236 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • μοσχο-τομία
    ἡ, junger Ausschuß, bes. von Weiden, der zum Gebrauch der Korbflechter u. Bötticher abgeschnitten wurde
  • μοσχο-τόμος
    Kälber zerschneidend, schlachtend
  • μοσχο-τρόφος
    Kälber aufziehend
  • μοσχο-φάγος
    Kälber, Kalbfleisch essend
  • μοτόν
    τό, oder μοτός
    ὁ, zerzupfte Leinwand, Charpie zum Füllen hohler Wunden
  • μοτο-φυλάκιον φάρμακον, τό
    eine Art Heftpflaster
  • μοτο-φύλαξ
    ακος, ὁ, eine Art Kompresse zum Halten der Charpie
  • μοτόω
    die Wunde mit Charpie versehen, sie dadurch offen erhalten und heilen
  • μοτώ
    ἡ, eine Art Zimt
  • μότωμα
    τό, aufgelegte Charpie
  • μότωσις
    ἡ, das Auflegen von Charpie
  • μουΐα
    ἡ, Fliege
  • μουκίζω
    mit geschlossenem Munde stöhnen und so das Zeichen des Unmutes von sich geben
  • μουνάξ
    einzeln, allein
  • μουν-ερέτης
    ὁ, der allein Rudernde
  • μούνιος
    vom Wolf
  • μουνο-νυχί
    in einer Nacht
  • μουνυχιών
    ῶνος, ὁ, der zehnte attische Monat, in welchem das Fest der Munychischen Artemis gefeiert wurde, der letzten Hälfte des April und der ersten des Mai entsprechend
  • μοῦσα
    ἡ, die Muse; zunächst personifiziert, Göttin des Gesanges u. der Tonkunst übh., wie der Dichtkunst, der Tanzkunst, der Schauspielkunst u. übh. jeder das Leben verschönernden u. veredelnden Kunst; sowohl der sing., als der plur., aber ohne daß eine bestimmte Zahl angegeben wird; erst später werden die neun Musen erwähnt, deren jeder die spätere Zeit eine besondere Kunst oder Wissenschaft, der sie vorstand, zuwies; zuerst drei Musen, Μελέτη, Μνήμη u. Ἀοιδή, deren Namen, so wie die der neun Musen, Κλειώ, Εὐτέρπη, Θάλεια, Μελπομένη, Τερψιχόρη, Οὐρανία, Ἐρατώ, Πολύμνια, Καλλιόπη; ihre Mutter ist die Mnemosyne. Ihr Dienst ging von der thracischen Landschaft Pieria aus. Später wird μοῦσα auch Appellativum, der Gesang, das Lied; μ ούσης ὑποκριταί sind Schauspieler; dann überh. Kunst und Wissenschaft, seine Bildung; μούσης λέξις ist poetischer Ausdruck; auch die Sängerin, Dichterin
  • μουσ-ᾱγέτης
    ὁ, Musenführer, so heißt Apollo
  • μουσάριον
    τό, eine Augensalbe
  • μουσεῖον
    τό, Musentempel, Musenort; das Reich der Persephone μουσεῖα ϑρηνήμασι ξυνῳδά, den von Klagen ringsum tönenden Ort; κισσός, εὐφυὴς κλάδος, χελιδόνων μουσεῖα, ein Hain, der Singplatz der Schwalben; parodiert: στωμύλματα χελιδόνων μουσεῖα λωβηταὶ τέχνης, weil das Schwalbengezwitscher sprichwörtlich geworden ἐπὶ τῶν βαρβάρων καὶ πολυλόγων καὶ ἐπαχϑῶν. Auch ein Übungsort, Ort wo Musenkünste getrieben werden, daher Athen τὸ τῆς Ἐλλάδος μουσεῖον heißt. Τὰ μουσεῖα, das Musenfest; μουσεῖον auch opus musivum, Mosaik
  • μούσειος
    von den Musen
  • μουσειόω
    mit Musivarbeit belegen
  • μουσείωσις
    ἡ, das Belegen mit Musivarbeit
  • μουσ-ηγετέω
    ein Musensohn sein
  • μουσίζω
    u. μουσικεύομαι
    ein Instrument spielen, singen, ertönen lassen
  • μουσικός
    die Musen, Musenkünste betreffend, ἡ μουσική, die Musenkunst, bes. die Tonkunst, Musik; Gesang; übh. jede höhere künstlerische od. wissenschaftliche Bildung; μουσικὸς ἀνήρ, der sich auf Musenkünste versteht, Tonkünstler u. Dichter; ἀγῶνα κρῖναι τόνδε μουσικώτατα, auf eine sehr kunstverständige Weise; Plat. setzt den Lyriker Stesichorus, ἅτε μουσικὸς ὤν, dem Epiker Homer entgegen
  • μουσίκτας
    ὁ, der Tonkünstler
  • μούσμων
    ονος, ὁ, ein sardinisches Tier, wahrscheinlich der Muflon, der Stammvater des zahmen Schafes
  • μουσό-δομος
    von den Musen, durch Musik gebaut
  • μουσο-δόνημα
    τό, die Windungen des Gesanges
  • μουσο-κόλαξ
    ακος, ὁ, Musenschmeichler
  • μουσό-ληπτος
    von den Musen ergriffen, begeistert
  • μουσο-μανέω
    von den Musen verzückt, begeistert sein, die Musenkünste leidenschaftlich lieben
  • μουσο-μανής
    ές, von den Musen verzückt, begeistert, die Musenkünste leidenschaftlich liebend
  • μουσο-μανία
    ἡ, leidenschaftliche Liebe zu den Musenkünsten
  • μουσό-μαντις
    weissagend; ὄρνις, ein durch Gesang weissagender Vogel
  • μουσο-μήτωρ
    ορος, Musenmutter, d. i. Musenkünste hervorbringend
  • μουσο-πάτακτος
    von den Musen getroffen, begeistert
  • μουσο-πάτωρ
    ορος, ὁ, Musenvater
  • μουσό-πνευστος
    von den Musen begeistert
  • μουσο-ποιέω
    dichten
  • μουσο-ποιός
    Gedichte machend, dichtend
  • μουσο-πόλος
    mit den Musen verkehrend, Dichter
  • μουσο-πρός-ωπος
    mit Musenantlitz
  • μουσο-τραφής
    ές, von den Musen erzogen
  • μουσο υργία
    ἡ, das Spielen, Singen, Dichten
  • μουσο υργός
    ὁ, der sich mit den Musenkünsten beschäftigt, spielt, singt od. dichtet, gew. ἡ, Tonkünstlerin; von einem Flötenbläser
  • μουσό-φθαρτος
    von den Musen getötet
  • μουσο-φίλης
    die Musen liebend
  • μουσο-φίλητος
    von den Musen geliebt
  • μουσο-χαρής
    ές, sich der Musen od. Musenkünste freuend
  • μουσόω
    einen musisch machen, ihn in den Musenkünsten erziehen, bilden, bes. im pass. Ἔργον μεμουσωμένον, von musivischer Arbeit
  • μουστάκια
    τά, eine Art Gebäck, das lat. mustacea
  • μουσ-ῳδός
    singend, dichtend
  • μοχθέω
    sich anstrengen, bes. durch Anstrengung sich erschöpfen, abmühen; ἀλλά μιν οἴω κήδεσι μοχϑήσειν ἔτι πλείοσιν, er wird noch mehr Kummer leiden; auch c. acc., erleiden, ertragen. Aber auch = etwas mit Anstrengung machen, vollbringen, πολλὰ δὴ καὶ ϑερμὰ κοὐ λόγῳ κακὰ μοχϑήσας sagt Herakles von seinen Arbeiten
  • μόχθημα
    τό, Anstrengung, Mühsal
  • μοχθηρία
    ἡ, schlechte Beschaffenheit einer Sache od. Unbrauchbarkeit; sittliche Schlechtigkeit; ἀδοξίαν μοχϑηρίας δεδιότες, Vorwurf eines niedrigen Standes
  • μοχθηρός
    mühselig, kummervoll, elend. Häufiger = schlecht, unbrauchbar; bes. von sittlicher Schlechtigkeit; πράγματα, schlechter Handel, schlechte Geschäfte
  • μοχθίζω
    ἕλκεϊ μοχϑίζοντα κακῷ, an schlimmer Wunde leiden; δαίμονι δειλῷ, mit Unglück zu kämpfen haben
  • μόχθος
    ὁ, Anstrengung, Mühe; Kampfesmühe; so von den Arbeiten des Herakles; übh. Mühsal, Not, Elend
  • μοχλεία
    ἡ, das Hebeln, bes. das Einrenken eines Knochens
  • μόχλευσις
    ἡ, das Hebeln, Bewegen mit einem Hebel, bes. das Einrenken vermittelst einer Hebemaschine
  • μοχλευτής
    ὁ, der mit dem Hebel schwere Lasten hebt u. fortbewegt; καινῶν ἐπῶν κινητὰ καὶ μοχλευτά, neuer Worte Beweger u. Hebler
  • μοχλεύω
    mit dem Hebel fortbewegen, fortheben; übh. schwere Lasten heben u. fortbewegen; auch übertr., wie moliri, unternehmen. Bei den Medic. = mit der Hebemaschine einrenken
  • μοχλέω
    mit dem Hebel fortbewegen; στήλας τε προβλῆτας ἐμόχλεον, sie warfen mit Hebeln die Säulen um
  • μοχλικός
    zum Hebeln, bes. zum Einrenken gehörig, τὸ μοχλικόν, das Buch vom Einrenken der Knochen
  • μοχλίον
    τό, u. μοχλίσκος
    ὁ, kleiner Hebel
  • μοχλό-λιθος
    ὁ, Stein zum Verschließen der Tür
  • μοχλός
    ὁ, Hebebaum, Hebel; auch der Baum, mit welchem Odysseus dem Kyklopen das Auge ausbrennt; der Querbalken zum Verriegeln einer Tür; μοχλοὺς ἐμβάλλειν, den Riegel vorschieben
  • μοχλόω
    mit einem Riegel verschließen, verriegeln
  • μύ od. μῦ
    ein mit geschlossenem Munde hervorgebrachter Laut, Schmerz ausdrückend; μῦ λαλεῖν, einen kaum vernehmbaren Laut hervorbringen, mucken, mucksen, von denen, die nicht laut zu reden wagen; lat. mu facere, mussare
  • μυ-άγρα
    ἡ, die Mäusefalle
  • μύ-αγρος
    ὁ, der Mäusefänger, eine Schlangenart
  • μυ-άκανθος
    ὁ, u. μυ-ακάνθινος
    ὁ, Mäusedorn, wilder Spargel
  • μύαξ
    ακος, ὁ, die Miesmuschel
  • μυάω
    τὰ χείλη πρὸς ἄλληλα συνάγειν, die Lippen zusammenbeißen; τί μυᾶτε = σκαρδαμύττεσϑε ἢ μυκτηρίζετε, was verzieht ihr den Mund, od. blinzelt ihr, Ausdruck des Mißbehagens, Unwillens
  • μῡ-γαλέη
    ἡ, Spitzmaus, mus araneus
  • μυγμός
    ὁ, u. μυγμή
    ἡ, der Ton, den man hervorbringt, wenn man mit geschlossenen Lippen den Atem heftig hervorstößt, Stöhnen, Seufzen
  • μῡδαίνω
    befeuchten, benetzen, durchwässern; auch = durch Nässe verfaulen lassen
  • μῡδαλέος
    u. μῡδαλόεις
    εσσα, εν, feucht, benetzt; κατὰ δ' ὑψόϑεν ήκεν ἐέρσας αἵματι μυδαλέας, von Blut triefend; auch = durch Feuchtigkeit verdorben, moderig
  • μυδάω
    feucht, durchnäßt sein; μυδῶν σῶμα, der verwesende Leichnam; von zu vieler Feuchtigkeit verderben, verfaulen
  • μύδησις
    ἡ, das Durchnässen, Verderbnis durch Nässe, Fäulnis
  • μύδος
    ὁ, Nässe, Feuchtigkeit, und daraus entstehende Fäulnis, Moder
  • μύδος
    ον, stumm, sprachlos
  • μυδρίασις
    ἡ, eine Krankheit an der Pupille der Augen
  • μυδρο-κτυπέω
    glühendes Eisen hämmern, schmieden, vom Hephästus
  • μυδρο-κτύπος
    glühendes Eisen hämmernd, schmiedend
  • μύδρος
    ὁ, die glühende Eisenmasse; ἦμεν δ' ἑτοῖμοι καὶ μύδρους αἴρειν χεροῖν, was als eine Art Gottesurteil angesehen wurde; Πακτώλιος μύδρος, ein gediegener Goldklumpen vom Paktolus; Anaxagoras nannte die Sonne einen μύδρος διάπυρος; μύδροι διάπυροι, die glühenden Steinmassen, welche der Aetna auswirft
  • μυδών
    ῶνος, ὁ, in Fäulnis übergehendes Fleisch
  • μῡελ-αυξής
    ές, Mark vermehrend
  • μῡέλινος
    von Mark, markig
  • μῡελόεις
    εσσα, εν, markig, voll Mark; ὄστρεα, gallertartig; daher = nahrhaft, fett
  • μῡελόθεν
    aus dem Marke
  • μῡελο-ποιός
    markmachend, stärkend
  • μῡελός
    ὁ, Mark; übertr. ἄλφιτα u. ἀλείατα μυελὸς ἀνδρῶν, Mark der Männer, die nahrhafte, stärkende Speise; das Gehirn. Übh. das Innere. Übtr. Syrakus = νάσω Τρινακρίας μυελόν
  • μῡελο-τρεφής
    ές, marknährend, gebend
  • μῡελόω
    mit Mark od. Fett anfüllen
  • μῡελ-ώδης
    ες, markähnlich, markartig
  • μυέω
    in die Mysterien einweihen; μυεῖσϑαι τὰ μεγάλα, sc. μυστήρια, in die großen Mysterien eingeweiht werden; τὰ Καβείρων ὄργια μεμύηται, er ist in den geheimen Dienst der Kabiren eingeweiht; οἱ μεμυημένοι, die Eingeweihten. Übh. = unterrichten, lehren
  • μυζάω
    u. μυζέω
    saugen, aussaugen
  • μυζιουρίς
    ἡ, fellatrix
  • μύζω
    1) mit geschlossenem Munde einen Laut hervorbringen, indem man den Atem heftig durch die Nase stößt, schnauben, stöhnen. 2) saugen
  • μύημα
    τό, das Eingeweihte, die Einweihung
  • μύησις
    ἡ, das Einweihen in die Mysterien, auch der katechetische Unterricht in der Religion
  • μυητήςι ὁ
    der Einweihende
  • μυθάριον
    τό, kleine Fabel, des Aesop
  • μύθ-αρχοι
    οἱ, Häupter der Faktion, Parteianführer
  • μῡθέομαι
    sprechen, reden; trans. c. acc., aussprechen, erzählen, nennen; Σκύλλην δ' οὐκέτ' ἐμυϑεόμην, von der Scylla sprach ich nicht mehr; auch μῦϑον μυϑείσϑην, eine Rede halten; wie ἀληϑέα oft, die Wahrheit sagen; ἐπισκήπτειν, den Befehl aussprechen
  • μύθευμα
    τό, das Gesagte, Erzählte
  • μῡθήρια
    τά, Sagen, Erzählungen
  • μῡθητής
    ὁ, u. μῡθητήρ
    ῆρος, ὁ, Sprecher, Erzähler; = στασιαστής, d. i. aufrührerische Reden führend
  • μῡθικός
    zur Sage, Fabelgeschichte, Mythologie gehörig; τὰ Μυϑικά, Titel von Büchern über Sagengeschichte
  • μῡθ-ιστορία
    ἡ, fabelhafte Geschichte
  • μῡθο-γραφέω
    Fabeln aufschreiben, fabelhaft beschreiben
  • μῡθο-γραφία
    ἡ, das Fabelschreiben
  • μῡθο-γράφος
    Fabeln schreibend, fabelhaft beschreibend
  • μῡθό-λατρις
    ὁ, der Diener des Wortes, Christi
  • μῡθο-λογεύω
    eine Geschichte lang, ausführlich hererzählen
  • μῡθο-λογέω
    fabelhafte Geschichten erzählen; auch übh. ausführlich sprechen worüber, gew. mit dem Nebenbegriffe des fabelhaften Ausdruckes od. der schwatzhaften Breite; πολιτείαν λόγῳ, erdichten
  • μῡθο-λόγημα
    τό, fabelhafte Erzählung
  • μῡθο-λογία
    ἡ, das Erzählen von Fabeln, von Götter- u. Sagengeschichten, Mythologie, Götterlehre; üdh. Gespräch; auch die einzelne Fabel
  • μῡθο-λογικός
    ή, όν, im Erzählen von Fabeln, im Erdichten geschickt
  • μῡθο-λόγος
    der Fabeln, Götter- od. Sagengeschichten erzählt
  • μῡθο-πλαστέω
    Sagen, Fabeln erdichten
  • μῡθο-πλάστης
    ὁ, der Sagen, Fabeln erdichtet
  • μῡθο-πλαστία
    ἡ, Erdichtung von Sagen od. Fabeln, erdichtete Erzählung
  • μῡθο-πλόκος
    Sagen verflechtend, eine Rede künstlich drehend, verschlingend
  • μῡθο-ποιέω
    Sagen, Fabeln erfinden, erdichten
  • μῡθο-ποίημα
    τό, erdichtete Erzählung, Erdichtung
  • μῡθο-ποίησις
    ἡ, u. μῡθο-ποιΐα
    ἡ, das Erdichten, eine fabelhafte Erzählung
  • μῡθο-ποιός
    Sagen, Fabeln erdichtend
  • μῦθος
    ὁ, Wort, Rede; ποῖον τὸν μῦϑον ἔειπες, was sprachst du da für ein Wort; πρὸς μῦϑον ἔειπε, c. acc., zu einem ein Wort sagen, zu ihm sprechen, sehr geläufige Verbindung, wie μύϑων ἦρχε, er fing an zu sprechen, sowohl von einer öffentlichen Rede in der Volksversammlung, als von einem Gespräche, einer Unterhaltung zwischen mehreren; μῦϑον ἀκούειν, ein Wort, eine Rede, das Gesagte hören; ἑκάστου μῦϑον ἄκουεν, hörte eines jeden Rede; μῦϑος παιδός, die Erzählung vom Sohne, die von ihm handelt, ihn betrifft. Oft bestimmter: Auftrag, Geheiß; Versprechen; Beschluß, Anschlag; οὐδέ τιν' ἄλλην μύϑου ποιήσασϑαι ἐπισχεσίην ἐδύνασϑε, der Anschlag. Begriff des Wortes im Ggstz zur Tat; μῦϑον τελεῖν, ein Wort erfüllen, zur Tat werden lassen. Erzählung, μῦϑον δ' ὡς ὅτ' ἀοιδὸς ἐπισταμένως κατέλεξας, wo noch nicht an Erdichtung zu denken ist; Gespräch; Gerücht; Meldung, Botschaft; der Inhalt der Rede, Geschichte; Nebenbegriff des Fabelhaften, Erdichteten, bes. im Ggstz von λόγος; ὥςπερ ταῖς γραυσὶ ταῖς τοὺς μύϑους λεγούσαις, wie man sie Kindern erzählt; bes. auch Göttergeschichten; die Tierfabel des Aesop; zuweilen auch ausführliche Untersuchungen; μύϑους λέγειν, so viel wie fabeln, die Unwahrheit sagen. Auch die Fabel, die einer Tragödie zum Grunde liegt. Die Rhett., bei denen das Verfertigen eines μὖϑος eine gewöhnliche Übung war, erklären oft λόγος ψευδης εἰκονίζων ἀλήϑειαν. Ein Garten des Hiero bei Syrakus hieß μῦϑος, vielleicht wegen seiner fabelhaften Schönheit
  • μῡθο-τόκος
    Sagen, Fabeln erzeugend
  • μῡθ-ώδης
    ες, einer Fabel ähnlich, fabelhaft; μυϑῳδο ύς, Fabelsänger
  • μυῖα
    ἡ, die Fliege; ἠΰτε μυιάων ἀδινάων ἔϑνεα πολλά, Stechfliege; ὡς ὅτε μήτηρ παιδὸς ἐέργει μυῖαν, ὅϑ' ἡδέϊ λέξεται ὕπνῳ, die Stubenfliege, als Bild der dreisten Unverschämteit u. Keckheit, die sich nicht zurückscheuchen läßt. Die Aas- oder Schmeißfliege; μυῖα χαλκῆ, ein Kinderspiel, wie unser Blindekuh
  • μυί-αγρος
    ὁ, Fliegenfänger, bei den Eleern eine Gotteit
  • μυιϊκός
    von der Fliege
  • μυΐνδα παίζειν
    Blinzens spielen, ein Kinderspiel mit verschlossenen Augen, wie unser Blindekuh
  • μύϊνος
    von Mäusen; von der Farbe der Mäuse
  • μυιο-ειδής
    ές, fliegenartig
  • μυιο-θήρας
    ὁ, Fliegenjäger
  • μυιο-κέφαλον
    τό, eine Augenkrankheit, wenn die Traubenhaut durch eine Öffnung der Hornhaut hervortritt und so die Gestalt eines Fliegenkopfes bildet
  • μυιο-σοβέω
    Fliegen scheuchen
  • μυιο-σόβη
    ἡ, Fliegenscheuche, Fliegenwedel; komisch für einen langen Bart
  • μυιο-σόβης
    ὁ, Fliegenscheucher
  • μυΐσκος
    ὁ, u. μυΐσκα
    ἡ, die kleine Miesmuschel, mytulus
  • μυιώδης
    ες, ein Gott zum Abwenden der Fliegen
  • μῡκάομαι
    den Naturlaut nachahmendes Wort, brüllen; von Rindern; auch vom Herakles. Auch von leblosen Dingen, dumpf ertönen, erdröhnen; πύλαι μύκον οὐρανοῦ, sie knarrten auf; vom Flusse; vom Schilde, der mit der Lanze getroffen wird; μέμυκε δὲ γαῖα καὶ ὕλη, vom Sturme; vom Donner
  • μϋκη
    ἡ, das Gebrüll
  • μῡκηθμός
    ὁ, das Brüllen der Rinder
  • μύκημα
    τό, das Gebrüll; auch vom Donner
  • μύκηρος
    ὁ, Mandel-, Nußbaum
  • μύκης
    ητος, ὁ, 1) der Pilz. 2) die Schnuppe am Lampendocht, ἔπεισι γοῦν τοῖσιν λύχνοις οὑτοιῒ μύκητες, was bevorstehenden Regen ankündigen sollte. Auch der Deckel am Ende der Degenscheide, das Ortband, von seiner gespitzten, pilzähnlichen Gestalt. Auch andere pilzähnliche Dinge; die Stummeln der abgehauenen Ölbäume
  • μύκησις
    ἡ, das Brüllen
  • μῡκητής
    ὁ, der Brüllende, Brüller
  • μῡκητίας σεισμός, ὁ
    mit unterirdischem Gebrüll verbundenes Erdbeben
  • μῡκητικός
    brüllend
  • μυκήτινος
    von Pilzen gemacht
  • μύκλος
    ὁ, u. μύκλα
    ἡ,  ein schwarzer Streif oder eine Falte am Halse od. an den Füßen des Esels. Bei den Phokäern hieß der zum Bespringen gebrauchte Zuchtesel μύχλος man braucht es nicht bloß vom Esel, den man ἐργάτην μύκλον κάνϑωνα nennt, sondern auch von wollüstigen Menschen, wie von den Freiern der Penelope
  • μῦκος
    ὁ, Schleim, Rotz
  • μυκτήρ
    ῆρος, ὁ, Nase, Nüstern. Auch der Elephantenrüssel. Die Tülle an der Lampe. Übertr. auch Spott, Hohn, Verachtung, die sich durch Naserümpfen und ein wegwerfendes Schnieben der Nase kund geben
  • μυκτηρίζω
    naserümpfen, verspotten, verhöhnen; pass. sich verspotten lassen
  • μυκτήρισμα
    τό, Naserümpfen
  • μυκτηρισμός
    ὁ, das Naserümpfen, Verhöhnen
  • μυκτηριστής
    ὁ, der Naserümpser, Spötter
  • μυκτηριστικός
    zum Spott geneigt, spöttisch
  • μυκτηρόθεν
    aus der Nase
  • μυκτηρό-κομπον πνεῦμα
    aus der Nase schallend, vom Schnauben der Rosse, gleichsam 'nüsternstolz'
  • μύκων
    ὁ, ein Teil des Ohrs, vielleicht die Ohrhöhle; ein Haufen Spreu
  • μυλαβρίς
    ίδος, ἡ, ein bei den Müllern u. Bäckern sich häufig findendes Insekt, Bäckerschabe oder Schwaben
  • μυλαῖος
    zur Mühle gehörig, darin arbeitend
  • μυλακρίς
    ίδος, ἡ, = μυλαβρίς; auch die Müllerin; μυλακρὶς λᾶας, Mühlstein
  • μύλακροι
    οἱ, die Backenzähne, dentes molares
  • μύλαξ
    ακος, ὁ, der Mühlstein, übh. ein großer runder Stein
  • μυλ-εργάτης
    ὁ, der Mühlenarbeiter, Müller
  • μυλεύς
    ὁ, Beiname des Zeus, des Vorstehers der Mühlen
  • μύλη
    ἡ, 1) die Mühle; Handmühlen, welche von den Mägden gedreht wurden. Auch der untere Mühlstein (wie der obere ὄνος heißt). 2) im plur. = μύλακροι, die Backenzähne. 3) τὸ πλανησίεδρον, die Kniescheibe. 4) bei den Ärzten ein Mondkalb, ein verunstalteter Embryo, mola
  • μυλη-βόρος
    die Mühle benagend
  • μυλή-κορον
    τό, Mühlenbesen
  • μυλή-φατος
    von der Mühle zermalmt, zermahlen
  • μυλίας
    ὁ, zur Mühle gehörig, λίϑος, der Mühlenstein
  • μυλιάω
    mit den Zähnen knirschen
  • μυλικός
    zur Mühle gehörig, λίϑος, Mühlstein. Für die Backenzähne dienlich
  • μυλίτης
    ὁ, a) λίϑος, Mühlstein; b) ὀδούς, Backenzahn
  • μυλλαίνω
    den Mund, die Lippen (μύλλος) verziehen, höhnisch lachen, verspotten
  • μυλλάς
    άδος, ἡ, die Hure
  • μύλλον
    τό, u. μύλλος
    τό, die Lippe
  • μυλλός
    mit verzerrten Lippen, verrenkten Kinnbacken, übh. verzogen, verrenkt
  • μυλλός
    ὁ, sicilisch, die weibliche Scham
  • μύλλος
    ὁ, ein Meerfisch, mullus, der eingesalzen vom schwarzen Meere kam, sich auch in der Donau fand
  • μύλλω
    1) die Lippen zusammendrücken, bei geschlossenen Lippen einen Laut von sich geben, mucksen, murmeln; μύω, μυάω u. das durch Reduplikation hieraus entstandene μοιμύλλω. 2) zermalmen, mahlen, u. übertr., wie molere, Beischlaf treiben, beschlafen
  • μυλ-όδους
    οντος, ὁ, Backenzahn
  • μυλο-ειδής
    ές, mühlenartig, mühlsteinartig
  • μυλόεις
    εσσα, εν, mühlenartig; στέρνῳ μυλόεντι ϑυείης, aus einem Mühlsteine gemacht
  • μυλο-εργής
    ές, auf der Mühle gearbeitet, gemahlen
  • μυλό-κλαστος
    auf der Mühle zerbrochen, geschroten oder gemahlen
  • μυλο-κόπος
    den Mühlstein schärfend
  • μυλο-κόρος
    die Mühle fegend, den Mühlstein reinigend
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