219 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • λῡπ-αλγής
    ές, durch Leid betrübt
  • λῡπέω
    kränken, betrüben, beleidigen, beeinträchtigen; auch übh. belästigen; ἡ ἵππος αἰεὶ προςέκειτό τε καὶ ἐλύπεε τοὺς Ἕλληνας, sie bedrängte die Griechen, setzte ihnen zu; ἐλύπει αὐτὸν ἡ χώρα πορϑουμένη, die Verwüstung des schmerzte ihn. Pass., betrübt werden, trauern; ἐπί τινι, sich über etwas betrüben; ὅταν τινὰ ἄλλην λύπην λυπῆται, wenn er einen Kummer, Schmerz hat
  • λύπη
    ἡ, Leid, Betrübnis, Kränkung; λύπην τινὶ βάλλειν, Schmerz, Unglück bereiten; ἡ παρεοῠσα λύπη, der traurige Zustand
  • λύπημα
    τό, Kränkung, Schmerz
  • λῡπηρός
    betrübend, kränkend, beschwerlich, lästig
  • λῡπησί-λογος
    durch Reden kränkend
  • λῡπητικός
    u. λῡπητήριος
    betrübend
  • λυπρό-βιος
    kümmerlich lebend
  • λυπρό-γαιος
    mit kümmerlichem, schlechtem Boden, Lande; auch τὸ λυπρόγειον, der schlechte Boden
  • λυπρός
    betrübend, kränkend. Vom Boden: unergiebig, unfruchtbar, armselig. Übh. elend, bitter, traurig
  • λυπρότης
    ητος, ἡ, die Armseligkeit, bes. die magere Beschaffenheit des Bodens
  • λύρα
    ἡ, die Lyra, Leier, ein siebensaitiges Instrument, das Hermes erfunden u. dem Apollo geschenkt haben soll. Sie hatte einen tieferen Schallboden als die Kithara und galt als das männlichste unter den Saiteninstrumenten. Auch das Spielen auf der Lyra u. die lyrische Dichtkunst. Das Sternbild, die Leier. Ein Meerfisch aus dem Barbengeschlecht, die Seeleier
  • λυρ-αοιδός
    ὁ, der zur Lyra singt, Leiersänger
  • λυρίζω
    die Lyra spielen
  • λυρικός
    zum Spielen auf der Lyra gehörig, zur Lyra zu singen, mit der Lyra begleitet, ὁ λυρικός, der lyrische Dichter; λυρικὰ ᾄσματα od. μέλη, lyrische Gedichte
  • λυρισμός
    ὁ, das Spielen auf der Lyra
  • λυριστής
    ὁ, der die Lyra spielt
  • λυρο-γηθής
    heißt Apollo, der sich der Lyra erfreut, leierfroh
  • λυρόεις
    εσσα, εν, lyraähnlich
  • λυρο-εργός
    Leiern machend, zur Leier singend
  • λυρο-θελγής
    ές, durch Lyraspiel bezaubert
  • λυρόθεν
    von der Lyra
  • λυρό-κτιτος
    durch die Lyra erbaut, Beiwort von Theben, dessen Mauern durch Amphions Spiel auf der Lyra gebaut sein sollen
  • λυρο-κτυπίη
    ἡ, das Schlagen, Spielen der Lyra
  • λυρο-κτύπος
    die Lyra schlagend, d. i. spielend; wie eine Lyra tönend
  • λύρον
    τό, ein Kraut
  • λυρο-πηγός
    ὁ, eine Lyra zusammenfügend
  • λυρο-ποιέω
    Leiern machen
  • λυρο-ποιΐα
    ἡ, das Leiermachen
  • λυρο-ποιϊκός
    ή, όν, das Verfertigen der Lyra betreffend, ἡ λυροποιική, sc. τέχνη, die Lyraverfertigerkunst
  • λυρο-ποιός
    der Lyren verfertigt; lyrischer Dichter
  • λυρο-φοίνιξ
    ῑκος, ὁ, eine besondere Art der Lyra
  • λυρ-ῳδέω
    zur Lyra singen
  • λυρ-ώδης
    ες, lyraartig, übh. = λυρικός, μέλη, lyrische Gedichte
  • λυρ-ῳδία
    ἡ, Gesang mit Begleitung der Lyra
  • λυρ-ωνία
    ἡ, das Lyrakaufen
  • λῡσ-ανίας
    ὁ, Schmerzenlöser, -stiller
  • λυσ-έρως
    ωτος, ὁ, Liebelöser
  • λῡσ-ήνωρ
    ορος, Männer auflösend, entkräftend
  • λῡσί-γαμος
    ἀγγελίαι od. ἀμβολίαι, die Ehe auflösend
  • λῡσι-γυία
    od. λυσίγυια, ἡ, Auflösung, Ermattung der Glieder
  • λῡσί-δικος
    Prozesse schlichtend
  • λῡσ-ίδρως
    ωτος, ὁ, Schweiß lösend
  • λῡσι-έθειρα
    ἡ, mit aufgelöstem, flatterndem Haare
  • λῡσί-ζωνος
    den Gürtel lösend, bes. von der Braut, den jungfräulichen Gürtel ablegend. Ἄρτεμις heißt λυσίζωνος, auch λυσιζώνη, weil sie den Gebärenden beisteht; Soldaten, welche die Rüstung abgelegt haben, discincti
  • λῡσί-θριξ
    -τριχος, das Haar auflösend, mit fliegendem Haare
  • λῡσί-κακος
    Übel, Unglück auflösend, beseitigend
  • λῡσιμαχία
    ἡ, u. λῡσιμάχιον
    τό, eine Pflanze
  • λῡσί-μαχος
    Kampf, Streit auflösend, schlichtend, zum Wortspiel mit dem bekannten Eigennamen benutzt
  • λυσι-μέλεια
    ἡ, Gliederlöserin
  • λῡσι-μελής
    ές, die Glieder lösend, erschlaffend; die Liebe; vgl. das Wortspiel, das Bacchus, Aphrodite u. das Podagra so nennt
  • λῡσι-μέριμνος
    Sorgen lösend, so heißt Bacchus
  • λύσιμος
    ον, lösend; lösbar; οὐκέτι λύσιμον, nicht mehr aufzulösen; leicht aufzulösen, ein Problem
  • λῡσί-νομος
    das Gesetz auflösend, aufhebend
  • λύσιος
    lösend; ϑεοὶ λύσιοι, die vom Fluche lösenden, entsühnenden Götter; bes. Bacchus heißt so
  • λυσι-παίγμων
    ον, das Spiel, den Scherz lösend, entfesselnd; so heißt Bacchus
  • λυσι-πήμων
    ον, Leid u. Schmerz aufhebend, lösend
  • λῡσί-ποθος
    Liebe, Sehnsucht stillend
  • λῡσι-πόνιον
    τό, ein die Kräfte weckendes Heilmittel
  • λῡσί-πονος
    Mühsal, Kummer lösend, stillend; auch ϑεράποντες, die Diener, welche anderen die Arbeit abnehmen, erleichtern
  • λύσις
    ἡ, Lösung Auflösung u. Freilassung eines Gefangenen; Befreiung, Rettung, ϑανάτου, vom Tode; χρειῶν, Abtragung, Bezahlen der Schulden; auch Befreiung von einer Schuld durch Reinigungsopfer. Das Aufhörenmachen, Beendigen. Auflösung, Trennung. Προβλήματος, Lösung einer Aufgabe; bei den Rhett. = Widerlegung. Auch πολιτείας, Aufhebung, Sturz der Verfassung
  • λῡσι-σωματέω
    aufgelösten, ermatteten Körpers sein
  • λῡσι-σώματος
    von aufgelöstem, ermattetem Körper
  • λῡσι-τέλεια
    ἡ, Nutzbarkeit, Nutzen,
  • λῡσι-τελέω
    nutzbar, vorteilhaft sein, nützen; οὐκ ἐλυσιτέλει ζῆν, es fruchtete, frommte nicht; τεϑνάναι λυσιτελεῖ ἢ ζῆν, es ist besser; τὸ λυσιτελοῦν, der Nutzen
  • λῡσι-τελής
    ές, eigtl. die aufgewandten Kosten bezahlend, ersetzend; dah. nützlich, vorteilhaft; τοῦ δέοντος λυσιτελέστερον πρίασϑαι, von wohlfeilem Preise, vorteilhaftem Einkaufe; τὸ λυσιτελές, der Nutzen
  • λῡσι-τελούντως
    auf nützliche Weise, vorteilhaft
  • λῡσί-τοκος
    die Geburt lösend, davon befreiend ϑέαινα; ϑάλαμοι, von den Hühnereiern
  • λῡσι-φλεβής
    ές, die Adern lösend; die Samenader abschneidend
  • λῡσί-φρων
    ον, die Sinne lösend, entfesselnd, von Sorgen befreiend, wie λυαῖος, Beiname des Dionysus
  • λῡσι-χίτων
    ωνος, mit gelöstem, abgelegtem Unterkleide
  • λῡσι-ῳδός
    ὁ, u. ἡ, eine Art Pantomimen, welche von ihrem Erfinder Lysis ihren Namen haben sollen
  • λύσσα
    ἡ, Wut; von wildem Kriegsmut, Kampfwut; Raserei, auch von jeder heftigen Leidenschaft. Bes. von der Hundswut; auch der sogenannte Tollwurm unter der Zunge der Hunde
  • λυσσαίνω
    wüten, τινί, auf einen grimmig zürnen
  • λυσσαλέος
    wütend, rasend
  • λυσσάς
    άδος, ἡ, die Wütende, Rasende
  • λυσσάω
    wütend sein, eigtl. von tollen Hunden, oft von Menschen, bes. leidenschaftlich aufgeregten; von Wölfen; λυσσηϑείς, rasend gemacht
  • λυσσηδόν
    auf rasende Weise
  • λύσσημα
    τό, das Gewüee, Rasen
  • λυσσήρης
    ες, wütend
  • λυσσητήρ
    ῆρος, ὁ, u. λυσσητής
    ὁ, der Wütende, Tolle
  • λυσσητικός
    wütend, rasend
  • λυσσό-δηκτος
    vom tollen Hunde gebissen
  • λυσσο-δίωκτος
    von Wut, Liebeswut verfolgt
  • λυσσο-μανέω
    rasen, wüten
  • λυσσο-μανής
    ές, rasend, toll
  • λυσσο-μανία
    ἡ, rasende Tollheit
  • λυσσόω
    wütend machen, in Raserei versetzen. Pass. rasen
  • λυσσ-ώδης
    ες, wie rasend, toll
  • λυσσ-ῶπις
    ιδος, ἡ, wütendes Blickes
  • λύται
    οἱ, die jungen Rechtsgelehrten, welche ihren vierjährigen Cursus gemacht haben u. sich prüfen lassen konnten
  • λυτήρ
    ῆρος, ὁ, der Lösende; νεικέων, Entscheider, Schiedsrichter
  • λυτήριος
    lösend, befreiend; ὅπως γένοιτο τῶνδ' ἐμοὶ λυτήριος, daß er mich hiervon befreit; ὡς ἐμοὶ τόδ' ἂν κακῶν γένοιτο λυτήριον, möchte mich vom Leide befreien; λυτήρια φόνου, Entsühnung vom Morde
  • λυτικός
    zum Lösen, Auflösen, Befreien geschickt; κοιλίας λ., die Leibesöffnung bewirkend; οἱ λυτικοί, Grammatiker, die sich mit der Lösung von schwierigen Fragen beschäftigen
  • λύτρον
    τό, Lösegeld, Sühnung
  • λυτρο-χαρής
    ές, sich des Lösegelds freuend
  • λυτρόω
    gegen Lösegeld freigeben; erlösen; pass. λελυτρῶσϑαι ἐκ τῶν ἰδίων, aus eigenen Mitteln; λυτρωϑείς, ausgelöst; durch Lösegeld befreien, loskaufen
  • λύτρωσις
    ἡ, das Loskaufen, Auslösen; die Erlösung
  • λυτρωτής
    ὁ, der Loskaufende, Erlöser
  • λυτρωτικός
    loskaufend, erlösend
  • λυχναῖος
    sc. λίϑος, eine parische Marmorart
  • λυχν-άπτης
    ὁ, Lichtanzünder
  • λυχν-αψία
    ἡ, das Lichtanzünden, Illuminieren
  • λυχνεῖον
    τό, Leuchterstock, Leuchterfuß
  • λυχν-έλαιον
    τό, Lampenöl
  • λυχνεύς
    ὁ, Fackel, Laterne
  • λυχνεύω
    leuchten
  • λυχνεών
    ῶνος, ὁ, Leuchterbehältnis
  • λυχνία
    ἡ, Leuchter
  • λυχνιαῖος
    zur Fackel, Lampe gehörig
  • λυχνίδιον
    τό, kleine Laterne; Leuchterchen
  • λυχνικόν
    τό, die Zeit des Tages, wo man Licht ansteckt
  • λυχνίς
    ίδος, ἡ, eine Pflanze mit feuerroter Blüte. Auch ein im Dunkeln leuchtender Edelstein
  • λυχνίτης
    ὁ, λίϑος, ein leuchtender od. durchsichtiger Stein
  • λυχνό-βιος
    bei der Leuchte lebend, der aus Nacht Tag macht
  • λυχνο-βόρος
    Lichter verzehrend
  • λυχνο-ειδής
    ές, leuchterähnlich
  • λυχνο-κᾱΐα
    ἡ, das Anzünden und Brennen der Lichter, Lampen; ein Fest in Sais, wobei die ganze Nacht durch Lichter brannten, eine Art Illumination
  • λυχνο-καυτέω
    Lichter, Lampen anzünden, brennen; πάσης τῆς πόλεως λυχνοκαυτούσης, von einer Illumination
  • λυχνο-ποιέω
    Leuchten, Lampen machen
  • λυχνο-ποιός
    Leuchten, Lampen machend
  • λυχνο-ποιΐα
    ἡ, das Leuchten Machen, auch Illumination
  • λυχνό-πολις
    ἡ, Leuchterstadt
  • λυχνο-πωλέω
    mit Leuchten, Lampen handeln
  • λυχνο-πώλης
    ὁ, Leuchten-, Lampenhändler
  • λύχνος
    ὁ, Leuchte, Leuchter, Lampe; χρύσεος, aus welcher hervorgeht, daß der λύχνος tragbar ist, nicht wie der λαμπτήρ feststeht; περὶ λύχνων ἀφάς, um die Zeit, wo man Lichter anzündet, gegen Anfang der Nacht. Die Lampen wurden nach der Anzahl der Dochte, welche darin brannten, unterschieden; ein Fisch
  • λυχν-οῦχος
    Leuchter- oder Lampenhalter, eine Laterne, von λαμπτήρ u. φανός unterschieden, als σκεῦός τι ἐν κύκλῳ ἔχον κέρατα, ἔνδον δὲ λύχνον ἡμμένον, διὰ τῶν κεράτων τὸ φῶς πέμποντα, also mit hörnerner Umgebung, statt des jetzt üblichen Glases
  • λυχνο-φορέω
    die Leuchte, Laterne tragen
  • λυχνο-φόρος
    die Leuchte, Laterne vortragend
  • λύω
    lösen; 1) losmachen, losknüpfen, losbinden, Kleidungs- u. Waffenstücke; λύσασϑαι ἱμάντα, sich den eigenen Gürtel lösen; aber λύοντο δὲ τεύχεα, sie nahmen ihnen, den anderen die Waffen ab, um sie als Waffenbeute für sich zu behalten; ζωστῆρα, den Gürtel abbinden; ζώνην παρϑενίην λύειν, den jungfräulichen Gürtel lösen, d. i. der Jungfrau zum erstenmale beiwohnen. Von den Schiffstauen öfter; ἀσκὸν μὲν λῠσαν, sie banden den Schlauch auf; ἡνίαν, den Zügel losmachen, nachlassen; γράμματα, δέλτον, auflösen, öffnen. 2) losspannen, abspannen; λύεσϑαι ἵππους ὑπ' ὄχεσφι, seine Pferde vom Wagen, eigtl. unter das Joch weg, losspannen. Überh. 3) losbinden, u. dah. befreien, aus Gefangenschaft auslösen, τὴν δ' ἐγὼ οὐ λύσω, ich werde sie nicht freigeben; ἦλϑε λυσόμενος - ϑύγατρα, um seine Tochter auszulösen; ἔλυσεν ἀποίνων, er gab ihn um Lösegeld los. Aus Not u. Gefahren befreien, λύειν τινὰ κακότητος, einen vom Elend erlösen; τίς οὖν ὁ λύσων σ' ἔσται, der Befreier; λύσασϑαι ἐκ τῶν πολεμίων, loskaufen. Aber λύειν τινὰ ἀρχῆς ist = absetzen. 4) auflösen, aufheben. Daher = einen Streit beilegen, schlichten; so auch ἀπορίαν, eine Schwierigkeit beseitigen, eine schwierige Frage lösen; widerlegen; πόλεμον, πολιορκίαν λύειν, beilegen, aufheben. Auch = Schmerzen, Sorgen stillen, beschwichtigen, mildern. Auch stärker: geradezu vernichten, zerstören, wohin auch der bildliche Ausdruck Τροίης κρήδεμνα λύωμεν gehört; γέφυραν, die Brücke abbrechen; νόμους, Gesetze aufheben, abschaffen; ὅρκον, den Eid brechen; τὴν ψῆφον λύει καὶ ποιεῖ τοῦ μηδενὸς ἀξίαν, den Beschluß umstoßen; γυῖα, γούνατα, ἅψεα λύειν τινός od. τινί, die Glieder lösen, erschlaffen machen, teils als Ausdruck für »töten«, »erschlagen«, teils die Ermattung, Ermüdung, die Folge des Schlafes, Schreckens, Staunens bezeichnend; σὴ δὲ βίη λέλυται, von Altersschwachen, auch von morschen Stricken. 5) τέλη, μισϑοὺς λύειν, Abgaben, Sold bezahlen, u. so von Dingen, zu deren Abtragung man verpflichtet ist, sich von einer Schuld, Verpflichtung losmachen; τὰς πρότερον ἁμαρτίας, abbüßen od. wieder gut machen. Dah. auch = λυσιτελεῖν, eigtl. λύειν τέλη, die Kosten ersetzen, nützen
  • λωβάομαι
    einen schmählich behandeln in Worten u. Werken, beschimpfen, mißhandeln; λωβήσασϑαί τινα λώβην, Jem. einen Schimpf antun; ohne Casus: freveln; schaden, verletzen, zerstören (von der Krankheit)
  • λωβεύω
    verspotten, durch Erdichtungen u. Lügen zum Besten haben
  • λώβη
    ἡ, schmähliche, schimpfliche Behandlung mit Worten od. Werken, Beschimpfung, Mißhandlung, Schmach; λώβην λωβᾶσϑαί τινα, einem Schmach antun; λώβην τῖσαι, eine Beleidigung büßen; λώβην τίσασϑαι, sich eine angetane Schmach büßen lassen, sie rächen; also = Schaden, auch = Verderben, Zerstörung
  • λωβήεις
    εσσα, εν, schimpflich, schmählich, verderblich
  • λώβημα
    τό, der zugefügte Schimpf, Schaden
  • λωβητήρ
    ῆρος, ὁ, der Beschimpfende, Mißhandelnde; der Verderber, der Schaden verursacht; übh. ein nichtswürdiger, schändlicher Mensch
  • λωβητής
    ὁ, Verderber
  • λωβητός
    beschimpft, gemißhandelt. Auch akt., schmähend, höhnend
  • λωβός
    der Aussätzige
  • λωγάνιοι
    οἱ, Würfel
  • λωγάνιον
    τό, die Wamme des Rindviehs
  • λωγάς
    άδος, ἡ, geiles Weib, Hure
  • λώγασος
    ὁ, Ochsenziemer
  • λωΐων
    erwünschter, wonach man mehr begehrt, angenehmer; später übh. = besser, als compar. zu ἀγαϑός betrachtet; oft in freundlicher Anrede, auch ironisch
  • λωλο-διακόνιον
    τό, eine Kuchenart
  • λῶμα
    τό, Saum, Vorstoß, unten am Kleide
  • λῶος od. λόας, ὁ
    ein macedonischer Monat, der der letzten Hälfte des attischen Hekatombäon u. der ersten des Metageitnion entspricht
  • λώπη
    ἡ, u. λωπάς
    άδος, ἡ, Hülle, Gewand; δίπτυχον ἀμφ' ὤμοισιν ἔχουσ' εὐεργέα λώπην, also eine Art Mantel; bes. ein Schafpelz od. ein dickes, wollenes Kleid
  • λωπίζω
    enthüllen; ἐκ δ' ἐλώπιζε πλευρὰν ἅπασαν, enthüllte die ganze Seite
  • λώπιστος
    vom Palamedes gesagt
  • λωπο-δυσία
    ἡ, Kleiderdiebstahl
  • λωποδυσίου δίκη, ἡ
    Klage wegen Kleiderdiebstahls
  • λωπο-δυτέω
    ein λωποδύτης sein, eigtl. den Badenden die Kleider heimlich entwenden oder auf der Straße den Vorübergehenden die Mäntel wegreißen; übh. berauben, plündern; übertr., Ὅμηρον ἀναιδῶς λωποδυτοῦσιν, von Dichtern: ausschreiben, plündern
  • λωπο-δύτης
    ὁ, eigtl. Kleiderschlüpfer, der in fremde Kleider schlüpft, Kleiderdieb, der den Badenden ihre Kleider entwendet oder auch auf der Straße den Vorübergehenden ihre Kleider mit Gewalt wegreißt; übh. Dieb, Räuber, neben ἀνδραποδιστής, als todeswürdiger Verbrecher
  • λωρο-κάπιστρον
    τό, der Zügel
  • λῶρον
    τό, und λῶρος
    ὁ, das lat, lorum, der Riemen
  • λωρο-τομέω
    in Riemen od. Stücke schneiden
  • λωρο-τόμος
    Riemen schneidend
  • λῶταξ
    ακος, ὁ, der Flötenbläser
  • λωτέω
    blühen
  • λωτίζω
    die Blüte abbrechen, abpflücken, in allgemeiner Bdtg, sich nehmen, auswählen
  • λώτινος
    von Lotos gemacht, von Lotus
  • λώτισμα
    τό, die Blüte, das Höchste, Schönste in seiner Art
  • λωτο-ειδής
    ές, lotosartig
  • λωτόεις
    εσσα, εν, lotosreich, mit Lotos bewachsen
  • λωτός
    ὁ, Name verschiedener Gewächse; 1) Lotosklee, eine um Sparta u. in der Gegend von Troja wildwachsende Kleeart, die zum Pferdefutter gebraucht wurde u. bes. an Flußufern u. in feuchten Niederungen wuchs. 2) der kyrenäische Lotos der Lotophagen, eine afrikanische Baumart, deren Früchte die danach benannten Lotophagen aßen; die Frucht λωτός; ἄνϑινον εἶδαρ, was wohl nur die vegetabilische Natur dieser Speise bezeichnet, nicht auf die Blüte zu beziehen ist, μελιηδής, honigsüß; an Größe mit der Beere des Mastixbaumes, σχῖνος, zu vergleichen, die so groß wie die Olive ist, u. an Geschmack mit der Dattel, φοίνιξ, die Lotophagen bereiteten aus ihr auch eine Art Wein; eine stachlige, nicht sehr hochwachsende Baumart; etwa rhamnus lotus od. zizyphus lotus, die noch jetzt in Tunis u. Tripolis beliebte jujuba. 3) der ägyptische Lotus, eine lilienartige Nilpflanze, deren eine Gattung große, weiße Blüten trägt; an der Sonne gedörrt, wurde ihr Mark zermahlen u. Brot daraus gebacken, auch ihre runde, apfelgroße, sehr süße Wurzel wurde gegessen, nymphaea lotus; eine andere Gattung trug rosenrote Blüten u. in einem zelligen Saamengehäuse, κιβώριον, viele eßbare Bohnen, κύαμοι, die man ägyptische Bohnen nannte, nymphaea nelumbo; eine dritte Gattung blühte blau, nelumbium speciosum od. cyamus Smithii. Als Symbol des Nils, mit dessen Anschwellungen er wuchs, man sagte in Ägypten »je mehr Lotos, desto mehr Jahressegen« war er den Ägyptern heilig; u. von ihnen kam er zu den Indern, wo er ebenfalls als Symbol des Ganges heilig war. 4) Außerdem hieß noch ein Baum in Nordafrika Lotos, der von der Höhe des Birnbaumes war, gezackte Blätter hatte u. geschmack- u. geruchlose Bohnen trug. Er hatte hartes, schwarzes Holz, das zu Bildsäulen u. Flöten verarbeitet wurde; dah. heißt λωτός bei den Dichtern oft die Flöte. 5) ein anderer Baum, diospyros lotus, trieb einen kürzern Stamm mit schöner, glatter Rinde, hatte lange, eirunde, unten filzige Blätter u. rankende Zweige, u. trug rötliche, süße Beeren; er wurde in Italien zur Zier der Häuser benutzt
  • λωτο-τρόφος
    Lotosklee nährend, kleereich
  • λωτο-φάγος
    Lotos essend
  • λωτο-φόρος
    Lotos tragend
  • λωφάω
    sich erholen, ausruhen; κα-κῶν, sich vom Unglück erholen; auch von der Krankheit, λωφᾷ τι τὸ νόσημα, sie läßt nach; übertr., φιλοτιμίας λελωφηκυῖαν τὴν ψυχήν, die den Ehrgeiz abgelegt hat; ἀπὸ τοῦ τραχήλου τὸ ἄχϑος ἀποϑέσϑαι, hängt es mit λόφος zusammen, wie das Zugvieh, wenn es aus dem Joch gespannt ist, den Nacken, λόφος, frei bekommt u. sich erholt. Auch transitiv., entlasten, erleichtern; ὁ λωφήσων, der Befreier
  • λωφήϊος
    erleichternd, stillend, λωφήϊα ἱερά, Sühnopfer, die den Zorn der Götter stillen
  • λώφημα
    τό, die Erholung, Rast
  • λώφησις
    ἡ, das Erholen, Nachlassen
  • Μ
    μ
    μῦ
    der zwölfte Buchstabe des griechischen Alphabets, als Zahlzeichen μ = 40 u., μ = 40000. In den Inscr. ist Μ Zahlzeichen für μύριοι, = 10000, u. = 50000. Es steht in genauem Zusammenhange mit den Lippenbuchstaben u. wird mit π verwechselt, ὄππα, πέδα, äolisch = ὄμμα, μετά u. geht vor den anderen Liquidis in β über, wie aus μολεῖν - βλώσκω wird, βεμβράς äol. für μεμβράς steht u. ΜΟΡΤ mort, od. ΜΡΟΤ in βροτός sich gestaltet. Auch mit ν wechselt es, vgl. μιν u. νιν od. μή, μῶν mit ne, num. Als Liquida wird es in der Mitte des Wortes leicht verdoppelt, wie ἄμμες, ὔμμες, ἐμμί, bes. äolisch für ἡμεῖς, ὑμεῖς, εἰμί, vgl. auch ἔμμορε. Am Anfang der Wurzeln fällt es nicht selten fort, vgl. ἴα u. μία, ὄσχος u. μόσχος, ὀχλεύς u. μοχλεύς, Ἄρης u. Mars. Euphonischer Zusatz in der Mitte des Wortes ist es in πίμπλημι, πίμπρημι, ὄμβριμος für ὄβριμος, vgl. τύμπανον u. τύπανον, κύμβη u. κύβη, ἀρύμβας u. ἀρύβας
  • μ' ist gew. aus με apostrophiert; nie aus μά u. μή, von denen letzteres nur die Synizesis erleidet
  • μά
    Beteuerungswort, einen Schwur einleitend mit dem accus. der Gottheit od. der Sache, bei der man schwört; 1) bejahend, a) mit ναί od. νή, ναὶ μὰ τόδε σκῆπτρον, wahrlich bei diesem Scepter!; b) ohne den Zusatz, wo sich die Bejahung aus dem Zusammenhang ergibt, μὰ Δία, so wahr Zeus! beim Zeus! Häufiger 2) verneinend; a) mit dabeistehendem οὐ, οὐ μὰ γὰρ Ἀπόλλωνα, οὐ μὰ Ζῆνα, nein, beim Zeus!; b) oder die Negation folgt; μὰ τοὺς παρ' Ἅιδην νερτέρους ἀλάστορας, οὔτοι ποτ' ἔσται τοῦτο, bei den Unterirdischen, nimmer wird das geschehen; c) in Antworten, in Bezug auf die in der Frage liegende Negation; δύο δραχμὰς μισϑὸν τελεῖς; - μὰ Δί' ἀλλ' ἔλαττον, nein beim Zeus! sondern weniger. Der Name des Gegenstandes, bei dem man schwört, wird auch fortgelassen, bes. in der attischen Umgangssprache
  • μᾶ
    nur im vocat. μᾶ γᾶ, Mutter Erde; Ausruf der Verwunderung
  • μαγαδίζω
    die μάγαδις spielen; die Oktave angeben, spielen, weil die Saiten der μάγαδις im Tonverhältnis der Oktave zu einander gestimmt waren
  • μαγάδιον
    τό, kleiner Steg
  • μάγαδις
    ιδος, ἡ, ein dreieckiges, harfenähnliches Saiteninstrument, welches 20 Saiten enthielt, mit 10 Tönen u. deren Oktaven, u. welches mit beiden Händen gespielt wurde, indem die linke die tieferen, die rechte die höheren Töne oder Saiten griff; eine Erfindung der Lyder u. auch πηκτίς hieß. Auch eine Flötenart, ὁ μάγαδις; Λυδός τε μάγαδις αὐλὸς ἡγείσϑω βοῆς, die zugleich einen hohen u. einen tiefen Ton angab
  • μαγαοικός
    κέραμος, nach dem Ausdruck der Kaufleute, Töpfergerät aus Megara
  • μαγάς
    άδος, ἡ, der Steg, über den die Saiten der Cither gespannt wurden
  • μαγγάνα
    ἡ, ein hölzernes Gefäß zum Wein in Unteritalien
  • μαγγανεία
    ἡ, Zauberei, Betrügerei durch Arzeneien u. sonstige künstliche Mittel; von künstlichen Zubereitungen der Speisen
  • μαγγάνευμα
    τό, Zauberei, Gaukelei
  • μαγγανευτήριον
    τό, Ort, wo Zaubereien u. Gaukeleien getrieben werden
  • μαγγανευτής
    ὁ, der Zauberei, Gaukelei treibt, Taschenspieler, Betrüger
  • μαγγανευτικός
    zur Gaukelei, Zauberei gehörig, geschickt, ἡ μαγγανευτική, sc. τέχνη, Gaukler-, Taschenspielerkunst
  • μαγγανεύω
    durch künstliche Mittel, Tränke u. vgl. bezaubern, betrügen; von der Kirke gesagt; ἐλιπάρει γονυπετοῦσα καὶ μαγγανεύουσα πρὸς τὰς ϑεάς, etwa: abergläubische Mittel der Andacht brauchen, um die Göttinnen zu bewegen. Auch = durch künstliche Mittel verschönern, verfälschen; ἀπάτην, eine Täuschung künstlich anstiften
  • μαγγανο-δαίμων
    ονος, ὁ, der Zauberdämon
  • μάγγανον
    τό, jedes Mittel, andere zu bezaubern, zu betrügen, φάρμακα, γοητεύματα, künstliche Vorrichtungen zu Taschenspielerstreichen u. Gaukeleien, vgl. das lat. mango, mangonium, mangonizare. Die Achse, der Kloben im Flaschenzuge (man vergleicht das deutsche Mangel = Rolle). Auch Kriegsmaschine zum Schleudern von Steinen u. Pfeilen; ein Jagdnetz
  • μαγδαλιά ἡ
    die Brotkrume, an welcher man sich bei Tische die fettigen Hände abwischte u. die man dann den Hunden hinwarf
  • μαγεία
    ἡ, eigtl. die Gelehrsamkeit u. der Gottesdienst der Magier bei den Persern; Zauberei, Magie, Kunst od. Betrügerei des Magiers; μαγεία, das Anrufen, Beschwören guter Götter zu einem guten Zwecke, γοητεία böser zum bösen Zwecke
  • μαγείραινα
    ἡ, Köchin
  • μαγειρεῖον
    τό, der Ort, wo gekocht wird, Werkstatt des Kochs, Garküche. Auch der Ort, wo die Köche sich aufhielten, die zu vermieten waren. Macedonisch auch ein Gerät zum Kochen, Topf, Kessel
  • μαγείρευμα
    τό, das Gekochte, die Speise
  • μαγειρεύω
    ein Koch sein, als Koch dienen; kochen, dem ὀψοποιεῖν entsprechend; ἱερεῖα, zubereiten; zerfleischen
  • μαγειρικός
    zum Koch, zum Kochen gehörig; ἡ μαγειρική, sc. τέχνη, die Kochkunst; διδασκαλία, ein Buch des Rhodiers Parmenon über die Kochkunst; in der Kostkunft erfahren
  • μάγειρος
    ὁ, ursprünglich der Knetende, Brotbackende, das älteste Geschäft des μάγειρος war nämlich das Brotbacken; übh. Koch; neben ὀψοποιός, von dem er als der höhere unterschieden wird. Aber auch Schlächter
  • μαγειρ-ώδης
    ες, auf Art eines Koches
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