  • σήπιον
    od. σηπίον, τό, der Rückenknochen des Tintenfisches, σηπία, der sogenannte Meerschaum, os sepiae
  • σηπι-ώδης
    ες, sepienartig
  • σηπο-ποιός
    faul machend
  • σηπτή
    ἡ, ein Mittel, durch das man Fäulnis bewirkt, um Fäulnis wegzubringen
  • σηπτικός
    u. σηπτήριος
    faul machend, Fäulnis bewirkend; auch = zur Verdauung beitragend
  • σηπτός
    verfault
  • σήπω
    faulmachen, in Fäulnis bringen, durch Fäulnis zu Grunde richten; auch = gähren machen, in Gährung bringen; pass., verfaulen, verwesen, faul sein. Auch = gähren, in Gährung geraten
  • σήρ
    σηρός, ὁ, der Seidenwurm aus dem Lande der Seren
  • σηραγγόω
    hohl machen, aushöhlen
  • σηραγγ-ώδης
    ες, höhlenartig, voll Höhlen, porös, löcherig
  • σῆραγξ
    αγγος, ἡ, Höhlung, Kluft, Ritze, bes. Felsenhöhle, Erdspalt, ausgehöhlte Klippen unter der Meeresfläche; auch übh. der Felsen
  • σηρικο-διαστής
    ὁ, der Seidenspinner
  • σηρικο-πλόκος
    Seide flechtend, spinnend
  • σηρικός
    seiden, von Seide
  • σηρικο-φόρος
    Seide tragend
  • σής
    ὁ, die Motte, Kleidermotte, welche wollene Zeuge zerfrißt, auch die Büchermotte. In der Anth. heißen die Gramm. spöttisch σῆτες ἀπ' Ἀριστάρχου, σῆτες ἀκανϑῶν, gleichsam Bücherwürmer
  • σησαμαῖος
    aus Sesam gemacht
  • σησάμη
    ἡ, Sesam, ein orientalisches Schotengewächs, aus dessen Frucht σήσαμον noch jetzt im Orient ein Öl gepreßt wird; auch der Samen wird dort wie Reis gekocht u. häufig gegessen
  • σησαμῆ
    ἡ, ein Gemisch von gerösteten u. zerstoßenen Sesamkörnern mit Honig, eine beliebte Leckerspeise in Athen, die dei Hochzeiten den ankommenden Gästen gereicht ward
  • σησάμινος
    von Sesam gemacht; ἔλαιον, Sesamöl
  • σησαμίς
    ίδος, ἡ, eine Pflanze
  • σησαμίτης
    ὁ, ἄρτος, πλακοῦς, Brot od. Kuchen, mit Sesamkörnern zubereitet, damit bestreut
  • σησαμο-ειδής
    ές, 1) sesamartig, der Sesampflanze od. ihrem Samen ähnlich; 2) σησαμοειδὲς μέγα u. μικρόν, zwei sesamähnliche Pflanzen
  • σησαμόεις
    von Sesam
  • σήσαμον
    τό, die Schotenfrucht der Sesampflanze
  • σησαμό-παστος
    mit Sesamkörnern bestreut
  • σησαμό-τῡρον
    τό, Sesamkäse
  • σησαμοῦς
    οῦντος, ein Sesamkuchen
  • σῆσις
    ἡ, das Sieben, Sichten
  • Σηστιώδης
    ες, nach Art eines gew. Sextius, Sestius, = albern, abgeschmackt
  • σηστός
    gesiebt, gesichtet; σηστή war ein Spottbeiname der Phryne, weil sie ihre Liebhaber rein ausbeutelte
  • σῆστρον
    τό, das Sieb
  • σητάνιος
    u. σητάνειος
    durchgesiebt, gesichtet; dah. σ. ἄλευρα, das feinste Mehl; ἄρτος, Brot vom feinsten durchgesiebten Mehl; σητάνιος πυρός, eine Weizenart; ἄλευρα σητάνεια = Mehl von Sommerweizen
  • σητάω
    anfressen (von Motten)
  • σήτειος
    heurig, von diesem Jahre
  • σῆτες
    heuer, in diesem Jahre
  • σητό-βρωτος
    u. σητό-κοπος
    von Motten, Würmern zerfressen, angefressen
  • σήψ
    σηπός, ὁ u. ἡ, 1) ein fauliges Geschwür; 2) eine giftige Schlange, deren Biß das verletzte Glied in Fäulnis setzt; auch eine Eidechse
  • σηψι-δακής
    ές, durch den Biß Fäulnis verursachend
  • σῆψις
    ἡ, 1) Fäulnis, Gährung, auch Verdauung; 2) das Faulmachen
  • σθεναρός
    stark, kräftig, mächtig
  • σθένεια
    τά, eine Art Faustkampf bei den Argivern
  • σθένεια
    ἡ, die Mächtige, Beiname der Athene
  • σθένιος
    Beiname des Zeus bei den Argivern
  • σθενο-βλαβής
    ές, der Kraft schadend, dah. entkräftend
  • σθένος
    τό, Stärke, Kraft, Gewalt; bes. Körperkraft; τοὶ σϑένος οὐκ ἐπιεικτόν, vom Zeus; τῶν τε σϑένος οὐκ ἀλαπ αδνόν, vom Löwen u. Eber, vom Ochsen; Mut. Heeresmacht, das Heer; Gewalt über andere, Macht. Seltener von leblosen Dingen, wie von der reißenden Gewalt eines Stromes; von der Herrschergewalt; geistig: die Kraft wozu haben, etwas können
  • σθένω
    Stärke, Kraft, Gewalt haben, stark sein; οἱ κάτω σϑένοντες, die unten Herrschenden, die Götter der Unterwelt; übh. Vermögen wozu haben, im Stande sein, können
  • σιᾱγονίτης
    ὁ, μ ῠς, der Kinnbackenmuskel
  • σιᾱγών
    όνος, ἡ, Kinnbacken, Kinnlade
  • σιαλίζω
    geifern, schäumen
  • σιαλικός
    vom Speichel, Geifer
  • σίαλις
    ἡ, ein Vogel
  • σιαλισμός
    ὁ, das Geifern, Schäumen
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