161 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • ἦτορ
    ορος, τό, das Herz, ἐν ἐμοὶ αὐτῇ στήϑεσι πάλλεται ἦτορ, mir schlägt das Herz in der Brust; dah. das Leben; ἀνέψυχον φίλον ἦτορ, sie erholten sich; wie auch wir sagen: es brach ihm das Herz, gew. bei gewaltigem Schreck, wo die Pulse stocken. Übertr. wie unser »Herz«, als Organ von Freude u. Schmerz; Hoffnung u. Mut, Furcht u. Feigheit; Wünsche u. Neigungen
  • ἠτριαῖος
    u. ἠτρίδιος
    zum Unterleibe gehörig
  • ἤτριον
    τό, die zum Gewebe auf dem Webstuhl aufgezogenen Fäden, der Aufzug, im Ggstz zum Einschlage; ἤτρια βύβλων seine Papyrusblätter, welche aus kreuzweis übereinandergelegten Papyrusstreifen bestanden. Übh. Gewebe
  • ἦτρον
    τό, der Unterleib, der Bauch vom Nabel abwärts. Bauch eines Gefäßes, Topfes
  • ἠΰς
    gut, wacker, brav; μένος ἠΰ, gute, tüchtige Kraft, Mut (von Menschen u. Rossen)
  • ἠΰτε
    wie, gleichwie, in Gleichnissen
  • Ἡφαιστό-πονα
    ὅπλα, von Hephästus gemacht
  • Ἡφαιστό-τευκτος
    u. Ἡφαιστο-τευχής
    ές, von Hephästus bereitet, hervorgebracht
  • ἠχανία
    ἡ, die Armut
  • ἠχεῖον
    τό, starkschallende Instrumente, Pauken od. Becken von Erz. Die Resonanz an der Lyra; übh. was zur Verstärkung des Tones dient. Auch eine Theatermaschine, den Schall des Donners nachzuahmen
  • ἠχέτα
    ὁ, hell tönend, laut singend
  • ἠχέτης
    ὁ, laut, hell tönend
  • ἠχετικός
    tönend, singend
  • ἠχέω
    schallen, ertönen, rauschen; φόρμιγξ ἠχήσειεν ἐπ' εὐχαῖς ἡμετέραις, sie mag dazu ertönen; einen Laut von sich geben. Auch trans., erschallen lassen, anstimmen; τὸ χαλκίον ὡς τάχος ἄχει, laß ertönen; τὰ φωνήεντα, aussprechen
  • ἡχή
    ἡ, Ton, Schall; von lauten, unartikulierten Tönen, Geräusch, Gebrause; ἠχῇ, ὡς ὅτε κῦμα βρέμεται, von einer laut durch einander schreienden Volksmenge; von Winden; von einem rollenden Felsstück; vom freudigen Gesange; vom Trauergesange; das Gerede, der Ruf
  • ἠχήεις
    εσσα, εν, schallend, tönend, tosend, brausend; δώματα ἠχήεντα, hohe, hallende Gemächer, Wohnungen; auch ἀκουή, mit Geräusch erfüllt
  • ἤχημα
    τό, das Schallen, der Schall
  • ἤχησις
    ἡ, das Schallen, Tönen
  • ἠχό-πους
    ποδος, mit den Füßen lärmend
  • ἦχος
    ὁ, das Klingen der Ohren
  • ἠχώ
    οῦς, ἡ, Schall, Ton, bes. Wiederhall; vom Klageruf; ἅπασαν τὴν Βοιωτίην κατεῖχε ἠχώ, ὡς ἀνδρὸς ἀπολομένου λογιμωτάτου, das Gerücht, wie auch wir sagen: ganz Böotien hallte davon wieder
  • ἠχ-ώδης
    ες, schallend, tönend, hallend
  • ἠῶθεν
    vom Morgen an; ἠῶϑεν γὰρ νεῦμαι ἅμ' ἠελίῳ ἀνιόντι, am Morgen, mit Anbruch des Tages, gew. vom folgenden Tage; heute Morgen
  • ἠῶθι
    am Morgen, morgens; ἠῶϑι πρό, vor Morgen, vor Tagesanbruch
  • ἠώ-κοιτος
    am Morgen schlafend; ὁ, der Morgenschlaf
  • ἠῷος
    zum Morgen gehörig, morgendlich, früh; ἀστήρ, der Morgenstern. Gegen Morgen gelegen; στρατός, des Morgenlandes
  • ἠώς
    die Morgenröte; ἅμα τῇ ἠοῖ, mit Tagesanbruch. Auch der Morgen als Tageszeit; ἠῶ, den ganzen Morgen hindurch. Die Griechen zählten die Tage nach Morgenröten. Auch = das Tageslicht; das Leben. Als Himmelsgegend: Morgen, Osten
  • Θ
    θ
    θῆτα
    der achte Buchstabe des griechischen Alphabets, als Zahlzeichen ϑ' = 9, ,ϑ = 9000. Es wurde wahrscheinlich bei den alten Griechen so ausgesprochen, wie die Neugriechen es noch jetzt sprechen, daß nämlich der darin liegende Hauch in ein lispelndes s übergeht, ähnlich dem englischen th. Daher sprachen die Dorier, besonders die Lakonier, dafür geradezu σ, z. B. σιά, Ἀσάνα, lakon. = ϑεά, Ἀϑάνα; vgl. auch ἐσλός, dor. = ἐσϑλός, u. βυσσός = βυϑός. Aeoler u. Dorier setzen in einigen Wörtern dafür φ, z. B. φήρ, φλάω, φλίβω, für ϑήρ, ϑλάω, ϑλίβω; auch in das ebenfalls lispelnd gesprochene δ geht es über, ἄνϑηρον wird ἄνδηρον; so später οὐϑέν für οὐδέν, vgl. μήδομαι u. Προμηϑεύς. Bei einigen Wörtern ist es der verstärkte spiritus asper, vgl. ϑάλασσα u. ἅλς, ϑαμά u. ἅμα. - Auf den Stimmtäfelchen, deren man sich in den Gerichten auf Tod u. Leben bediente, bezeichnete ϑ, als Anfangsbuchstabe von ϑάνατος, das Verdammungsurteil
  • θαάσσω
    sitzen
  • θᾱητός
    adj. verb. zu ϑαέομαι, dor. = ϑεατός, sehenswert, bewundernswert
  • θαιρο-δύτης
    ὁ, Ring am Joch, durch den die Zügel gehen
  • θαιρός
    ὁ, die Türangel, στροφεύς, die von oben nach unten ging; πύλας δ' εἰς οὖδας ἔρεισε ϑαιρῶν ἐξερύσας, nachdem er sie aus den Angeln gerissen hatte; am Wagen die Eckhölzer, in welche die Seiten des Wagenkastens eingefügt sind, u. die Seitenstücke selbst, = ϑαιραῖα ξύλα, vielleicht Wagenrungen; die Achse des Wagens
  • θαΐς
    ίδος, ἡ, Kopfverband
  • θᾱκεύω
    sitzen; ἐν ἀποχωρήσει ἐπὶ δίφρων, auf dem Nachtstuhl sitzen
  • θᾱκέω
    sitzen; ϑακοῦντι παγκρατεῖς ἕδρας, auf dem Herrscherthrone sitzen; τάχ' ἄν σου καὶ μακρὰν ἀνωτέρω ϑακῶν κλύοι Ζεύς, noch viel höher thronend; von dem, der sich als Schutzflehender an den Altar setzt, προςτρόπαιος
  • θάκημα
    τό, das Sitzen, bes. der Hilfeflehenden am Altar, τί προςχρῄζοντα τῷ ϑακήματι, durch das Bitten. Der Sitz, neben ϑρόνος
  • θάκησις
    ἡ, das Sitzen, der Sitz
  • θᾶκος
    ὁ, der Sitz; Wohnsitz; Abtritt
  • θαλάμευμα
    τό, = ϑάλαμος, Wohnort, Behausung
  • θαλαμεύτρια
    ἡ, = νυμφεύτρια, die das Brautgemach, Brautbett Besorgende
  • θαλαμεύω
    ins Brautgemach führen, heiraten. Med., von Frauen, in ihrem ϑάλαμος sein, in ihren Gemächern eingezogen leben; auch von Tieren: in der Höhle leben
  • θαλάμη
    ἡ (vgl. ϑάλαμος), Lager, Aufenthalt, Schlupfwinkel, bes. der Fische u. Wassertiere; αἱ ϑαλάμαι die Nasenhöhlungen
  • θαλαμ-ηγός
    einen ϑάλαμος führend; wie σκάφαι ϑαλαμηγοί, eine Art ägyptischer Schiffe mit Zimmern versehen u. prächtig ausgestattet, eine Art Gondel
  • θαλαμηϊάδης
    komische, von ϑαλάμη gebildete patronymische Form, als Beiwort des Thunfisches
  • θαλαμήϊος
    eigtl. ion. u. ep. = ϑαλαμεῖος, zum Thalamus gehörig, ϑαλαμήϊα δοῦρα, Bauholz
  • θαλαμη-πολέω
    ein ϑαλαμηπόλος sein, den Dienst in den Gemächern der Frauen haben, den Frauen dienen; von dem, der die Begattung der Hunde besorgt
  • θαλαμη-πόλος
    im Schlafgemach, im Zimmer der Frau sich befindend, aufwartend, ἡ, Kammerfrau; das Brautgemach, Brautbett besteigend; auch Aphrodite heißt so, als Vermittlerinn u. Beschützerinn der Ehen. Später die Frauengemächer bewachenden Eunuchen u. die Priester der Kybele, die als Eunuchen den Dienst bei der Göttinn versahen; aber auch Priesterin dieser Göttin; ὄρφνη, Brautnacht
  • θαλάμιος
    1) = ϑαλαμίτης. 2) ἡ ϑαλαμία; sc. κώπη, das Ruder des ϑαλαμίτης, das kürzeste auf dem Schiffe; das Loch im Schiffsbord, durch welches dies Ruder gesteckt wird
  • θαλαμίτης
    ὁ, der in den mit drei Reihen Ruderbänken versehenen Trieren auf der untersten Ruderbank sitzende Ruderer, der das kürzeste Ruder führt u. wegen der leichtern Arbeit den geringsten Sold erhält
  • θάλαμόνδε
    ins Schlafgemach
  • θαλαμο-ποιός
    das Brautgemach bereitend, Titel eines Stückes des Aesch.
  • θάλαμος
    ὁ, Bezeichnung für jedes Zimmer, welches außer dem Saale oder den Sälen im Hause ist, Schlafzimmer, Wohnzimmer der Frau, der Tochter, des unverheirateten Sohnes, Schlafzimmer des Ehepaares, Brautgemach; auch ein Schlafzimmer in einem besonderen Gebäude auf dem Hofe; Vorratskammer; Braut-, Schlafgemach. Allgem., Aufenthaltsort, Behausung; von der Unterwelt; Hades, Περσεφονείας ϑάλαμοι; das Meer heißt μέγας ϑάλαμος Ἀμφιτρίτης; βασιλικοί, der Palast; auch ἀρνῶν, von den Ställen. Von Bienenzellen. Im Schiffe hieß so der unterste Schiffsraum, wo die Ruderbänke der ϑαλαμῖται angebracht waren. In Ägypten = kleine Kapelle; das Allerheiligste im Tempel
  • θάλασσα
    ἡ, att. ϑάλαττα (verwandt mit ἅλς), das Meer; ἥδε ἡ ϑάλασσα, ἡ καϑ' ἡμᾶς ϑ., ἡ ἔσω od. ἐντὸς ϑάλ. ist das mittelländische Meer; der Ozean ist ἡ ἐκτός od. ἔξω ϑάλασσα; κατὰ γῆν καὶ κατὰ ϑάλατταν, sehr gewöhnlich, zu Waster u. zu Lande; das Meerwasser, ναῦς πλήρης ϑαλάττης; ein Brunnen mit salzigem Wasser, im Tempel des Erechtheus auf der Burg in Athen. Übertr. von dem herannahenden Heere ἄμαχον κῦμα ϑαλάσσης u. vom Unglück κακῶν δ' ὥςπερ ϑάλασσα κῦμ' ἄγει
  • θαλασσαῖος
    u. θαλάσσειος
    meerpurpurn
  • θαλασσερός
    ὁ, eine Art Balsam
  • θαλασσεύς
    ὁ, der Fischer
  • θαλασσεύω
    sich auf dem Meere aufhalten, im Meere sein; über das Meer fahren; τὰ ϑαλαττεύοντα τῆς νεὼς μέρη, die im Wasser befindlichen Teile des Schiffes
  • θαλασσία
    ἡ, eine Pflanze
  • θαλασσίας
    οἶνος, mit Meerwasser vermischt
  • θαλασσί-γονος
    im Meere erzeugt
  • θαλασσίζω
    Meerwasser haben, nach Meerwasser schmecken
  • θαλάσσιος
    aus, von dem Meere, zum Meere gehörig; ἔργα, Geschäfte auf dem Meere, sowohl Fischfang als Schifffahrt; στενωποῦ πλησίον ϑαλασσίου, Meerenge; πεζούς τε καὶ ϑαλασσίους, Land- u. Seetruppen; ϑαλάσσιον ἐκρίψατε, werft ihn ins Meer; mit dem Seewesen sich beschäftigend. Auch στρώματα, mit Meerpurpur gefärbt
  • θαλασσο-βαφέω
    mit echtem Meerpurpur färben
  • θαλασσο-βαφής
    ές, ins Meer getaucht
  • θαλασσο-βίωτος
    vom Meere lebend, darin seinen Unterhalt suchend
  • θαλασσο-βραχής
    ές, meerbenetzt
  • θαλασσο-γενής
    ές, aus dem Meere geboren
  • θαλασσο-γράφος
    ὁ, Meerbeschreiber
  • θαλασσο-δομέτρης
    ὁ, Meer durchmessend
  • θαλασσο-ειδής
    ές, meerähnlich, von der Farbe
  • θαλασσό-κλυστος
    meerbespült
  • θαλασσο-κοπέω (das Meer schlagen), unnützes Zeug schwatzen
  • θαλασσο-κράμβη
    ἡ, u. θαλασσό-κραμβον
    τό, Meerkohl
  • θαλασσο-κρατέω
    das Meer beherrschen, die Oberherrschaft zur See haben
  • θαλασσο-κρατία
    ἡ, Oberherrschaft zur See
  • θαλασσο-κράτωρ
    ορος, ὁ, Meerbeherrscher, die Oberherrschaft zur See habend
  • θαλασσο-μέδων
    ὁ, Meerbeherrscher, Poseidon
  • θαλασσό-μελι
    ιτος, τό, Getränk aus Honig u. Meerwasser
  • θαλασσο-μιγής
    ές, mit Meerwasser vermischt
  • θαλασσό-μοθος
    mit dem Meere kämpfend
  • θαλασσο-νόμος
    meerbeweidend, im Meere lebend; ἵπποι, Seepferde
  • θαλασσό-παις
    ὁ, Meeressohn
  • θαλασσό-πλαγκτος
    auf dem Meere umhergetrieben, -irrend
  • θαλασσό-πληκτος
    meergeschlagen
  • θαλασσό-πλοος
    meerdurchschiffend
  • θαλασσο-πορέω
    das Meer durchwandern
  • θαλασσο-πόρος
    meerdurchwandernd
  • θαλασσο-πόρφυρος
    meerpurpurn
  • θαλασσό-τοκος
    meergeboren
  • θαλασσο υργέω
    Seegeschäfte, bes. Seehandel treiben
  • θαλασσο υργία
    ἡ, Seegeschäft, Fischfang
  • θαλασσο υργός
    ὁ, Geschäfte zur See treibend, von Seehandel u. Fischerei
  • θαλασσο ῦχος
    meerhaltend
  • θαλασσο-φυλακέω
    das Meer bewachen
  • θαλασσό-χροος
    meerfarbig
  • θαλασσόω
    zum Meere machen, überschwemmen; vom Schiffe, ναῠς ϑαλαττοῠται, zieht Wasser, wird leck; vom Weine, mit Meerwasser vermischen. Med. auf dem Meere schiffen
  • θαλάσσωσις
    ἡ, Meerüberschwemmung
  • θαλέθω
    vom Ölbaum: grünend u. blühend; ἠΐϑεοι ϑαλέϑοντες, in der Blüte des Alters stehend, σύες ϑαλέϑοντες ἀλοιφῇ, von Fett strotzend; transit., ποίην λειμῶνες ϑαλέϑουσι, bringen hervor
  • θάλεια
    ἡ, δαιτὶ ϑαλείῃ u. δαῖτα ϑάλειαν, blühendes, reichliches Mahl; bes. vom Opferschmause; μοῖρα ϑάλεια ἀγώνων, reichlicher Anteil
  • θαλερ-όμματος
    mit blühenden, frischen Augen
  • θαλερο-ποιός
    grünen und blühen machend
  • θαλερός
    blühend, grünend, übertr. von Menschen: in der Blüte des Alters stehend, frisch und kräftig; γάμος, Hochzeit in voller Jugendblüte. Auch von einzelnen Gliedern des Körpers, μηρώ, kräftige Lenden; χαίτη, volles, üppiges Haar; ἔμπνουν, Lebenswärme. Üppig hervorquellend, reichlich; ϑαλερὴ δέ οἱ ἔσχετο φωνή, frische, kräftige Stimme, od. auch die in reicher Fülle sich ergießende; ϑαλερώτερον πνεῦμα, milder, linder Hauch; ὑπνος, kräftig, gesund, od. erquickend
  • θαλία
    ἡ, blühendes Glück, Lebensfreude, Gastmahl, Festschmaus, bes. beim Opfer
  • θαλιάζω
    ein fröhliches Mahl, einen Festschmaus feiern
  • θάλικτρον
    τό, ein Kraut
  • θαλλεῖον
    τό, Olivensproß
  • θάλλινος
    aus Zweigen gemacht
  • θαλλός
    ὁ, junger Zweig, Schößling, Sprößling; bes. ἐλαίας, der Ölzweig, den die Schutzflehenden in den Händen hielten; ϑαλλὸν ἤ τινα καρπὸν προσείοντες, d. i. anlocken, wie eine Ziege durch ein vorgehaltenes Reis; Ölzweig als Siegeszeichen
  • θαλλο-φαγέω
    die jungen Zweige, bes. des Ölbaums fressen (von der Ziege)
  • θαλλο-φορέω
    Zweige, bes. des Ölbaums tragen, wie an dem Panathenäenfest
  • θαλλο-φόρος
    einen Ölzweig tragend, wie es die alten Athener u. die Frauen am Feste der Panathenäen taten; dah. werden die Alten spottweise so genannt, als wären sie zu nichts weiter zu gebrauchen
  • θάλλω
    grünen, sprossen, blühen, und dah. Überfluss woran haben, wovon strotzen; absol., schwellend, üppig, reichlich; ϑάλλει κατ' ἦμαρ αἰεὶ νάρκισσος, sproßt reichlich hervor; transit., hervorsprossen lassen; τῆς τ' αἰὲν ἐν φύλλοισι ϑαλλούσης βίον ξανϑῆς ἐλαίας καρπός, Nahrungsmittel, Leben sprossend. Häufig übertr., blühen und grünen, gedeihen (von Menschen, Städten u. Völkern); πατρὸς ϑάλλοντος, während der Vater lebt u. glücklich ist. Aber auch von schlimmen Dingen, wie von der Krankheit
  • θάλος
    τό, junger Sprößling, Zweig, bes. Ölzweig; sonst übertr. von Menschen, mit dem Nebenbegriffe frischer Kraft u. jugendlicher Anmut; übh. Sohn, Nachkomme; ϑαλέων ἐμπλησάμενος κῆρ, mit Lebensfreude
  • θαλπεινός
    warm
  • θαλπιάω
    warm werden, sich erwärmen
  • θαλπνός
    erwärmend, erhitzend
  • θάλπος
    τό, Wärme, Hitze; μεσημβρινοῖσι ϑάλπεσιν τοῖς ἡλίου, die Mittagsglut. Übertr., τῶν (τοξευμάτων) σὺ ϑάλπος οὐχ ὑπ ex εκδραμεῖ, der brennende Schmerz, den meine Worte dir verursachten; bes. von Liebesglut
  • θαλπτήριος
    erwärmend
  • θάλπω
    warm machen, erwärmen; ἔτι ἁλίῳ ἐϑάλπετο, d. i. er lebte noch; φοίνικας ἁλίῳ πέπλους ϑάλπουσα, d. i. trocknen. Auch vom Brüten der Vögel. Übertr., mit Liebe entzünden, entflammen; von Raserei; vom Schmerz; intrans., entbrannte; von heilloser, leidenschaftlicher Hoffnung; quälen, martern; auch betrügen; ἄλλον ἰοῖσα ϑάλπε φίλον, lieben
  • θαλπωρή
    ἡ, Erwärmung. Gew. übertr., Erquickung, Stärkung des Gemütes, Ermutigung, Trost u. Hoffnung
  • θαλπωρός
    warm, erwärmend
  • θαλυκρός
    warm, erhitzend. Übertr., hitzig, leidenschaftlich, verwegen, auch frech
  • θαλύνω
    u. θαλύπτω
    warm machen
  • θαλύσια
    τά, sc. ἱερά, Erstlingsopfer von Feldfrüchten, Erntefest
  • θαλῡσιὰς κούρη, ἡ
    Priesterin der Demeter; ϑαλυσιὰς ὁδός, der Weg zum Erntefeste
  • θαλύσιος
    zu dem Feste der Thalysien (s. ϑαλύσια) gehörig, das aus dem ersten Korne der neuen Ernte gebackene Brot
  • θάλψις
    ἡ, das Wärmen, die Erwärmung
  • θαμά
    in Haufen, dichtgedrängt, scharenweis. Häufiger von der Zeit: oft, häufig, oft od. schnell nach einander
  • θαμάκις
    oftmals, häufig
  • θαμα-τροχέω
    ununterbrochen laufen, nicht ruhen
  • θαμβαίνω
    staunen, anstaunen, bewundern
  • θαμβαλέος
    erstaunlich, wunderbar; erstaunt
  • θαμβέω
    staunen, erstaunen; c. acc., anstaunen, bewundern. Später bes. = in Furcht setzen. Adj. verb. ϑαμβητός, furchtbar
  • θάμβημα
    τό, Schrecknis
  • θάμβησις
    ἡ, das Staunen, Erschrecken
  • θαμβήτειρα
    ἡ, die in Staunen u. Furcht Setzende (von den Erinyen)
  • θάμβος
    τό, auch ὁ, Staunen, Erstaunen, Verwunderung, Entsetzen; ὁ στόλος οὐχ ἧσσον τόλμης τε ϑάμβει, Staunen über das Wagnis; geradezu Furcht
  • θαμβός
    erstaunt
  • θαμειός
    häufig, nahe an einander, dicht gedrängt
  • θαμίζω
    häufig, wiederholt kommen; ἐπί τινα, häufig zu einem kommen; übh. häufig sein, οὔτι κομιζόμενός γε ϑάμιζεν, er war nicht oft ein Gepflegter, ward nicht oft gepflegt; ἔνϑ' ἁ λίγεια μινύρεται ϑαμίζουσα μάλιστ' ἀηδών, sich häufig aufhaltend; βλάβαι πολλαὶ διὰ τὸ ϑαμίζειν ἔχϑρας ὄγκον ἐντίκτουσι, wegen des häufigen Vorkommens
  • θαμινός
    häufig. Gebräuchlich scheint nur ϑαμινά adverbial, häufig, oft
  • θάμνα
    ἡ, Lauer, Nachwein
  • θαμνάς
    άδος, ἡ, die Wurzel
  • θαμνῖτις
    ιδος, ἡ, strauchartig
  • θαμνο-ειδής
    ές, strauchartig
  • θαμνο-μήκης
    ες, von eines Strauches Höhe, Größe
  • θάμνος
    ὁ, dichtes Buschwerk, Gesträuch, Gebüsch; auch der einzelne Busch, Strauch; zwischen δένδρα u. βοτάνη gestellt, was die Zweige aus der Wurzel treibt; auch von einem einzelnen Baume
  • θαμνο-φάγος
    Gesträuch abfressend
  • θαμνόομαι
    zum Gebüsch werden
  • θανάσιμος
    ον, tödlich, todbringend; ϑανάσιμον ἀνδρὸς αἷμα, das Blut des sterbenden Mannes; ϑανάσιμος γόος, Trauer um den Tod, oder Sterbelied; ὄλωλε ϑανασίμῳ πεσήματι, durch den Sturz ins Schwert; πέπλον, das vergiftete; ἤδη ϑανάσιμος, er ist dem Sterben, dem Tode nahe; ϑηρία, giftige, todbringende. Adv. ϑανασίμως τύπτειν, tödlich
  • θανατάω
    desiderat. zu ϑανεῖν, ich wünsche zu sterben
  • θανατ-ηγός
    den Tod herbeiführend
  • θανατηρός
    u. θανατήσιμος
    u. θανατήσιος
    tödlich
  • θανατη-φορία
    ἡ, das Todbringen
  • θανατη-φόρος
    todbringend, tödlich; νυκτικόραξ ᾄδει ϑανατηφόρον, ein Totenlied
  • θανατικός
    den Tod betreffend, zu ihm gehörig, δίκη, κρίσις, Prozess auf Tod u. Leben, Kriminalprozess
  • θανατό-πνοος
    Tod hauchend
  • θανατο-ποιός
    Tod bewirkend
  • θάνατος
    ὁ, der Tod, sowohl der natürliche, als der gewaltsame Totschlag; οἰκτίστῳ ϑανάτῳ ϑανεῖν, des jämmerlichsten Todes sterben; im plur. die Todesarten; auch der Tod, Mord von mehreren; εἰς τραύματα ἢ εἰς ϑανάτους ἰόντος Todesgefahren. Bei den Attikern bes. die gerichtliche Todesstrafe, Hinrichtung; ϑάνατον καταγιγνώσκειν τινός, die Todesstrafe gegen einen erkennen; ἡ ἐπὶ ϑανάτῳ, sc. ζημία, Todesstrafe; ϑανάτου δίκῃ κρίνεσϑαι, einen Prozess haben, wo der Tod die Strafe ist; ὑπάγειν τινὰ ϑανάτου, einen auf Tod u. Leben anklagen. Auch übertr., wie bei uns, ϑάνατος μὲν τάδ' ἀκούειν, das zu hören ist der Tod; ἀτυμβεύτου ϑανάτοιο λείψανον, Leichnam
  • θανατούσια
    τά, sc. ἱερά, das Totenfest
  • θανατόω
    töten; bes. zum Tode verurteilen, hinrichten
  • θανατ-ώδης
    ες, tödlich, den Tod anzeigend
  • θανάτωσις
    ἡ, das Töten, das Aussprechen des Todesurteils u. die Hinrichtung
  • θάομαι
    anstaunen, bewundern; übh. betrachten, anschauen
  • θάπτω
    einen Leichnam bestatten; den Leichnam verbrennen; die in Aschenkrügen gesammelten Gebeine beisetzen, beerdigen, begraben; auch den Leichnam selbst beerdigen, u. dies ist der gewöhnl. Gebrauch; τεϑάφαται, sie sind beerdigt worden
  • θαρσαλέος
    gutes Mutes, getrost, kühn; ϑαρσ. καὶ ἀναιδής ἐσσι προΐκτης, frech; ϑαρσαλέοι καὶ τλήμονες, getrost aushaltend; ϑαρσαλέαι ἐλπίδες, kühne Hoffnungen. Τὸ ϑαῤῥαλέον, das, woran man sich wagen kann, dem man sich ohne Furcht unterziehen kann; ἐν τῷ ϑαῤῥαλέῳ εἶναι, in Sicherheit sein. Adv., ϑαῤῥαλέως ἔχειν πρὸς ϑάνατον, gutes Mutes sein
  • θαρσαλεότης
    ητος, ἡ, guter Mut, Unverzagtheit
  • θαρσαλεόω
    ermutigen
  • θαρσέω
    gutes Mutes, getrost, zuversichtlich sein; καὶ τότε δὴ ϑάρσησε, wurde getrost, faßte Mut; bes. häufig ϑάρσει, sei gutes Mutes, unverzagt; σὺ δὲ ϑάρσει τόνδε γ' ἄεϑλον, wenigstens für diesen Kampf; Αἴαντος οὐ ϑαρσῶ πέρι, ich bin um ihn bekümmert; ἀνόητον ϑάῤῥος ϑαῤῥήσει, von unverständiger Keckheit; c. acc., eigtl. in Beziehung auf etwas getrost sein, deswegen unbesorgt sein, darauf bauen; τὰς μάχας ϑαῤῥεῖτε, wenn ihr euch vor der Schlacht nicht fürchtet; geradezu trauen. Auch τινί, auf etwas trauen, sich verlassen. Τὸ τεϑαῤῥηκός, der Mut, die Zuversicht
  • θάρσησις
    ἡ, das Mutfassen, Vertrauen
  • θαρσητικός
    zuversichtlich, getrost, keck, dreist handelnd
  • θαρσο-ποιέω
    Mut machen, ermutigen
  • θαρσο-ποιός
    Mut machend
  • θάρσος
    τό, Mut, Zuversicht, Kühnheit. Dreistigkeit, Frechheit; ϑάῤῥος πολεμίων, gegen die Feinde; λαμβάνειν, Mut fassen; was Mut macht
  • θαρσούντως
    mutig, getrost
  • θάρσυνος
    sich darauf verlassend
  • θαρσύνω
    ermutigen, dreist machen
  • θαρσύς
    εῖα, ύ, hier und da
  • θαρσώ
    οῦς, ἡ, die Mutige, Beiname der Athene
  • θάσσω
    sitzen, ruhen; c. acc., ἃ κυκλόεντ' ἀγορᾶς ϑρόνον εὐκλέα ϑάσσει, sitzt auf dem ruhmvollen Throne
  • θάσσων
    comparat. von ταχύς, schneller
  • θάτερον
    bes. ἐπὶ ϑάτερα, auf die andere, entgegengesetzte Seite, τοτὲ μὲν ἐπὶ ϑάτερα, τοτὲ δ' ἐπὶ ϑάτερα τοὺς λόγους ἕλκων, bald hier-, bald dorthin; ἐκ μὲν τοῦ ἐπὶ ϑάτερα, von der entgegengesetzten Seite her
  • θαῦμα
    τό, Wunder, Wunderwerk, alles, was man mit Bewunderung u. Erstaunen ansieht, u. die Bewunderung, Verwunderung selbst; ϑαῦμα ἰδέσϑαι, ein Wunder zu schauen, wunderbar anzuschauen; ϑαῦμά μ' ἔχει, ich staune; ταρβῶ μὲν οὐδέν, ϑαῦμα δ' ὄμμασιν πάρα, aber Wunder nimmts den Blick; οὔ τι τοῠτο ϑαῠμ' ἔμοιγε, das ist mir nicht wunderbar; ϑαῦμά τοί μ' ὑπέρχεται, Staunen beschleicht mich; μεγίστου ϑαύματος τόδ' ἄξιον, bewundernswert; ϑαῦμα οὐδέν, das ist nicht zu bewundern; ϑῶμα ποιεῖσϑαί τι, etwas für wunderbar halten; ϑαῦμα ποιεῖσϑαί τινος, sich über etwas wundern; ϑαῦμα ἦν, τί εἴη τὸ γεγενημένον, man wunderte sich u. wußte nicht, was da vorgefallen sei; Θαύματα bes. von Kunststücken der Taschenspieler u. Gaukler gebraucht; τῆς σοφιστικῆς δυνάμεως, Kunststück; von Seiltänzer- u. Springerkünsten. Auch der Schauplatz solcher Gaukler
  • θαυμάζω
    staunen, anstaunen, sich verwundern; c. acc., bewundern, anstaunen; Τηλέμαχον ϑαύμαζον, ὃ ϑαρσαλέως ἀγόρευεν, sie verwunderten sich über den Telemach, daß er mutig gesprochen; auch = hochhalten, schätzen, verehren; τί τινος, etwas an einem bewundern; ϑαυμάζειν τινός, ὅτι, sich über einen wundern, daß er. Seltener τινί, über etwas. Sehr häufig liegt darin der Nebenbegriff nicht wissen u. gern erfahren mögen, wie die Sache sich verhält, dah. folgt εἰ u. andere indirekte Fragen; ϑαυμάζοντες, τί ἔσοιτο ἡ πολιτεία, sie wunderten sich, was aus der Verfassung werden solle; wenn aber der Gegenstand der Verwunderung als Tatsache hingestellt wird, folgt acc. c. inf. Diese Konstruktionen stehen auch bei dem gen., ϑαυμάζω τοῦ ἀδελφοῦ, ἣν γνώμην ἔχων καϑέστηκε, eigtl. = ich bewundere an dem Bruder, in welcher Ansicht er -, d. i. wundere mich, in welcher Ansicht der Bruder. Das pass. wird auch mit dem partic. verbunden, πάλαι δὲ μὴ παρὼν ϑαυμάζεται, man wundert sich, daß er nicht da ist
  • θαυμαίνω
    bewundern
  • θαύμακτρον
    τό, thuribulum; Geld, das man Gauklern zum Lohne gibt
  • θαυμασία
    ἡ, Bewunderung
  • θαυμάσιος
    α, ον
    bewunderungswürdig, wunderbar; mit ironischem Anstrich u. tadelnd: wunderbar, seltsam
  • θαυμασιότης
    ητος, ἡ, Bewunderungswürdigkeit; Verwunderung
  • θαυμασμός
    ὁ, Bewunderung
  • θαυμαστής
    ὁ, Bewunderer
  • θαυμαστικός
    gern bewundernd
  • θαυμαστός
    bewundert, wunderbar, bewundernswert; οὐδὲν ϑαυμαστόν ἐστι, es ist nicht zu verwundern; ϑαυμαστὸν ὅσον, Wunder wie viel, mirum quantum
  • θαυμαστόω
    wunderbar machen. Häufiger pass., als ein Wunder betrachtet werden
  • θαυμάστωσις ἡ, Bewundernswürdigkeit
  • θαυματίζομαι
    in Verwunderung gesetzt werden
  • θαυματό-βρυτος
    voll Wunder
  • θαυματόεις
    εσσα, εν, bewundernswürdig
  • θαυματο-ποιέω
    Wunder tun, bes. Gaukeleien, Taschenspielerkünste treiben
  • θαυματο-ποίησις
    ἡ, das Wundertun, Taschenspielerei
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