275 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • παρ-ορχέομαι
    falsch tanzen, auch die Rolle verfehlen
  • πάρος
    adv. a) der Zeit, vormals, vorher; c. praes., schon lange, sonst, πάρος τοι δαίμονα δώσω, eher, lieber; c. infin., πάρος ποσὶν οὖδας ἱκέσϑαι, bevor; vor der Zeit, zu früh; οἱ πάρος, die Früheren; b) des Ortes, vor
  • παρ-όσον
    insofern
  • παρ-οσφραίνω
    hinhalten und zu riechen geben
  • παρ-οτρυντικός
    ή, όν, zum Antreiben gehörig, geeignet
  • παρ-ότρυνσις
    ἡ, das Antreiben
  • παρ-οτρύνω
    wozu antreiben, ermuntern
  • παρ-ουάτιος
    mit an der Seite herabhangenden Ohren
  • παρ-ουλίς
    ίδος, ἡ, Geschwür am Zahnfleische
  • πάρ-ουλος
    etwas kraus
  • παρ-ουλό-τριχος
    mit etwas krausem Haare
  • πάρ-ουρος
    ὁ, Nebenwächter, Wächter wobei
  • πάρ-ουρος
    neben, am Schwanze
  • παρ-ουσία
    ἡ, 1) Gegenwart; ὅταν παρουσία φράζῃ, τότ' ἔργων τῶνδε μεμνῆσϑαι χρεών, der gegenwärtige Augenblick, die günstige Gelegenheit; κακοῦ, Anwesenheit, Vorhandensein; auch Ankunft; 2) das Vermögen
  • παρ-ουσιάζω
    gegenwärtig sein, auch ankommen
  • παρ-οχέομαι
    ein πάροχος sein
  • παρ-οχέτευσις
    ἡ, Ableitung des Wassers daneben, durch einen Nebenkanal
  • παρ-οχετεύω
    das Wasser ableiten, durch einen Nebenkanal, heimlich oder unrechtmäßig
  • παρ-οχεύς
    ὁ, der Darreicher, Gewährer
  • παρ-οχεύω
    nebenbei bespringen, von Tauben
  • παρ-οχέω
    daneben fahren, -tragen, vorbeischaffen; neben einem auf dem Wagen sitzen u. fahren
  • παρ-οχή
    ἡ, Darreichung; öffentliche Spendung
  • παρ-οχλέω
    durch seine Nachbarschaft, Nähe belästigen
  • παρ-οχλίζω
    mit dem Hebel auf die Seite schaffen, übh. eine Last hinwegheben
  • πάρ-οχος
    ὁ, der mit auf dem Wagen Sitzende, Mitfahrende
  • πάρ-οχος
    darreichend, gebend, bes. ὁ πάροχος, der auf dem Marsche den Kriegern das Nötige gibt, der die Kosten wozu hergibt
  • παρ-οψάομαι
    etwas neben dem Zubrot essen
  • παρ-όψημα
    τό, ein schmackhaftes Nebengericht
  • παρ-οψίς
    ἡ, u. παρ-όψιον
    τό, eine Nebenschüssel mit ausgesuchter Speise, mehr zur Leckerei als zur Sättigung bestimmt. Auch eine kleine Schüssel, in welcher das Essen aufgetragen wird
  • παρ-οψωνέω
    ein leckerhaftes Gericht neben, außer den übrigen einkaufen
  • παρ-οψώνημα
    τό, leckerhaftes Nebengericht; ἐμοὶ δ' ἐπήγαγεν εὐνῆς παροψώνημα τῆς ἐμῆς χλιδῆς, eine Nebenfreude
  • παρ-πόδιος
    vor den Füßen, gegenwärtig
  • παῤ-ῥησία
    ἡ, freies Reden, Freimütigkeit, Offenheit im Reden und Handeln
  • παῤ-ῥησιάζομαι
    freimütig od. unparteiisch reden, handeln
  • παῤ-ῥησιαστής
    ὁ, der freimütig Sprechende
  • παῤ-ῥησιαστικός
    ή, όν, zum freimütigen Sprechen gehörig, geneigt
  • παῤ-ῥησι ώδης
    ες, freimütig
  • παρ-τομίς
    ἡ, Handbuch
  • παρ-υβρίζω
    schmählich behandeln
  • παρ-υγραίνω
    etwas anfeuchten, erweichen
  • πάρ-υγρος
    etwas feucht, naß
  • παρωδάτιος
    am Wasser gelegen
  • πάρ-υδρος
    am Wasser lebend
  • παρ-υπ-αντάω
    begegnen
  • παρ-υπ-άρχω
    dabei sein, stehen
  • παρ-υπάτη
    ἡ, sc. χορδή, die Saite neben der ersten od. obersten
  • παρ-υπατο-ειδής
    ές, dem Klange der παρυπάτη gleich
  • παρ-ύπατος
    neben dem obersten
  • παρ-υπ-εμ-φαίνω
    dabei zugleich zeigen, andeuten
  • παρ-υπνώω
    daneben schlafen
  • παρ-υπο-δείκνῡμι
    dabei zugleich zeigen
  • παρ-υπο-κλέπτω
    dabei heimlich entwenden
  • παρ-υπο-κρύπτω
    dabei verheimlichen
  • παρ-υπο-λαμβάνω
    eine falsche Ansicht fassen
  • παρ-υπο-μιμνήσκω
    beiläufig erinnern, erwähnen
  • παρωπό-μνησις
    ἡ, beiläufige Erinnerung
  • παρ-υπο-νοέω
    dabei zugleich denken, mutmaßen
  • παρ-υπό-στασις
    ἡ, Neben-, zufällige Existenz
  • παρ-υπο-φαίνω
    dabei, zugleich zeigen
  • παρ-υπο-ψύχω
    gelind kühlen, abkühlen
  • παρ-υφαίνω
    daran weben, wirken; ἐσϑὴς παρυφασμένη, Kleid mit angewebtem purpurnem Saume. Übertr., längs den Seiten daneben ausbreiten; ὅπλα παρυφασμένα, Reihen von Bewaffneten, welche den unbewaffneten Haufen von allen Seiten umgeben. Im Weben übertreffen
  • παρ-υφ-αιρέομαι
    heimlich für sich wegnehmen
  • παρ-ύφαντος
    daran gewebt, mit einem Saume versehen
  • παρ-υφή
    ἡ, u. παρ-ύφασμα
    τό, angewebter Saum, bes. von Purpur, clavus
  • παρ-υφής
    ές, ein Kleid mit einer παρυφή tragend, praetextatus
  • παρ-υφ-ίστημι
    als Substanz zugleich mit zum Wesen hinzufügen; zugleich sich darstellen, mit sein, existieren
  • παρ-υψόω
    erhöhen, erheben
  • παρ-ύψωμα
    τό, die Erhöhung
  • πάρ-φυκτος
    zu entfliehen, entrinnbar
  • παρώας
    ὁ, eine dem Asklepios heilige Schlange. Auch ein Pferd von der Farbe dieser Schlange
  • παρ-ῳδέω
    1) daneben singen, nebenbei besingen, anführen; 2) ein Lied verändert, parodiert singen, bes. einen Gesang auf komische Weise nachahmen. Daher auch χλευάζειν erkl., verspotten, parodieren
  • παρ-ῳδία
    ἡ, Nebengesang, bes. Parodie
  • παρ-ῳδικός
    ή, όν, zum Parodieren gehörig
  • παρ-ῳδός
    neben, außer dem Gesange, was nicht dazu paßt. Bes. ὁ παρ., ein Lied verändert singend, bes. ein Gedicht so nachahmend, daß man es ins Komische wendet, meist indem man der ernsten Form einen lächerlichen Inhalt unterlegt, parodierend
  • παρ-ωθέω
    fortstoßen, drängen, verachten, verweigern. Von der Zeit: aufschieben
  • παρ-ωκεάνιος
    u. παρ-ωκεανίτης
    ὁ, u. παρ-ωκεανῑτικός
    ή, όν, am Ozean gelegen, da wohnend
  • παρ-ωλένιος
    neben dem Ellenbogen, Arme
  • παρ-ώμαλος
    fast gleich
  • παρ-ωμίς
    ἡ, ein Kleidungsstück, das an der Schulter getragen wird
  • παρών
    ἡ, eine Art leichter Schiffe
  • παρ-ωνυμία
    ἡ, Ableitung eines Wortes aus dem anderen, Gramm. Auch = παρονομασία, u. wie παρωνύμιον, Bei-, Zuname
  • παρ-ωνυμιάζω
    einen Namen von einem Worte ableiten, mit einem abgeleiteten Namen Worte benennen
  • παρ-ωνυμίασμα
    τό, Beiwort
  • παρ-ωνύμιος
    bes. τὸ παρωνύμιον, Beiname von einer Person od. Sache
  • παρώνυμος
    von einem Namen, Worte abgeleitet, danach gebildet, benannt
  • παρ-ωνυχίς
    ἡ, u. παρ-ωνυχία
    ἡ, 1) Nebennagel, gewöhnlich Nietnagel, reduvia; 2) eine Pflanze
  • παρωός
    auch πάρωος u. παρῶος, kupferrot; gew. ἵππος, ein Fuchs
  • παρ-ωπία
    ἡ, der Augenwinkel neben den Schläfen
  • παρ-ώπιον
    τό, Augenschirm, Blende, Scheuklappe der Pferde, an den Seiten der Augen angebracht
  • παρ-ωρεία
    ἡ, Gegend neben einem Berge
  • παρ-ωρείτης
    ὁ, der neben einem Berge Wohnende, Gebirgsanwohner
  • παρ-ωρμημένως
    heftig, hitzig, eifrig
  • πάρ-ωρος
    außer der rechten, günstigen Jahreszeit, unzeitig; über die rechte Zeit hinaus, zu spät
  • παρ-ωροφίς
    ἡ, der vorstehende Rand der Decke, des Daches
  • παρ-ώτιον
    τό, Bedeckung, Zierrat der Ohren
  • παρ-ωτίς
    ίδος, ἡ, die Drüse hinter dem Ohre u. bes. Geschwulst an der Ohrendrüse; Ohrläppchen. Der Schmuck an den Türpfosten, der Kragstein, parotides
  • παρ-ῳχημένος
    ὁ, χρόνος, die vergangene Zeit, tempus praeteritum, Gramm.
  • πάρ-ωχρος
    etwas blaß od. gelblich
  • πᾶς
    πᾶσα
    πᾶν
    all, mit dem Begriffe der Einheit, ganz, wie ὅλος, der Mehrheit, jeder, wie ἕκαστος; πᾶσα ἀληϑείη, ganze, volle, lautere Wahrheit; πᾶν δεῖμα, ganz Schrecknis, ἡ πᾶσα βλάβη, ganz Unheil; plur., πᾶσαι πύλαι, das ganze Tor; πάντες ὅσοι, alle welche; ἅμα πάντες, allesamt; πάντες ἄριστοι, alle besten, lauter solche, die zu den besten gehören; mit Zahlwörtern, ἐννέα πάντες, alle neun, ohne daß einer daran fehlt, wie wir sagen 'ganzer neun'; auch mit dem Artikel, τὰ πάντα δέκα, in allem zehn, alle zusammengerechnet zehn; τὰ πάντα μ ύρια, in allem zehntausend; πᾶσα ὁδός, jeder Weg; auch mit dem Artikel, πᾶσα ἡ ὁδός, auf jedem der Wege, die ins Vaterland führen; u. so in dieser Stellung πᾶς ὁ κλύων, jeder, der hört; οἱ πάντες, die sämtlichen; πᾶσα ἀνάγκη, es ist durchaus notwendig; πᾶν τοὐναντίον, ganz das Gegenteil; τὸ πᾶν, das Ganze; bes. das Weltall, Universum; übh. die Hauptsache, worauf alles ankommt; ἐς πᾶν κακοῦ, in das ganze, größte Unglück; ἐν παντὶ εἴης ἄν, in der größten Gefahr sein; auch εἰς πᾶν ἀφικνεῖ-σϑαι, sich in die größte Gefahr begeben, alles wagen; πράττειν τὸ πᾶν εἰς δύναμιν, alles nach Kräften tun; εἰς πᾶν ϑυμοῦ προαχϑῆναι, in den äußersten Zorn geraten; παντὸς μᾶλλον, mehr als alles, durchaus, gewiß; Διὰ παντός, durchgängig, durchaus. Ἐπὶ πᾶν, im Allgemeinen; κατὰ πάντα, in allem, durchaus. Das neutr. πάντα, alles Mögliche, allerlei; δαίδαλα πάντα, auch πάντα γίγνεσϑαι, alles werden, jede Gestalt annehmen, sich in jede Gestalt verwandeln; auch sich zu allem entschließen, alle Mittel versuchen; Πάντα εἶναί τινι, einem alles sein; auch πάντα εἶναι ἔν τινι, alles in allem sein, alles gelten bei einem; adv. πάντα, ganz und gar, gänzlich, in jeder Hinsicht; τὰ πολλὰ πάντα, meistens, meistenteils; εἰς πάντα, in allem, gänzlich. Πᾶσιν, bei, vor allen, nach dem Urteil aller; vom neutr. in allem, in allen Dingen. Oft tritt auch τίς hinzu, πᾶς τις, ein jeder
  • πᾱσι-άναξ
    ακτος, ὁ, = παντάναξ, Allkönig
  • πᾱσί-γνωστος
    allbekannt
  • πᾱσι-θρύλλητος
    allbesprochen, allbekannt
  • πᾱσι-μέλουσα
    ἡ, Beiname des Schiffes Argo, das allen am Herzen liegt, von dem jeder gern erzählen hört; allbekannt, berühmt
  • πᾶσις
    ἡ, Erwerb, Besitz
  • πᾱσι-φαής
    ές, allen leuchtend; auch Beiwort der Aphrodite
  • πᾱσι-φανής
    ές, allen sichtbar
  • πᾱσί-φιλος
    allen lieb; Πασιφίλη Beiname einer Hetäre
  • πάσμα
    τό, 1) Feigenstiel; 2) bei den das Aufgelegte, Pflaster
  • πασπάλη
    ἡ, das feinste Mehl, Staubmehl, übtr., ὕπνου οὐδὲ πασπάλη, auch kein Stäubchen oder Körnchen Schlaf, als Bezeichnung des Kleinsten oder Wenigsten
  • πασπαλη-φάγος γρόμφις
    Mehl fressend
  • πασσαλευτός
    angenagelt, angeheftet
  • πασσαλεύω
    annageln, anheften
  • πασσαλίσκος
    ὁ, u. πασσάλιον
    τό, bes. ein Wirbel an musikalischen Instrumenten
  • πασσαλο-κοπία
    ἡ, das Einschlagen von Pfählen oder Pflöcken
  • πάσσαλος
    ὁ, ein Pflock oder hölzerner Nagel, der in der Wand befestigt ist, um etwas daran zu hängen; αίρεῖν ἀπ ὸ πασσαλόφι, vom Nagel nehmen; κρεμάσαι ἐκ πασσαλόφι, an dem Nagel aufhängen; auch ein Pflock oder Holznagel, etwas damit zu befestigen oder Pferde daran zu binden; ἐμβαλόντες αὐτῷ πάτταλον μαγειρικῶς ἐς τὸ στόμα, ein Knebel. Ein Stellholz in der Mausefalle
  • πασσαλόω
    mit Pflöcken oder hölzernen Nägeln versehen
  • πασ-συδιάζω
    versammeln
  • πάσσω
    a) streuen, darauf od. darüber streuen, sprengen, sowohl von trockenen als flüssigen Dingen; φάρμακα, Heilmittel auf eine Wunde legen; mit dem gen., πάσσειν ἁλός, des Salzes oder vom Salze daraufstreuen; b) übertr. einstreuen, einweben, bes. von angebrachten Verzierungen, von gewirkter od. gestickter Arbeit; ϑρόνα πάσσειν, Blumen über eine Stickerei streuen, sie hie und da, wie darüber gestreut, hineinsticken; ἀέϑλους, Kämpfe hie und da hineinsticken
  • πάσσων
    ον, dicker, breiter, lobend: vom kräftigsten, breitschultrigen Bau des männlichen Leibes; auch von stattlicher weiblicher Gestalt
  • παστάς
    άδος, ἡ, die Vorhalle vor dem Hause; wie στοά, Säulenhalle, Säulengang, bes. vor Tempeln, porticus; auch die basilica der Römer. Der zunächst an die Vorhalle stoßende Teil des Hauses, Vorsaal. Übh. wie ϑάλαμος, ein inneres Gemach, bes. Braut-, Schlafgemach; ἀκτέριστος, vom Grabmal. Die Alten leiteten es ab von πάσασϑαι, πατέομαι, also eigtl. Speisehalle
  • πασ-τείλη
    ἡ, der letzte Tag im Jahre; von πᾶς u. τέλος, gleichsam Ende des Ganzen
  • παστός
    bestreut, bes. mit Salz, dah. eingesalzen
  • παστός
    ὁ, Wohnung der Frauen, Schlaf-, Brautgemach; auch das Brautbett selbst; ein Vorhang vor dem Brautbette
  • παστο-φόριον
    τό, was vom παστοφόρος getragen wird. Eine Zelle im Tempel, bes. in Jerusalem
  • παστο-φόρος
    das Bild eines Gottes in einer Kapelle tragend, bes. eine Art Priester, die dies Geschäft hatten; Beiwort des Planeten Venus
  • πασχητιασμός
    ὁ, Luft und Trieb zum Beischlafe, bes. zur Päderastie
  • πασχητιάω
    Lust, Trieb zum Beischlaf haben; bes. von widernatürlicher Geilheit; βρώματα, Speisen, welche den Geschlechtstrieb erregen
  • πάσχω
    leiden; eine Einwirkung von außen erfahren, wobei man sich leidend verhält, also übh. irgend einen Eindruck, sei es ein guter oder ein schlechter, empfangen, im Ggstz der eigenen freien Tätigkeit; wie παϑεῖν u. ἔρξαι einander entgegstzt sind. Gew. etwas Schlimmes, Unangenehmes erfahren, erleiden, erdulden; oft μή τι πάϑῃς, daß dir nichts Übles begegne, kein Unglück widerfahre; ἔγνω παϑών, er hat durch schlimme Erfahrungen gelernt; daher παϑόντες ταῠτα πρὸς Αἰγινητέων, von Seiten der Aegineten eine Niederlage erlitten haben; in ἐάν τι πάϑω, εἴ τι πάϑοιμι, liegt gew. ein Euphemismus, wenn mir etwas zustoßen, etwas Menschliches begegnen sollte, d. i. wenn ich sterben sollte; sogar ἄν τι ἡ δέλτος πάϑ ῃ, wenn sie verloren gehen sollte. In der Frage τί πάϑω; τί πείσομαι; ist immer der höchste Grad der Not und Verlegenheit ausgedrückt, in welche jemand durch gewaltsam auf ihn eindringende Umstände geraten ist, was wird mir begegnen? was wird aus mir werden? wodurch der Fragende bezeichnet, daß er das Schlimmste erwartet. Wenn auch zuweilen unser 'was soll ich tun?' (ὡμολόγηκα, ἔφην· τί γὰρ πάϑω; konnte ich denn anders?) dieser Frage entspricht, so liegt doch in dem griechischen Ausdrucke nie der Nebenbegriff der Tätigkeit, sondern immer die leidende Unterwerfung unter ein Schicksal od. unter eine andere Übermacht. Eben so liegt in τί παϑών; auch ohne weiteren Zusatz der Begriff des Schlimmen, Nachteiligen; τί παϑόντε λελάσμεϑα ϑούριδος ἀλκῆς; was ist uns so Schlimmes begegnet, daß wir unserer Kraft und der mutigen Gegenwehr vergessen?; τί παϑόντες γαῖαν ἔδυτε, welch' Unglück ist euch begegnet, daß ihr in die Unterwelt kamet? Häufig wird es, wie das verwandte τί μαϑών kurz übersetzt: warum? es ist aber immer der Grund eines schlimmen Begebnisses in einem äußeren Zwange oder in einer leidenschaftlichen Stimmung, die den Handelnden seiner Freiheit beraubt hat, dadurch bezeichnet, also was ist dir begegnet oder widerfahren? was plagte dich, focht dich an? Die Bdtg des Unglücks liegt auch in der in der att. Gerichtssprache häufigen Vrbdg παϑεῖν ἢ ἀποτῖσαι, wo ersteres auf Leibes- u. Todesstrafe, letzteres auf Geldbuße geht. Durch Adverbien bestimmt ist a) κακῶς πάσχειν übel daran sein, sich übel befinden, unglücklich sein; κακῶς πάσχειν ὑπό τινος, Übles, Unglück, Schmach von einem erleiden; b) εὖ πάσχειν, wohl daran sein, sich wohl befinden, glücklich sein; ἐσλόν τι, κραδίῃ εὖ πείσομαι, ich werde mich in meinem Herzen wohl befinden; übh. Gutes erfahren, von einem Wohltaten erhalten, Gutes erleiden; so daß also, wo πάσχω in gutem Sinne gebraucht ist, es diesen immer erst durch einen näher bestimmenden Zusatz erhält, das absolut stehende Verbum nur in schlimmem Sinne steht. Allgemeiner: sich in irgend einer Stimmung befinden, die man sich aber nicht selbst gibt, sondern die durch Eindrücke oder Einwirkungen von außen her entstanden ist; πάσχειν τι πρός τινα, in eine Leidenschaft, Stimmung gegen jemanden geraten und davon abhängig werden; τοιοῠτον οὐδὲν ἔπασχον, so ging es ihnen nicht; πέπ ονϑα τὸ τῶν πολλῶν πάϑος, es ging mir so, wie dem großen Haufen, ich erfuhr an mir dasselbe; οἷον καὶ ἡ τριὰς πέπ ονϑε, wie es ging; πάσχομεν τὰ τοῠ Τηλεμάχου, es widerfährt uns dasselbe wie dem Telemach, es geht uns wie dem Telemach; τὸ τοῠ Ὁμήρου παϑεῖν, wie Homer sagt; ἵνα μὴ ταὐτὸ πάϑ ητε τῷ ἵππῳ, daß euch nicht dasselbe, wie dem Pferde (in der Fabel) begegne; auch ὑϊκὸν πάσχει, es begegnet ihm etwas Schweinisches, d. i. es ergeht ihm wie den Schweinen. In der philosophischen Sprache der Stoiker bezeichnet πάσχειν übh. die Abhängigkeit von den äußeren Gegenständen, die Eindrücke, welche man durch sie erhält, und die Vorstellung, welche man dadurch von ihnen erhält; dah. mit folgdm ὅτι = sich vorstellen, meinen, daß etwas sei. Bei den Gramm. von den Affektionen und Veränderungen eines Wortes
  • παταγεῖον
    τό, ein goldner Streifen, Ansatz oder Überschlag am Weiberkleide, das lat. patagium, tunica patagiata
  • παταγέω
    klappern, klatschen, mit den Händen, und übh. von jedem heftigen Geräusch, das durch das Zusammentreffen zweier Körper entsteht, wie der Wolken; von den Wellen des Meeres, platschen, plätschern; von anderem Geräusch; vom Knirschen der Zähne
  • παταγή
    ἡ, das Händeklatschen
  • πατάγημα
    τό, Geklapper, Getöse, Gelärm
  • παταγητικός
    klappernd, lärmend
  • παταγμός
    ὁ, der Schlag
  • παταγο-δρόμος
    unter oder mit Gelärm, Getöse laufend
  • πάταγος
    ὁ (onomatop.), das Klappern, Rasseln, jedes durch das Zusammentreffen, Aneinanderschlagen oder Zerbrechen harter Körper entstehende Geräusch oder Getöse; π. ὀδόντων, das Zähneklappern; das Klatschen oder Patschen der Wellen, oder wenn ein schwerer Körper ins Wasser fällt
  • πατακτικός
    schlagend
  • πατάκτρια
    ἡ, die Schlagende
  • πατάν-εψις
    ἡ, der Aal
  • πατάνη
    ἡ, u. πάτανον
    τό, u. πάτελλα
    ἡ, auch sicil. βατάνη, flaches Geschirr, Schüssel; wie das lat. patina, patella
  • πατάσσω
    1) schlagen, klopfen; Ἕκτορι ϑυμὸς ἐνὶ στήϑεσσι πάτασσεν, ihm pochte das Herz im Busen; 2) klappen, klatschen, in die Hände; 3) trans. schlagen, verwunden; τὴν ϑύραν, an die Tür pochen; vom einschlagenden Blitze
  • πάταχνον
    τό, ein flaches, breites Trinkgeschirr
  • πατέομαι
    kosten, essen, zehren
  • πατερίζω
    Vater sagen, Vater nennen
  • πατέριον
    τό, Väterchen
  • πατέω
    mit Füßen treten, niedertreten; auch aus Verachtung oder Geringschätzung mit Füßen treten; auch: mißhandeln u. berauben, plündern; einen Weg betreten; übh. gehen. Übertr. von der Zeit; εἴη σέ τε τοῦτ ον ὑψοῦ χρόνον πατεῖν, die Zeit verleben; u. wie wir etwa sagen 'an den Schuhen ablaufen', etwas wiederholentlich tun, sich viel womit beschäftigen
  • πάτημα
    τό, was zertreten oder getreten wird; auch ein verachteter, beschimpfter Mensch
  • πατήρ
    ὁ, der Vater, pater; πατρὸς πατήρ, der Großvater. Von den Göttern heißt bes. Zeus πατήρ, auch πατὴρ ἀνδρῶν τε ϑεῶν τε. Übh. wie bei uns ehrende Anrede Jüngerer an Ältere mit dem Ausdruck der Hochachtung u. Liebe. Übh. der Urheber wovon, der Erfinder; dah. auch vom Kapital. Im plur. die Väter, die Ahnherren, Vorfahren; ἐκ πατέρων, von den Vätern her, von den Vätern angestammt; auch die Eltern, Vater und Mutter. Das Stammvolk, der Mutterstaat im Gegensatz der Kolonie
  • πατησμός
    ὁ, u. πάτησις
    ἡ, das Treten, Zertreten
  • πατητήριον
    τό, Ort, wo man Trauben, Oliven od. andere Früchte zertritt und auspreßt
  • πατητής
    ὁ, der Trauben, Oliven oder andere Früchte Zertretende, Kelternde
  • πατητός
    getreten, betreten, zertreten
  • πάτος
    ὁ, 1) der betretene Weg, Pfad, Fußsteig; 2) das Treten, der Tritt, πάτος ἀνϑρώπων, Schritt und Tritt der Menschen; 3) Kot der Tiere
  • πάτρα
    ἡ, das Vaterland, Geburtsland, die Vaterstadt, Heimat. Auch = πατριά, Geschlecht, Abkunft, Abstammung, bes. von einem gemeinschaftlichen Stammvater; ἦ μὰν ἀμφοτέροισιν ὁμὸν γένος ἠδ' ἴα πάτρη, Poseidon und Zeus, auch von der Heimat verstanden; Stamm, Familie. Es ist also im Allgemeinen nicht gleichbedeutend mit φρατρία (s. dasselbe), obwohl beide Wörter vielleicht stammverwandt sind; nur in einzelnen griechischen Staaten, wie in Aegina, war φρατρία = πατριά oder πάτρα. - Als Verwandtschaftsgrad ist πάτρα das Verhältnis zwischen Eltern u. Kindern
  • πατρ-αγαθία
    ἡ, die Tugend des Vaters, Ahnentugend
  • πατρ-αδέλφη
    ἡ, Vaters Schwester, Tante von väterlicher Seite
  • πατρ-αδελφία
    ἡ, Verwandtschaft durch die Geschwister des Vaters, Vaters Bruder- oder Schwesterkinder
  • πατρ-άδελφος
    ὁ, Vaters Bruder, Oheim
  • πατρ-αλῴας
    ὁ, der seinen Vater schlägt, Vatermörder
  • πάτρηθε u. πάτρηθεν
    aus dem Vaterlande
  • πατριά
    ἡ, Abkunft, Abstammung, Geschlecht, bes. von väterlicher Seite; Geschlecht, Stamm, Familie. Auch eine auf alter Familienverbindung beruhende Abteilung im Volke, Kaste, Volksstamm
  • πατριάζω
    nach dem Vater arten, nach ihm schlagen, des Vaters Wesen od. Sitten haben, patrisare
  • πατρι-αρχεῖον
    τό, Haus des Urvaters od. Patriarchen
  • πατρι-αρχέω
    u. πατρι-αρχεύω
    ein Patriarch sein
  • πατρι-άρχης
    ὁ, Stammvater eines Geschlechts, Urvater, Patriarch
  • πατρι-αρχία
    ἡ, Patriarchat
  • πατρι-αρχικός
    ή, όν, stammväterlich, patriarchalisch
  • πατρίδιον
    τό, Väterchen
  • πατρίκιος
    ὁ, der röm. patricius
  • πατρικιότης
    ητος, ἡ, das Patriciat
  • πατρικός
    väterlich
  • πατρικότης
    ἡ, die Eigenschaft des πατρικός, Väterlichkeit, Vaterschaft, paternitas
  • πατρί-ληκτος
    vom Vater ererbt
  • πάτριος
    den Vätern oder Vorfahren gehörig, von ihnen herrührend, überkommen; πάτρια καὶ παντάπασιν ἀρχαῖα νόμιμα, von alten Einrichtungen, von den Vätern überkommene Stamm- oder Landessitten. Adv., nach väterlicher Sitte
  • πατρίς
    ίδος, ἡ, vaterländlisch; bes. πατρὶς γαῖα, αἶα, ἄρουρα, vaterländische Erde, vaterländisches Gefilde; wie πάτρα, Vaterland, Heimat; auch = Vaterstadt
  • πατριώτης
    ὁ, der aus dem nämlichen Lande ist, Landsmann, auch der in demselben Lande wohnt; ursprünglich aber ward das Wort nur von Sklaven und von Tieren gebraucht; übertr. von leblosen Dingen, wie Soph. den Berg Kithäron den πατριώτης des Oedipus nennt; bei den Barbaren = Mitbürger, dem πολίτης der freien Griechen entsprechend; Mitbürger
  • πατριωτικός
    dem oder zu dem πατριώτης gehörig
  • πατριῶτις
    ἡ, π. στολή ist Landestracht
  • πατρο-γένειος
    ὁ, Beiwort des Poseidon
  • πατρο-γενής
    ές, väterliches Geschlechts, vom Vater stammend, einheimisch
  • πατρο-δίδακτος
    vom Vater belehrt
  • πατρο-δώρητος
    u. πατρό-δοτος
    vom Vater geschenkt, gegeben
  • πατρό-θειος
    ὁ, der Oheim väterlicher Seits
  • πατρόθεν
    vom Vater her, von Seiten des Vaters; πατρόϑεν ὀνομάζειν τινά, einen nach dem Vater, mit Hinzufügung von des Vaters Namen nennen; ἀναγραφῆναι πατρόϑεν ἐν στήλῃ, mit Hinzufügung des Namens des Vaters auf einer Säule eingeschrieben werden
  • πατρο-κασιγνήτη
    ἡ, Vaters Schwester, Tante von väterlicher Seite
  • πατρο-κασίγνητος
    ὁ, Vaters Bruder, Oheim
  • πατρο-κίνητος
    vom Vater bewegt
  • πατρο-κόμος
    den Vater pflegend
  • πατρο-κτονέω
    den Vater morden
  • πατρο-κτονία
    ἡ, Vatermord
  • πατρο-κτόνος
    den Vater mordend, tötend; μίασμα, Befleckung, Sünde des Vatermords; ungew. χεὶρ πατροκτόνος, des Vaters mordende Hand. Πατρόκτονος würde 'vom Vater getötet' heißen
  • πατρ-ολέτωρ
    ορος, ὁ, Vatermörder
  • πατρο-μήτωρ
    ορος, ὁ, Muttervater, Großvater von mütterlicher Seite; aber auch ή, die Großmutter
  • πατρο-μύστης
    ὁ, ein Ehrenamt bei der asiatischen Musikgesellschaft, pater mystarum Bacchi
  • πατρο-νομέω
    väterlich oder wie ein Vater regieren; οἱ τοὺς ἀπὸ τῶν πατέρων παραδεδομένους νόμους τηροῠντες, also nach väterlichen, nach althergebrachten Gesetzen oder väterlich regiert werden
  • πατρο-νομία
    ἡ, die Regierung eines πατρονόμος, Herrschaft des Familienvaters
  • πατρο-νομικός
    ή, όν, zum πατρονόμος od. zur πατρονομία gehörig
  • περι-κατα-λείπω
    übrig lassen
  • πατρο-νόμος
    eigtl. väterlich waltend, regierend; insbesondere hieß eine Obrigkeit so, der väterliche Sorge für Erziehung und Zucht der Jugend oblag; οἱ πατρονόμοι, in Sparta der große Rat seit der vom Kleomenes vorgenommenen Staatsverbesserung
  • πατρο-παρά-δοτος
    von den Vätern oder Vorfahren überliefert, hinterlassen
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